Unter der Eisenbahnunterführung an der Dorfstraße blieb ein Pkw in den Fluten stecken. Als das Wasser abgeflossen war, versuchte der Besitzer, den Wagen mit Helfern aus dem Schlamm zu schieben. © Reinhard Schmitz
Erste Regen-Bilanz aus Schwerte

Elsebad unter Wasser, Sandsäcke in der Altstadt, Frau rettet sich durchs Autofenster

Lange blieb es ruhig in Schwerte, am Abend dann kam eins zum anderen. Das Elsebad war überschwemmt, die Mühlenstraße zeitweise auch. In Geisecke stand ein Auto bis zum Dach im Wasser.

Bis Mittwochnachmittag (14.7.) blieb es ruhig in Schwerte. Der Regen fiel, schien die Ruhrstadt aber weitestgehend zu verschonen. Am Ende des Tages hat er das auch. Vergleichsweise – blickt man hinter die Stadtgrenze nach Hagen-Hohenlimburg oder ins sauerländische Altena.

Am frühen Abend aber meldete die Feuerwehr dann erste Einsätze. In Geisecke soll ein Auto bis zum Dach im Wasser gestanden haben. Kindersitz und Verbandskasten lagen hinter dem rot-weiß-roten Absperrband der Feuerwehr im Schlamm. Zur tückischen Falle war die kleine Eisenbahn-Unterführung an der Dorfstraße für eine Autofahrerin geworden, die mit ihrem Pkw in Richtung Geisecke unterwegs war.

„Das ist Totalschaden“

Ihr Wagen blieb in den Regenfluten stecken, die sich unter der Brücke angesammelt hatten. Um sich in Sicherheit zu bringen, musste sie durch das Seitenfenster ins Freie krabbeln, berichtete der Autobesitzer: „Das Wasser reichte bis zum Dach.“

Als die Regenmengen wieder abgeflossen waren, konnte man an den durchfeuchteten Seitenwänden des Tunnels immer noch erkennen, wie hoch sich das Wasser dort aufgestaut hatte. Auf der Fahrbahn blieb eine dicke, stinkende Schlammschicht zurück. Mit einigen Helfern versuchte der Autobesitzer, seinen Wagen von der Unglücksstelle wegzuschieben. „Das ist Totalschaden“, sagte er.

Einsatz-Marathon am Abend

Für die Feuerwehr, die noch am Morgen von einer bislang ruhigen Schicht gesprochen hatte, begann während der unaufhörlichen Regengüsse eine wahrer Marathon. „Wir waren überall unterwegs“, hieß es am Abend aus der Wache an der Lohbachstraße.

Stark betroffen waren die Ortsteile Westhofen, Ergste und Villigst. Auch die Rote-Haus-Straße nach Iserlohn – so berichteten Verkehrsteilnehmer – war zeitweise komplett gesperrt, weil die Retter dort umgestürzte Bäume beseitigen mussten.

Das Elsebad stand am Abend komplett unter Wasser. Das Wasser reichte bis an die rote Fassade des Funktionsgebäudes.

Anwohner wappneten sich mit Sandsäcken für die Nacht. © Vanessa Trinkwald © Vanessa Trinkwald

Nicht ganz so schlimm war es in der Altstadt, hier stand das Wasser aber doch so hoch, dass sich die Anwohner der Mühlenstraße vorsorglich mit Sandsäcken für die Nacht wappneten.

Die Straße sei zeitweise überschwemmt gewesen, berichtete ein Anwohner am Mittwochabend. Der Gully sei übergelaufen, trotz Wasserpumpe, die man schon am Nachmittag zum Einsatz gebracht hatte. Etwa zwei Zentimeter hätte das Wasser auf der Mühlenstraße gestanden, der angrenzende Mühlenstrang war am Abend ob des Dauerregens voll.

Der Mühlenstrang am Mittwochabend. © Vanessa Trinkwald © Vanessa Trinkwald

Nach etwa 10, 15 Minuten sei das Ganze wieder vorbei gewesen. Das bestätigte auch Ehepaar Ehlert. Sie wohnen an der Mühlenstraße, hatten am Abend ebenfalls ein paar Sandsäcke, die die Feuerwehr vorbeigebracht hatte, vor die Haustür gelegt. „Die waren hier, haben nach den Gully-Deckeln geschaut“, sagten sie.

Ehepaar Ehlert wappnete sich in der Altstadt mit Sandsäcken für die Nacht. © Vanessa Trinkwald © Vanessa Trinkwald

Im Eingangsbereich hätte das Wasser zeitweise gestanden. Worüber man sich ärgere, seien die Autofahrer, die bei dem Wetter durch die kleine Straße bretterten und das Wasser hochscheuchten. „Dann läuft das natürlich sofort rein.“

Wasserpumpen waren im Einsatz. © Vanessa Trinkwald © Vanessa Trinkwald
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Redaktion Schwerte
Reinhard Schmitz, in Schwerte geboren, schrieb und fotografierte schon während des Studiums für die Ruhr Nachrichten. Seit 1991 ist er als Redakteur in seiner Heimatstadt im Einsatz und begeistert, dass es dort immer noch Neues zu entdecken gibt.
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Reinhard Schmitz
Schwerte und Dortmunder Süden
Ist seit November 2020 für Schwerte und den Dortmunder Süden im Einsatz. Mag Nachrichten und nette Geschichten gleichermaßen. Schreibt gern, arbeitet aktuell aber eher im Hintergrund.
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Vanessa Trinkwald

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