Das erste Schwerter Weihnachtspostamt hat in „Aahanaas Büro" eröffnet. Die fünf Monate alte Namensgeberin wirft mithilfe von Mutter Sahana Ketheeswaran den ersten Brief an den Weihnachtsmann in den extragroßen roten Briefkasten. © Reinhard Schmitz
Advents-Aktion in Schwerte

Erstes Weihnachtspostamt in Schwerte schickt Kindern himmlische Briefe

Die Antwort schreibt die Frau des Weihnachtsmannes eigenhändig. Das bietet das erste Schwerter Weihnachtspostamt an. Kinder können dort zuvor einen Brief für den Himmelsboten einwerfen.

Nach Engelskirchen, nach Himmelpforten, nach Nikolausdorf. In diese Orte schicken Kinder seit Generationen ihre Wunschzettel in der Hoffnung, himmlische Antwort zu erhalten. Einen so weiten Weg quer durch die Republik brauchen ihre Briefe seit diesem Advent aber nicht mehr zu nehmen.

Das erste Schwerter Weihnachtspostamt hat in „Aahanaas Büro“ im Gänsewinkel eröffnet. Vorsorglich Waschkorb-groß gebaut, steht dort der liebevoll gestaltete XXL-Briefkasten mit der Aufschrift „Briefe an den Weihnachtsmann“ bereit.

Ein bisschen Weihnachtsglitzern in trüber Corona-Zeit

Jedes Schreiben werde ganz persönlich beantwortet, versprechen Sritha Murugapathmarajah und seine Frau Sahana Ketheeswaran, die mit ihrem Weihnachtspostamt für ein bisschen Weihnachtsglitzern in dieser tristen Corona-Zeit sorgen wollen.

„Es sieht alles so langweilig aus“, sagt die Schwerterin, die sich nach der Absage des Weihnachtsmarktes ein bisschen von der Magie des Advents zurückwünschte: „Dann fangen wir eben an.“

Vorweihnachtlich dekoriert ist der Eingangsbereich des Back-Eis-Cafés „Amaaraas Ecke
Vorweihnachtlich dekoriert ist der Eingangsbereich des Back-Eis-Cafés „Amaaraas Ecke” an der Grünstraße 73a. © Reinhard Schmitz © Reinhard Schmitz

Gesagt, getan. In ihrem neuen Geschäft „Aahanaas Büro“, das sie für den DHL-Paketdienst samt Briefmarkenverkauf mit einer Wand von ihrem Back-Eis-Café „Amaaraas Ecke“ abgetrennt haben, wurde das himmlische Postamt eingerichtet. Ein rote Girlande an der Eingangstür weist den Weg zu dem Briefkasten, den die Namensgeberin, die fünf Monate alte Aahanaa, schon ausprobiert hat.

Briefe an den Weihnachtsmann kann man bis 15. Dezember einwerfen

Kinder, die es ihr gleichtun, dürfen sich auf eine Antwort vom Weihnachtsmann freuen, wenn die Eltern einen Euro für Briefmarke und Umschlag hinterlassen. Nicht als Kopie wie aus großen Weihnachtspostämtern, sondern als individuelles Schreiben. Dafür sorgt als Helferin des Himmelsboten die „Weihnachtsfrau“ Sahana Ketheeswaran.

Gern malt sie auch noch einen Tannenbaum oder einen „Santa“ dazu: „Ich bin ein bisschen Künstlerin.“ Damit genügend Zeit für das Zurückschreiben bleibt, müssen Kinder ihre Briefe bis zum Dienstag, 15. Dezember, in die Sammelbox in „Aahanaas Büro“ eingeworfen haben.

Als Weihnachtsfrau schreibt Sahana Ketheeswaran jedem Kind einen individuellen Gruß zurück, wenn es einen Brief am Weihnachtspostamt in
Als Weihnachtsfrau schreibt Sahana Ketheeswaran jedem Kind einen individuellen Gruß zurück, wenn es einen Brief am Weihnachtspostamt in “Aahanaas Büro” an der Grünstraße 73a abgegeben hat. © Reinhard Schmitz © Reinhard Schmitz

Nebenan versprüht auch Amaaraas Ecke, von der aus derzeit auch Pizza und Bier bis 1 Uhr in der Nacht ausgeliefert werden, mit einem Schneemann-Riesen und beleuchteten Koniferen festlichen Glanz. Darauf möchte die Betreiber-Familie nicht verzichten, auch wenn alle gläubige Hindus sind.

„Ich bin mein ganzes Leben in katholische Schulen gegangen“, erzählt Sahana Ketheeswaran. Nonnen unterrichteten sie in einem Kloster in England, ihr Abi machte sie an einer Katholischen Mädchenschule in Frankreich: „Deswegen liebe ich Weihnachten.“ Gemeinsam mit ihrem Ehemann, der in Heinsberg bei Aachen aufwuchs, feiert sie vier große Feste: Weihnachten, Silvester, den Geburtstag- und das tamilische „Novemberlicht“ Karthikai Vilakku.

Über den Autor
Redaktion Schwerte
Reinhard Schmitz, in Schwerte geboren, schrieb und fotografierte schon während des Studiums für die Ruhr Nachrichten. Seit 1991 ist er als Redakteur in seiner Heimatstadt im Einsatz und begeistert, dass es dort immer noch Neues zu entdecken gibt.
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