Film erzählt von Marga Spiegels Überleben

Unter Bauern

SCHWERTE Als die Stolpersteine für Familie Spiegel in der Eintrachtstraße verlegt wurden, war Marga Spiegel in Schwerte und las aus ihren Erinnerungen. Während ihre aus Ahlen nach Schwerte vertriebene Familie den Holocaust nicht überlebte, gelang es Marga und ihrem Mann unterzutauchen. Bauern im Münsterland hatten sie aufgenommen und versteckt.

von Von Ruhr Nachrichten

, 05.10.2009, 15:51 Uhr / Lesedauer: 1 min
In der deutsch-französischen Co-Produktion »Unter Bauern« ist Veronica Ferres als Marga Spiegel zu sehen.

In der deutsch-französischen Co-Produktion »Unter Bauern« ist Veronica Ferres als Marga Spiegel zu sehen.

Am 27. Juli 1942 holte die Gestapo den Schwerter Viehhändlers Emil Sternberg, seine Frau Rika, seine Tochter Margarete sowie Emma Spiegel, geb. Sternberg (40), Isidor Spiegel (46) und deren Kinder, die 15-jährige Edith und den zwölfjährigen Richard Spiegel, ab. Die Familie wurde in das KZ Theresienstadt deportiert, aus dem keiner von ihnen zurück kehrte.

Die jüdische Familie Spiegel war zuvor aus Ahlen vertrieben worden. Isidor Spiegel war der Schwager von Marga Spiegel, der Bruder ihres Mannes Siegmund. Edith und Richard waren ihre Nichte bzw. ihr Neffe. Auf Initiative von Schwerter Bürgern verlegt der Künstler Gunter Demnig im März 2007 einen „Stolperstein“ vor dem damaligen Wohnort der Familie Sternberg/Spiegel in der Eintrachtstraße.

Marga Spiegel überlebte den Holocaust, weil Bauern im Münsterland ihren Mann versteckten und sie selbst und ihre Tochter unter falschem Namen aufnahmen. Darüber schrieb sie das Buch „Retter in der Nacht“, das sie 2007 in Schwerte vorstellte. Die 97-jährige Marga Spiegel hat selbst den Wunsch geäußert, diesen Film später auch in Schwerte zu zeigen, wo viele Mitglieder ihrer Familie wohnten. 

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