Eltern erneut wegen unterlassener Hilfe verurteilt

Kindesmisshandlung

SCHWERTE Zwei und drei Jahre Haft - bei diesem Urteil blieb es auch am Freitag im Berufungsverfahren am Hagener Landgericht. Bis zuletzt blieb die Frage ungeklärt, wer den Zweijährigen misshandelt hatte. Das Gericht verurteilte die Eltern wegen unterlassener Hilfe.

von Von Jana Peuckert

, 02.10.2009, 19:05 Uhr / Lesedauer: 1 min
Das Gericht verurteilte die Eltern erneut wegen unterlassener Hilfe.

Das Gericht verurteilte die Eltern erneut wegen unterlassener Hilfe.

Dagegen legten sowohl Staatsanwaltschaft als auch Angeklagte Berufung ein. Vor dem Hagener Landgericht blieb es am Freitag aber bei den zwei und drei Jahren Haft. Was war passiert? Am 30. April 2008 waren dem Kinderarzt blaue Flecken am Körper des Jungen aufgefallen. Schnell erwachte in ihm der Verdacht der Misshandlung. Wochen später dann erneute Anhaltspunkte. Röntgenbilder brachten das grausame Ausmaß mehrfacher Torturen zu Tage – etliche Frakturen und Abrisse an der Knochenhaut. Die 22 und 25 Jahre alten Eltern gerieten unter Verdacht.

Wie bereits in erster Instanz, zogen sie es auch gestern vor, sich nicht zu äußern. An ihrer Stelle meldeten sich Familienangehörige zu Wort. Alle beschrieben das Verhältnis zwischen Eltern und Kind als liebevoll. Fest stand jedoch, dass der kleine Junge massiv misshandelt worden war. Das ergaben die Aussagen von verschiedenen Gutachtern – unter ihnen auch der Kinderarzt der Familie. Bis zuletzt unbeantwortet blieb die Frage, wer der Täter dieser unmenschlichen Taten gewesen ist. Damit konnte das Gericht die Angeklagten auch in zweiter Instanz nicht wegen aktiver Handlungen verurteilen. Klar war jedoch, dass ihnen hätte auffallen müssen, dass etwas mit ihrem Nachwuchs nicht in Ordnung war. Das reichte am Ende für eine Verurteilung wegen Unterlassens. Der Zweijährige lebt inzwischen in einer Pflegefamilie.

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