Einstimmig gewählt: Das ist der neue zweite Mann im Rathaus

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Der neue zweite Mann im Rathaus ist gewählt. Er stammt aus Dortmund und war dort für Recht und Ordnung zuständig. Ein Bericht über eine bemerkenswerte Ratssitzung.

Schwerte

, 13.05.2020, 20:01 Uhr / Lesedauer: 2 min

Teppich auf dem Hallenboden, weniger Ratsmitglieder, dafür aber viel Platz - es war eine außergewöhnliche Ratssitzung, die erste nach der Coronapause. 22 Ratsmitglieder stimmten zusammen mit dem Bürgermeister vor allem über den neuen Ersten Beigeordneten der Stadt ab. Der künftige zweite Mann im Rathaus, der auch Stellvertreter des Bürgermeisters ist.

Neuer Beigeordneter wurde einstimmig gewählt

Einstimmig gewählt wurde Tim Frommeyer, der bislang in der Stadt Dortmund für Recht, Ordnung und Feuerwehr zuständig ist, seit 2018 als Abteilungsleiter. Frommeyer ist Volljurist. Damit ist auch wieder ein Jurist im Verwaltungsvorstand vertreten. Denn mit Heinrich Böckelühr, der vor zweieinhalb Jahren sein Amt als Bürgermeister niedergelegt hatte, schied der letzte Jurist aus der Verwaltungsspitze aus.

Die erste Ratssitzung nach der Corona-Pause in Schwerte fand in der Alfred-Berg-Sporthalle am Bohlgarten statt.

Die erste Ratssitzung nach der Corona-Pause in Schwerte fand in der Alfred-Berg-Sporthalle am Bohlgarten statt. © Heiko Mühlbauer

„Ich freue mich über den Vertrauensvorschuss“, erklärte Frommeyer. Mit dem 39-Jährigen sei nun der gesamte Verwaltungsvorstand unter 40 Jahre alt, merkte Bürgermeister Dimitrios Axourgos an. Und fügte an: „Das Alter an sich ist zwar im Allgemeinen kein Qualitätsmerkmal, aber im Fall Schwerte schon.

Als Kandidat von der CDU vorgeschlagen

Frommeyer war als Kandidat von der CDU vorgeschlagen worden. Er ist Christdemokrat und für seine Partei in Dortmund-Eving ehrenamtlich tätig. Damit besteht der Verwaltungsvorstand nun aus zwei Sozialdemokraten, nämlich Dimitrios Axourgos und Bettina Brennenstuhl und einem Christdemokraten, eben Tim Frommeyer. Auch der jetzige Erste Beigeordnete Hans-Georg Winkler, der wegen Krankheit bei der Sitzung fehlte, ist Christdemokrat. Er tritt Ende August in die Ruhephase seiner Altersteilzeit ein.

Das wurde bei der Sitzung noch beschlossen

Es wurde aber auch anderes während dieser denkwürdigen Ratssitzung beschlossen.

  • So zum Beispiel ein Verzicht auf die Elternbeiträge für die Kindertagesstätten für April und Mai.
  • Auch andere Dringlichkeitsentscheidungen, also jene Beschlüsse, die der Bürgermeister und ein Ratsmitglied im Vorfeld getroffen hatten, wurden im Nachhinein genehmigt.
  • Für den Beschluss über das Anmeldeverfahren der Gesamtschulen und die Zahl der Klassen, die pro Jahrgang dort aufgenommen werden sollen, wurde eine gesonderte Sitzung des Schulausschusses Anfang Juni anberaumt.
  • Kurze Diskussionen gab es über den Haushaltssanierungsplan. Der sei, das betonte Kämmerin Bettina Brennenstuhl, gesetzlich vorgeschrieben. CDU-Ratsherr Guntram Nies van Colson hatte zuvor die Frage aufgeworfen, ob es noch Sinn mache, Klein- und Kleinstbeträge einzusparen, angesichts der großen Verwerfungen, die durch die Coronakrise auf den städtischen Haushalt zukommen.
  • Der Bebauungsplan für ein neues Wohngebiet in Holzen am Rosenweg wurde auf den Weg gebracht. Im westlichen Bereich des ehemaligen Grabelandes der Nickelwerke sollen 160 Wohnungen in viergeschossigen Häusern entstehen.

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Zuschauer saßen auf der Tribüne

Als ob man auf Proporz geachtet hätte. Denn neben den 22 Ratsmitgliedern waren auch 22 Zuschauer gekommen. Sie waren über den extra für sie im Treppenhaus markierten Weg auf die Tribüne der Sporthalle gelangt. Dass die Halle schon lange nicht mehr genutzt wurde, konnte man an der Hallen-Uhr sehen. Die zeigte noch die Winterzeit an. Nach knapp zwei Stunden war die denkwürdige Ratssitzung vorbei. Es war vor allem aber auch eine sehr versöhnliche Sitzung, bei der Bürgermeister Dimitrios Axourgos am Ende der Verwaltung und auch den Kommunalpolitikern dankte, für ihren Einsatz und ihr Verständnis in den vergangenen Wochen. Und CDU-Frau Bianca Dausend lobte die vielen Ehrenamtlichen, die sich in der Krise in der Stadt einsetzen, Masken nähen oder für andere einkaufen.

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