Als die Stimmung stieg, machte Sängerin Lueeza eine lange Tischreihe in der Keule zu ihrem Laufsteg. © Reinhard Schmitz
Esskneipe Keule

Essen und trinken fürs Schwerter Hospiz – und bald auch wieder laufen

Ein Benefizkonzert für das Hospiz veranstaltete die Esskneipe Keule. Am Rande wurde bekannt, dass es in diesem Jahr wieder einen Hospizlauf geben wird - wegen Corona in veränderter Form.

Für das Schnitzel mit Pommes gönnte sie sich nur eine kurze Konzertpause. Die Hälfte der Portion lag noch auf dem Teller, als Lueeza das Messer und die Gabel wieder gegen das Mikrofon tauschte. Die Sängerin wollte ihre Fans in der „Keule“ nicht länger auf die Folter spannen. „Bitte nicht abräumen – ich esse das später“, bat sie mit einem Seitenblick zu Inhaber Jochen Melzer, bevor sie mit Lueeza & Band wieder los legte.

Keule-Inhaber Jochen Melzer spendete dem Hospiz 1500 Euro

Schlager, Rock und Pop, während die Kellner den Gästen leckere Speisen servieren, das gab es wohl nur in der kultigen Esskneipe an der Wilhelmstraße. Und das auch am vergangenen Mittwoch (14.7.) bei freiem Eintritt zum allerersten Mal. Für einen besonderen Zweck hatten Jochen und Rainer Melzer den Abend organisiert: Mit einem Teil des Umsatzes wollten die Brüder das von der Coronakrise stark gebeutelte Schwerter Hospiz unterstützen.

Bei kühlen Getränken und leckerem Essen genossen die Gäste das Konzert von Lueeza & Band in der Keule. Wirt Jochen Melzer (l.) hatte die Idee zu dem Benefizabend zugunsten des Schwerter Hospizes gehabt.
Bei kühlen Getränken und leckerem Essen genossen die Gäste das Konzert von Lueeza & Band in der Keule. Wirt Jochen Melzer (l.) hatte die Idee zu dem Benefizabend zugunsten des Schwerter Hospizes gehabt. © Reinhard Schmitz © Reinhard Schmitz

Mit jedem Biss und jedem Schluck konnten die Besucher also Gutes tun. Und sie brachten Appetit und Durst mit. Um es vorwegzunehmen: Die stolze Summe von 1500 Euro konnte Jochen Melzer tags darauf in der Einrichtung am Alten Dortmunder Weg vorbeibringen – noch ohne die Spenden, die darüber hinaus in eine durchsichtige Box gesteckt worden waren.

Der Funke der Begeisterung sprang auf die Besucher über

„Wir waren alle begeistert“, sagte der Keule-Wirt – und traf die Stimmung auf den Punkt. Auch bei der Band mit Gitarrist Stefan Käßner und Keyboarder Dennis Bongartz, die wegen der Coronazeit so lange ihre Auftrittsmöglichkeiten vermisst hatte und der man die Freude anmerkte, endlich wieder unter Leuten zu sein. Kein Wunder, dass der Funke schnell übersprang auf die Besucher. Einige konnten sich auch mit dem Tanzen nicht mehr zurückhalten, als Lueeza eine lange Tischreihe im Wintergarten zu ihrer Laufbühne machte.

Die Rhythmen von Lueeza & Band brachten einige Gäste in der Keule zum Tanzen.
Die Rhythmen von Lueeza & Band brachten einige Gäste in der Keule zum Tanzen. © Reinhard Schmitz © Reinhard Schmitz

In die übrigen Räume der Gaststätte wurde das Konzert per Videokamera auf Bildschirme übertragen. Es könnte nach dem Erfolg eine Neuauflage geben. „Vielleicht machen wir das im Dezember wieder“, überlegte Jochen Melzer: „Als Weihnachtssingen für das Hospiz.“

Hospizleiterin Marion Otremba informiert über virtuellen Hospizlauf

Begeisterung sprach auch aus den Gesichtern von Hospiz-Geschäftsführerin Marion Otremba und ihrem Team, die an einem Tisch neben der Theke mit Informationsmaterial über ihre Einrichtung vor Ort waren und natürlich auch Fragen beantworteten.

Viele Spenden-Aktionen wie das Garten-Eden-Projekt konnte der Hospiz-Verein wegen Corona auch in diesem Jahr nicht durchführen. Doch die gute Botschaft: Für den 17. Hospizlauf unter dem Motto „Laufen für das Leben“ wurde eine virtuelle Austragungs-Form gefunden, die Massenansammlungen vermeidet.

Hospizleiterin Marion Otremba (M.) und ihre Teamkolleginnen informierten beim Benefizabend in der Keule über ihre Einrichtung am Alten Dortmunder Weg und den virtuellen Hospizlauf.
Hospizleiterin Marion Otremba (M.) und ihre Teamkolleginnen informierten beim Benefizabend in der Keule über ihre Einrichtung am Alten Dortmunder Weg und den virtuellen Hospizlauf. © Reinhard Schmitz © Reinhard Schmitz

In einem Zeitfenster vom 11. bis 26. September können Teilnehmer in selbst gewählter Gruppe und auf individuell bestimmter Strecke unterwegs sein und pro zurückgelegtem Kilometer 1 Euro überweisen. Ab 27. Juli (Dienstag) wird für die Anmeldung eine spezielle Internetseite (www.schwerter-hospizlauf.de) freigeschaltet.

Bei der Registrierung geben die Teilnehmer den Namen ihrer Gruppe, Lauftermin, Strecke und die angepeilten Kilometer an. Nachdem die Spende über eine Zahlungsfunktion auf der Seite eingegangen ist, gibt es eine Anmeldebestätigung.

„Lueeza & Band
„Lueeza & Band” begeisterten bei ihrem Auftritt beim Benefizabend zugunsten des Schwerter Hospizes in der Esskneipe Keule. Am Keyboard war Dennis Bongartz (l.), an der Gitarre Stefan Käßner (r.). © Reinhard Schmitz © Reinhard Schmitz

„Wenn ihr möchtet, kommen wir zum Start, um euch vor dem Hospizlaufbanner zu fotografieren“, hieß es auf einem Infoblatt, das in der Keule verteilt wurde. Anschließend könne man die Laufstrecke auf dem Smartphone tracken und unterwegs Fotos machen, um sie auf der genannten Internetseite hochzuladen: „Damit gesellt ihr euch sichtbar zu allen Läuferinnen und Läufern, die sich mit Spaß und Engagement für das Hospiz Schwerte stark gemacht haben.“

Man kann die Runde laufen, walken, skaten, tanzen oder auch mit Kinderwagen und Hund zurücklegen. Auch bei der Bekleidung sind von Vereinstrikots bis zu Berufsklamotten keine Grenzen gesetzt.

Über den Autor
Redaktion Schwerte
Reinhard Schmitz, in Schwerte geboren, schrieb und fotografierte schon während des Studiums für die Ruhr Nachrichten. Seit 1991 ist er als Redakteur in seiner Heimatstadt im Einsatz und begeistert, dass es dort immer noch Neues zu entdecken gibt.
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Reinhard Schmitz

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