Die ersten Schwerter Apotheken, vor allem in der Innenstadt, melden, dass FFP2-Masken vergriffen sind. Im Januar kommen aber neue. © Holger Bergmann
Coronavirus

FFP2-Masken: In den ersten Schwerter City-Apotheken sind die Masken vergriffen

Seit zwei Wochen bekommen Menschen aus Risiko-Gruppen in Apotheken kostenlos sogenannte FFP2-Masken. In Schwerte bekommen Apotheken an bestimmten Standorten nun Probleme mit der Versorgung.

Die Nachricht kam für die Apotheker völlig überraschend. „Wir haben am Mittwoch erfahren, dass wir am Dienstag danach die Masken verteilen müssen“, berichtet Heike Nickolay von der St.-Viktor-Apotheke und Schwerter Apotheker-Sprecherin.

Die Apotheker fühlten sich allein gelassen, denn außer der Ankündigung habe es keine weiteren Informationen gegeben.

„Es gab kein Lager oder sowas, von wo die Masken verteilt wurden“, sagt Heike Nickolay. „Wir mussten die Masken selbst bestellen und selbst bezahlen.“ Das Geld haben die Apotheker mittlerweile bekommen. „Wenigsten das hat funktioniert“, so Nickolay.

Masken wurden ungleich verteilt

Was sich abzeichne, sei, dass der Verteilerschlüssel bei den Masken nicht funktioniert. Die Zahl der Masken, die die Apotheker bestellen konnten, richtete sich laut Nickolay nach der Anzahl der eingereichten Rezepte im Vor-Quartal.

Nun hängt die Zahl der Rezepte von der Lage der Apotheke ab. Liegt eine Apotheke in der Nähe einer oder mehrerer Arzt-Praxen, würden viele Rezepte eingereicht.

Die Apotheken in der Schwerter City leben aber vor allem von der „Laufkundschaft“, also von Kunden, die vor allem rezeptfreie Medikamente nach Bedarf einkaufen.

Schlangen vor den Apotheken

Deshalb bekamen die City-Apotheken vergleichsweise wenig Masken. Die Kunden holten sich die kostenlosen Masken am ersten Tag aber vor allem in der Innenstadt ab. Vor den Apotheken gab es lange Schlangen, sagt Heike Nickolay, „obwohl ich keine Zeit hatte rauszuschauen“.

Ungerecht finden die niedergelassenen Apotheker, dass Versand-Apotheken ebenfalls nach dem Rezept-Verteilerschlüssel Geld bekamen, obwohl kein Kunde bei ihnen Masken abholen konnte, so Heike Nickolay.

In den ersten Schaufenstern der Schwerter Innenstadt-Apotheken sieht man mittlerweile den Hinweis, dass Masken vergriffen sind. In der St.-Viktor-Apotheke an der Brückstraße sind laut Nickolay aber noch Masken zu haben. Und: Die meisten Schwerter Apotheken, vor allem in den Stadtteilen, meldeten bei einer Umfrage dieser Redaktion, dass noch FFP2-Masken vorrätig seien.

Ab Januar gibt es Masken auf Bezugsschein

Anfang Januar kommt der zweite Schwung. Die Masken bekommt man dann nicht mehr einfach so umsonst. Maskenberechtigte erhalten von ihrer Krankenkasse Bezugsscheine, die man in der Apotheke vorzeigen kann. Für 2 Euro bekommt man dann sechs FFP2-Masken. Voraussichtlich Mitte Februar wird es eine dritte Masken-Welle geben.

Heike Nickolay rät, die FFP2-Masken sparsam zu tragen, nur bei Gelegenheit, bei denen es wirklich eng wird, zum Beispiel bei Arztbesuchen. Bei anderen Gelegenheiten könne man einen normalen Mund-Nase-Schutz tragen.

FFP2-Masken sollten insgesamt nur rund zehn Stunden getragen werden. Vom Reinigen und Wiederverwenden der Masken rät Heike Nickolay ab.

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Freier Mitarbeiter
Holger Bergmann ist seit 1994 als freier Mitarbeiter für die Ruhr Nachrichten im Dortmunder Westen unterweg und wird immer wieder aufs neue davon überrascht, wieviele spannende Geschichten direkt in der Nachbarschaft schlummern.
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