Flüchtlinge: Schwerte braucht dringend Wohnraum

Appell an Vermieter

Es ist ein leidenschaftlicher Appell, den die Stadt, die Politik und der Arbeitskreis Asyl am Freitag an Schwerter Vermieter richten. Für die Unterbringung von Asylbewerbern sind sie dringend auf der Suche nach Wohnungen, denn der Flüchtlingsstrom ist weitaus großer als erwartet.

SCHWERTE

, 18.07.2015, 05:14 Uhr / Lesedauer: 1 min
Auch die wenigen freien Plätze im Schwerter Übergangswohnheim an der Regenbogenstraße werden schnell wieder belegt sein, meint Hans-Bernd Marks vom Arbeitskreis Asyl.

Auch die wenigen freien Plätze im Schwerter Übergangswohnheim an der Regenbogenstraße werden schnell wieder belegt sein, meint Hans-Bernd Marks vom Arbeitskreis Asyl.

Bis zum Juni hat die Stadt für 2015 damit gerechnet, dass 229 Flüchtlinge nach Schwerte kommen. Das zumindest erläuterte Sozialdezernent Hans-Georg Winkler am Freitag während einer gemeinsamen Pressekonferenz. 

Bereits jetzt sind 132 Flüchtlinge in der Ruhrstadt angekommen. "Jeder kann sehen, vor welcher erheblichen Herausforderung wir alle stehen", so Winkler. "Daher bitten wir Schwerter Vermieter dringend, uns Wohnungen in jeder erdenklichen Größe anzubieten." Schon jetzt hat die Stadt 40 Wohnungen angemietet.

Fertigstellung der Wohncontainer wohl erst im Herbst

Hans-Bernd Marks, Sprecher des Arbeitskreises Asyl, lobt die große Hilfsbereitschaft in der Stadt. Aber es müsse weiter vorgesorgt werden.

Die Fertigstellung der beiden Wohncontainerstandorte an der Schützenstraße und an der Kirchstraße in Ergste mit je 24 Plätzen würde sich auch noch bis in den Herbst hinziehen, so Winkler. Das liege vor allem an den langen Lieferzeiten der Container-Hersteller.

Hans-Bernd Marks erklärt, für welche Flüchtlinge Wohnungen gesucht werden. Es seien Menschen, die sich noch mitten im Asylverfahren befinden. "Sie haben aber bereits sechs bis neun Monate in einem der Schwerter Heime gelebt, kennen die Lebensumstände, haben gelernt, den Müll zu trennen", sagt Bernd mit einem Augenzwinkern. 

Ansprechpartner ist die Stadt

Beim Umzug und auch später werden die Flüchtlinge begleitet von Mitarbeitern der Stadt und Freiwilligen des Arbeitskreises Asyl.

Erster Ansprechpartner für den Vermieter sei immer die Stadt, die sei offiziell Mieter der Wohnung, stehe auch für mögliche Schäden gerade. "Der Vermieter hat auch ein Mitspracherecht, wer in die Wohnung einzieht", räumt Winkler mögliche Bedenken aus dem Weg.

 

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