Fehde: Streit der Schwerter Markthändler eskaliert

Konkurrenz um Stände

Beschimpfungen, Beschwerden beim Ordnungsamt, Anzeigen und sogar eine handfeste Schlägerei – der Streit um den Wochenmarkt in Schwerte hat erstaunliche Dimensionen angenommen. Vordergründig geht es um einen neuen Konkurrenten bei der Ausrichtung des Marktes. Doch es scheint mehr dahinter zu stecken.

SCHWERTE

, 04.01.2016, 18:34 Uhr / Lesedauer: 2 min
Bernhard Holtmann - hier mit Eva-Maria Plauk - steht derzeit mit einem Fischstand auf dem Werner-Steinem-Platz. Die Holtmann KG seiner Ex-Frau hat den Stammplatz auf dem Markt.

Bernhard Holtmann - hier mit Eva-Maria Plauk - steht derzeit mit einem Fischstand auf dem Werner-Steinem-Platz. Die Holtmann KG seiner Ex-Frau hat den Stammplatz auf dem Markt.

Das grundlegende Problem:

Ein neuer Ausrichter drängt auf den Schwerter Markt: Der nächste Schritt im Streit um den Schwerter Wochenmarkt könnte nun eine Auseinandersetzung vor dem Verwaltungsgericht werden.

Denn die neugegründete Markt-Veranstaltungs GmbH, die sich um die Ausrichtung des Wochenmarkts bemüht, will den zurzeit bestehenden Vertrag der Markthandel Schwerte GmbH mit der Stadt und vor allem seine automatische Verlängerung anfechten. Dieser läuft bis 2019. 

Die persönlichen Verflechtungen:

Einer der beiden Gesellschafter der Markt-Veranstaltungs GmbH ist Bernhard Holtmann, dem im August als Geschäftsführer der Markthandel gekündigt wurde.

Er will mit seiner neuen Lebensgefährtin, der Markt-Café-Betreiberin Eva-Maria Plauk, den Markt übernehmen. Und zwar von der Markthandels GmbH, deren Geschäftsführer der Käsehändler Frank Rest und Holtmanns Ex-Frau sind.

Die Lage auf dem Markt:

Holtmanns Ex-Frau betreibt den Fischstand auf dem Wochenmarkt. Der grenzt genau wie der Käsestand von Frank Rest an das Markt-Café von Plauk, was zu andauernden Streitigkeiten führt. Um dem aus dem Wege zu gehen, beantragte Eva-Maria Plauk den Umzug ihres Markt-Cafés in Richtung Viktorkirche. Der Umzug wurde zwar genehmigt, aber nicht zur Viktorkirche neben den zweiten Fischstand, sondern auf den kleinen Markt.

Das müsse so sein, weil das Schaufenster des Schuhhauses Hanna frei bleiben müsse, erklärt Marktmeister Frank Rest auf Nachfrage. „Das ist vertraglich so festgelegt“, erklärt Rest. Stadtsprecher Carsten Morgenthal bestätigte das.

Den neuen Platz wolle man aber nicht, weil er erheblich unattraktiver sei, erklärte Bernd Holtmann in einem Pressegespräch. Und überhaupt sei diese Standverlegung nur erfolgt, weil man die „beliebte Café-Betreiberin“ los werden wolle. Deshalb werde man auch über die gesetzte Frist vom 16. Januar hinaus bis zu einer Lösung des Problems auf dem alten Platz bleiben.

Die Eskalation:

Kurz vor Weihnachten eskalierte der Streit. Allerdings nicht in Schwerte, sondern auf dem Markt in Plettenberg. Hier betreibt Eva-Maria Plauk einen Fischstand, der direkt neben dem der Holtmann KG, also der Ex-Frau von Bernd Holtmann steht. Dort kam es laut Polizei zu einer handgreiflichen Auseinandersetzung zwischen einer Angestellten der Holtmann KG und Eva-Maria Plauk. Über deren Ursache und Hergang machen die Beteiligten komplett unterschiedliche Angaben.

Aber auch hier war ein Streit um die Standplätze vorausgegangen. Nach Berichten des "Plettenberger Stadtspiegel" hatte die Stadt daraufhin versucht, bereits im August den Plaukschen Fischstand vom Wochenmarkt zu verweisen. War aber vor Gericht gescheitert. Eine außergerichtliche Einigung ist ebenfalls vom Tisch.

Aktuell will Holtmann seine Ex-Frau dort per Platzverbot vom Markt verdrängen. Die Stadt will die von Holtmann und Plauk abgelehnte Umsetzung ihres Fischstandes nach dem Vorfall als „Maßnahme zur Gefahrenabwehr“ durchsetzen.

Ein Ende der Fehde ist nicht in Sicht.

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