Essensreste ziehen viele Ratten an: „Derzeit ist es wirklich extrem“

mlzRattenplage in Schwerte

In Holzen scheinen Ratten ihr Paradies gefunden zu haben. Immer wieder treffen Anwohner auf die Nagetiere. Der Grund für die häufigen Sichtungen ist aber noch nicht endgültig geklärt.

Holzen

, 20.06.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ratten gibt es einfach, und dass sie immer mal wieder irgendwo zu sehen sind, ist nicht unbedingt neu. Aber seit einigen Wochen sichten Anwohner in Holzen immer häufiger Ratten. Die ungeliebten Nagetiere gehören wirklich nicht zu den Tieren, die man gerne in der Nähe hat. Gründe für die vermehrte Sichtung könnte es mehrere geben.

Jetzt lesen

Genauer geht es um die Roonstraße in Holzen. Auch die umliegenden Straßen wie Rosenweg und Zum großen Feld seien betroffen. Schon „vor vier oder fünf Wochen“ hatte Sabine Kramke Weng aus Holzen wegen der vermehrten Rattensichtungen etwas in den Sozialen Medien gepostet. „Ich habe auch schon Essensreste in den Grünanlagen rumliegen gesehen, die einfach hingeschmissen wurden. Da muss man sich ja auch nicht wundern, dass das Ratten anzieht“, sagt sie.

„Derzeit ist es wirklich extrem“

Auch Diana Uschkurat ist eine unmittelbare Anwohnerin und wohnt „quasi über die Straße“. Sie habe schon von mehreren Nachbarn gehört, dass diese in der letzten Zeit immer wieder Ratten gesehen haben. „Wir haben hier selbst auch immer wieder mit Ratten zu tun, aber derzeit ist es wirklich extrem“, sagt sie zur Situation in der Roonstraße. Auch ihr Nachbar aus der Straße Zum großen Feld habe ihr von Rattensichtungen berichtet.

In Holzen haben Anwohner der Roonstraße, des Rosenwegs und Zum großen Feld in letzter Zeit vermehrt Ratten gesichtet.

In Holzen haben Anwohner der Roonstraße, des Rosenwegs und Zum großen Feld in letzter Zeit vermehrt Ratten gesichtet. © Manuela Schwerte

Diana Uschkurat hat sich mit Uwe Görke-Gott in Verbindung gesetzt. Der Ratskandidat der SPD hat sich des Problems angenommen und auf der Homepage steht nun, dass die SPD-Fraktion gehandelt hat und mit der SEG und der Stadt Kontakt aufgenommen hat.

Auslöser ist angeblich ein Privathaus

Aus einem Gespräch mit Uwe Görke-Gott geht hervor, dass bereits ein Anwohner eine Ratte im Keller erschlagen hat, weil diese durch ein Loch in der Straße in den Keller gelangt sei. Außerdem soll es sich bei dem Auslöser des Rattenproblems angeblich um einen Privathaushalt handelt, sicher sei das allerdings keinesfalls.

Falls dies jedoch so sein sollte, sei der Eigentümer dafür verantwortlich, sich um das Problem zu kümmern. Das bedeute unter anderem eine Umgrabung des Gartens. Außerdem müsste dann, so Görke-Gott, unterirdisch mit Gas gearbeitet werden.

Die Stadt Schwerte weiß allerdings nichts von einem starken Rattenbefall in Holzen. Ingo Rous, Pressesprecher der Stadt Schwerte, sagt auf Anfrage der Redaktion: „Es liegen für den Bereich Roonstraße, Rosenweg und Zum großen Feld keine Beschwerden oder Hinweise vor.“ Bekannt sei ein Befall mit Ratten nur im Bereich Feldstraße und Am langen Rücken.

Ratten werden von Essensresten angezogen

Die Fraktionsvorsitzende Angelika Schröder habe laut Uwe Görke-Gott bereits mit der SEG gesprochen, diese werde in der kommenden Woche die Gullis in den betroffenen Straßen kontrollieren.

Jetzt lesen

Das bestätigte Markus Borchert von der SEG gegenüber der Redaktion. Woher die Vielzahl an Ratten in Holzen derzeit komme, wisse er nicht. „Ratten sind generell ja nicht nur in der Kanalisation zu finden“, betont er. Außerdem führt er an, dass auch Abfall wie Essensreste, Katzenfutter und auch Kompost die Nager anlocken.

Ob in Holzen die Zahl der Ratten tatsächlich gestiegen ist, könne Markus Borchert aber nicht sagen, denn es sei jetzt auch einfach länger hell und auch dadurch sei es möglich, dass die Tiere den Menschen eher auffallen. Markus Borchert vermutet, dass die Tiere jetzt auch öfters zu sehen sein könnten, weil sie sich im Frühjahr vermehrt paaren könnten.

Die SEG ist für die Rattenbekämpfung in Schwertes Kanalisation zuständig. Sie legt bestimmte Schächte regelmäßig, das heißt ein- bis zweimal im Jahr, mit Rattengift aus. Das soll jetzt auch in den betroffenen Schächten in Holzen passieren. „Der komplette Straßenzug wird jetzt mit Rattengift belegt“, sagt Markus Borchert.

Lesen Sie jetzt