Elternvertreterin: Alternativen zu diesem „Bulimie-Lernen“ schaffen

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Frühere Weihnachtsferien? Ein Tropfen auf den heißen Stein findet eine Schwerter Elternvertreterin. Stattdessen müsse man endlich anfangen Schule neu zu denken, sagt sie und hat einige Ideen.

Schwerte

, 18.11.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das klingt für viele Schülerinnen und Schüler wahrscheinlich erstmal nicht schlecht: Die Weihnachtsferien in NRW werden zwei Tage früher starten als geplant. Der letzte Schultag soll der 18. Dezember sein.

„Das ist ein Tropfen auf den heißen Stein", findet Stefanie Krüger-Peter aus Schwerte, Beisitzerin im Vorstand der Landeselternkonferenz NRW.

Zudem sei die Betreuung ein Riesen-Problem. „Gerade für Familien mit behinderten Kindern ist das teilweise überhaupt nicht zu machen. Hier muss endlich eine Betreuung der Kinder sichergestellt werden", so Krüger-Peter. „Viele haben gar keine Vorstellung, was das mit den Familien behinderter Kinder macht."

Betreuung der Kinder sicherstellen

Im ersten Lockdown habe es zumindest eine Betreuung für Kinder von Eltern in systemrelevanten Berufen gegeben. Etwas Ähnliches würde sich Krüger-Peter auch für Kinder mit Behinderungen wünschen. „Die Schulbegleiter der Kinder sollten auch mit in die Familien gehen können. Jemand, der das Kind gut kennt, könnte hier ganz viel entlasten."

Doch nicht nur die Betreuung müsse geregelt werden. Auch Alternativen zum Präsenzunterricht und zum digitalen Lernen müssen endlich mitgedacht werden, so Krüger-Peter. „Eine Alternative wäre, die Lerngruppen zu verkleinern. Wir können in die freien Räume gehen, in VHS, Gaststätten und so weiter. Natürlich muss dann geschaut werden, dass es genügend Lehrpersonal gibt", so Krüger-Peter.

Projektarbeit statt "Bulimie-Lernen"

Und auch was das Lehrpersonal angeht, könne es Alternativen geben. „Es könnten zum Beispiel freischaffende Künstler oder Lehramtsstudenten kurz vor dem Abschluss eingesetzt werde, die dann mit den Kindern eine Projektarbeit machen", erklärt Krüger-Peter. „Ich glaube, dass es hier in Schwerte genug Menschen geben würde, die bei sowas mitmachen."

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Und diese Projektarbeiten könnten alles sein. „Man könnte ja auch Angehörige verschiedener Berufe mit ihrer Expertise einbinden. Das heißt ja nicht, dass die Kinder dabei nichts lernen. Das ist besser als dieses Bulimie-Lernen."

Dadurch könne man den Kindern zudem vielleicht auch ein Stück weit den Spaß am Lernen zurückgeben. „Es muss der Druck von den Kindern genommen werden. Man sollte nicht immer nur darauf pochen, dass die Klausuren alle geschrieben werden."

Kinder nicht verlieren

„Die Langzeitfolgen der Isolation der Kinder kann man derzeit noch gar nicht absehen", gibt Krüger-Peter zu bedenken. Deshalb sei es nun wichtig, Alternativen anzudenken. „Wir müssen Schule endlich neu denken. Es wurde im Sommer viel versäumt", ärgert sich die Elternvertreterin. Die wenigsten Kinder wollen weiter Homeschooling machen und viele könnten es auch einfach nicht. „Hier müssen Lösungen her, ansonsten verliert man die Kinder wirklich."

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