Erneut große Hitze in Schwerte - Wie hoch ist die Waldbrandgefahr?

mlzAmtliche Hitzewarnung

Der Deutsche Wetterdienst hat für die nächsten Tage eine Hitzewarnung für Schwerte ausgegeben. Drohen bei den Temperaturen nun Waldbrände? Und wie verhält man sich bei Gewitter im Wald?

Schwerte

, 23.07.2019 / Lesedauer: 3 min

Am Mittwoch wird eine extreme Wärmebelastung in der Ruhrstadt erwartet, warnt der Deutsche Wetterdienst. Vor „extremer Hitze“ spricht die Behörde nur dann, wenn die gefühlte Nachmittagstemperatur an zwei Tagen in Folge 38 Grad überschritten hat. So auch in dieser Woche.

Die heißen Temperaturen sind nicht nur eine Gefahr für den menschlichen Körper, es steigt auch die Waldbrandgefahr. Andreas Weber, Förster in Schwerte, gibt an, dass aktuell eine mittlere Gefährdungsstufe für die örtlichen Wälder vorliegt. „Für heute haben wir eine Gefahrenlage von 3. Maximal gibt es die Stufe 5. Morgen geht das auch schon auf 4, also die vorletzte Stufe.“

Insbesondere bei Hitze kein Glas im Wald liegen lassen

„4“ bedeutet „hohe Gefahr“ im Waldbrand-Gefahrenindex des DWD. Der Index wird stündlich auf der Basis aktueller Werte aktualisiert. Einberechnet werden etwa die Lufttemperatur, die Windgeschwindigkeit, aber auch die Niederschlagsmenge im gewünschten Gebiet kommt zum Tragen.

Andreas Weber sagt, dass bei hoher Brandgefahr besonders auf richtiges Verhalten beim Waldspaziergang geachtet werden muss. Es sei nicht nur das Rauchen zu unterlassen und offenes Feuer zu vermeiden, auch Glasflaschen würden eine Gefahr bergen: „Es sollte kein Glas im Wald weggeworfen werden oder liegengelassen, wegen der Sonneneinstrahlung.“ Die konzentrierten Strahlen könnten den Boden so weit erhitzen, dass es zum Brand kommt.

Böden sehr trocken - Wasservorräte gehen zuneige

Durch die geringe Niederschlagsmenge in diesem Sommer ist der Boden besonders trocken. „Nach dem Hitze-Jahr 2018 fehlt auch in diesem Sommer bislang der nötige Regen. Gerade heimische Fichten leiden unter Dürre-Stress“, sagt Friedhelm Kreft, von der Forst-Gewerkschaft Westfalen Mitte-Süd.

Andreas Weber: „Die Böden können Wasser speichern. Der letzte Sommer hat diesen Speicher schon erschöpft“, den Wald zu gießen, wäre aber keine sinnvolle Option, so Weber, die benötigte Wassermenge aufzubringen sei logistisch nicht zu stemmen. „Dann vertrocknen die Bäume.“

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Fichten sind von der Dürre besonders betroffen

Problematisch sei das besonders bei Fichten, denen die Nadeln fehlen. So würden die Bäume keinen ausreichenden Schatten spenden und die Sonneneinstrahlung treffe direkt auf den Waldboden, der sich in der Folge erhitze. Da sei es weniger ein Problem, „wenn mal die dicke alte Buche oder Eiche umfällt“, sagt Förster Weber.

Bei Fichten gebe es ein weiteres Problem, so Gewerkschafter Friedhelm Kreft. Die Nadelbäume könnten durch die Dürre kaum Harz bilden, das sie gegen Schädlinge, wie Borkenkäfer, schützt. „Die Ausfälle bei der Holzernte könnten damit in einigen Jahren massiv sein.“

Bei Gewitter im Zweifelsfall zuhause bleiben

Für Schwerte sind zumindest für das Wochenende leichte Regenschauer möglich. Kühlen sich die Luftmassen dadurch ein wenig ab, kann es zu Gewittern kommen.

Förster Andreas Weber rät für den plötzlichen Gewittereinbruch im Wald: „Flach hinlegen“, oder im Vorhinein „den Gewitterverlauf beobachten und im Zweifelsfall zuhause bleiben.“ Hier böten Wetter-Apps eine gute Recherchegrundlage.

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