Der Schwerter Marktplatz soll schöner werden. © Reinhard Schmitz
Stadtplanung

Erste Bilder zeigen, wie der Schwerter Marktplatz ab Herbst 2022 aussehen soll

Als im September 2020 die Pläne für einen Ausbau des Marktplatzes vorgestellt wurden, gab es viel Kritik. Die Planer besserten nach. Wir zeigen exklusive Bilder, wie der Markt ab 2022 aussehen soll.

Der Schwerter Marktplatz soll schöner und praktischer werden. Dazu hatte die Stadt einen Architektur-Wettbewerb ausgerichtet. Der Sieger-Entwurf sieht eine große Terrassen- und Treppenanlage und auch den Verlust einiger Stadtbäume vor – und wurde von vielen Seiten deshalb harsch kritisiert. Jetzt liegt ein neues Konzept vor, das die Kritik aufnimmt, aber nicht alle Kritikpunkte ganz beseitigt.

„Im Großen und Ganzen waren es vier Punkte, die kritisiert und nun nachgebessert wurden“, erläutert Stadtplaner Christian Vöcks. Er betont aber auch: Es sei von Anfang an klar gewesen, dass der Entwurf des Planungsbüros Riel Bauermann Partner nicht in Stein gemeißelt sei, sondern der Beginn eines Planungsprozesses.

So könnte der Blick aufs City-Center aussehen. Die Terrassen sollen auch die Topografie des Marktes dort ausgleichen. © Riehl Bauermann + Partner © Riehl Bauermann + Partner

Weniger Treppen, mehr Bäume

Erster Kritikpunkt war die Treppenanlage. Die Terrassen waren auf der einen Seite einer der Gründe, warum sich die Jury für den Entwurf entschieden hatte. Auf der anderen Seite erschienen sie vielen Leuten zu groß. Der neue Entwurf sieht deutlich kleinere Terrassen vor dem City-Center vor. Insgesamt verzichtete man auf eine Stufe ganz. Dafür werden innerhalb der Anlage drei Bäume zusätzlich gepflanzt. Denn auch die Tatsache, dass für den Marktplatz einige Bäume weichen müssen, stieß auf Kritik.

So sieht der aktuelle Entwurf aus. Doch bis zur Ratssitzung Ende Februar soll der noch mal überarbeitet werden. Vor allem die etwas klobigen Baumscheiben will man verfeinern. © Riehl Bauermann + Partner © Riehl Bauermann + Partner

Ganz ohne den Verlust von Bäumen gehe es aber nicht, sagt Vöcks. Denn jene vier Bäume, die mitten auf dem Markt stehen, seien aus planerischer Sicht nicht zu halten. Ein Gutachten, das man in Auftrag gegeben habe, ergab, dass diese Bäume auch nicht kerngesund seien. Anders als die Linden an der südlichen Kante des Marktes. Und auch der Baum links von St. Viktor könne bleiben.

Hier eine Karte der aktuellen Bäume auf dem Markt. Die grünen können stehen bleiben, die rot markierten wohl nicht. © Riehl Bauermann + Partner © Riehl Bauermann + Partner

Vor-Ort-Termin, um den geeigneten Belag zu finden

Welches Material auf dem Markt verlegt wird, sollen die Mitglieder des Planungsausschusses des Stadtrats entscheiden. Denn viele hatten die Muster, die das Planungsbüro vorgeschlagen hatte, für zu modern erachtet. „Wenn die Corona-Situation es zulässt, werden wir bei einem Termin vor Ort Proben auslegen und dann entscheiden. Kritiker fanden, der Entwurf der Planer sei zu großstädtisch und zu wenig heimelig.

Hinter den Linden, am südlichen Ende des Marktes, sollen jetzt doch Spielgeräte aufgestellt werden. In den ursprünglichen Plänen waren die ausschließlich auf dem kleinen Markt vorgesehen. Doch vor allem für Gäste der Außen-Gastronomie sei es schöner, wenn es einen Spielplatz gibt, auf dem man die Kinder im Blick behalten kann. Einfach ist das aber nicht. Denn die Fundamente der Spielgeräte dürfen die Wurzeln der Linden nicht beschädigen.

Darüber hinaus hat das Planungsbüro eine Lösung für 70 Fahrradstellplätze erarbeitet und neue Planungen für die Parkplätze im Straßenbereich vorgelegt. Das Ganze soll bei der Ratssitzung am 24. Februar vorgestellt werden. Die ersten Ansichten gibt es zwar schon. „Bis dahin werden die Pläne aber noch verfeinert“, kündigt Vöcks an.

Land fördert den Ausbau mit 80 Prozent

Wenn tatsächlich alles gut geht und die Fördermittel vom Land auch fließen, will man noch in diesem Jahr, allerdings gegen Ende, mit dem Bau auf dem großen Markt beginnen. Die Bauzeit würde zehn bis zwölf Monate dauern. „Im günstigsten Fall könnte der neue Markt bereits Ende September 2022 eröffnet werden.“ Danach käme der Umbau des kleinen Marktes an die Reihe.

Der Umbau soll 3,5 Millionen Euro kosten. 80 Prozent davon will das Land NRW bezahlen. Ein Förderantrag wurde bereits im Herbst vergangenen Jahres gestellt.

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Redaktion Schwerte
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Heiko Mühlbauer

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