Frittierte Spinne an Knoblauch und antropogen überformte Fläche am Marienkrankenhaus

mlzWochenrückblick

Warum fragen alle nach dem Offensichtlichen, wie schmeckt ein frittierte Spinne und was ist eigentlich antropogen überformt? Die Redaktion beantwortet alle diese Fragen für Sie.

Schwerte

, 10.03.2019, 12:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Jeder Tag ist neu. Jeder Tag bringt eine neue Erkenntnis – auch für die Mitarbeiter in unserer Redaktion. An dieser Stelle präsentieren wir Ihnen unsere persönlichen Erkenntnisse der vergangenen Woche. Subjektiv, so wie die Journalisten es bei ihrer Arbeit nicht tun. Doch Vieles von dem, was wir recherchieren, bewegt uns genauso wie Sie – dienstliches und privates Engagement.

Petra Berkenbusch: Wir hatten es euch doch gesagt

Frittierte Spinne an Knoblauch und antropogen überformte Fläche am Marienkrankenhaus

© picture alliance / dpa

Die älteren unter uns erinnern sich noch: Früher wurden regelmäßig die Sirenen getestet. Dann wurden sie abgeschafft, um jetzt wieder zu neuem Leben erweckt zu werden. Also hieß es am Donnerstag um 10 Uhr zum zweiten Mal seit September: Probealarm. Der war in Zeitungen und im Radio mehr als einmal groß angekündigt worden. Und trotzdem erreichten uns am Donnerstag Anrufe von besorgten Zeitgenossen, die sich von Journalisten Antworten auf die Frage „Was ist passiert?“ erhofften. Wir wüssten viel lieber, was passieren muss, damit unsere gedruckten und im Internet veröffentlichten Informationen besser wahrgenommen werden.

Reinhard Schmitz: Die hohe Kunst der Formulierung
Frittierte Spinne an Knoblauch und antropogen überformte Fläche am Marienkrankenhaus

© Reinhard Schmitz

Anthropogen überformt. Diese Formulierung lasse man sich auf der Zunge zergehen: anthropogen überformt. So hohe Formulierungskunst beherrscht man nur im Rathaus. In einer Vorlage für den Stadtentwicklungsausschuss, die jeder im Internet lesen kann, will man damit sagen, dass der Baugrund für die Erweiterung des Marienkrankenhauses bereits von menschlicher Hand verändert wurde, nicht mehr natürlich ist. Das nächste sprachliche Meisterstück folgt: Die Fläche enthalte keine „Reproduktionsstätten planungsrelevanter Tierarten“. Der Gutachter hat also wohl keinen Roten Milan bei dem erwischt, was Vögel sprichwörtlich so tun.

Carolin Lehnert: Drei Länder in zehn Minuten

Frittierte Spinne an Knoblauch und antropogen überformte Fläche am Marienkrankenhaus

© picture alliance/dpa

Der Blick der Leute – unbeschreiblich. Wenn man erzählt, man war in den letzten zehn Minuten in drei verschiedenen Ländern. Über Karneval waren wir im Urlaub in Zittau. Das ist zwar noch in Deutschland, liegt aber an der Grenze zu Tschechien und Polen. Die vier Tage im Osten Deutschlands waren wir überwiegend wandern und haben das örtliche Gebirge erkundet. Auch die ein oder andere Sehenswürdigkeit haben wir uns angesehen und sind abends zum Essen in die Wirtshöfe im Dorf eingekehrt. Natürlich haben wir es uns auch nicht entgehen lassen einmal nach Tschechien, Polen und wieder zurückzuwandern – und das in zehn Minuten.

Aileen Kirstein: Beim Essen beobachtet

Frittierte Spinne an Knoblauch und antropogen überformte Fläche am Marienkrankenhaus

© Aileen Kierstein

Fleischverzicht ist meine Devise für die Fastenzeit. Ich will es 40 Tage lang durchziehen – und vielleicht auch darüber hinaus. Mein Plan stellte mich schon direkt am ersten Tag auf die Probe: An Aschermittwoch ging ich in „Das Lokal“ für unseren wöchentlichen Restaurantcheck. Wirklich viele Gerichte für Vegetarier gab es nicht. Ich wollte es also mit Fisch probieren und bestellte eine Dorade. Nunja, was ich also gelernt habe: Die Dorade kommt als Komplettpaket auf den Teller. Mit Gräten, Haut und Schuppen. Und mit Kopf. Irgendwie hatte ich das Gefühl, meine Dorade schaute mich vorwurfsvoll an, als sie Stück für Stück weniger wurde.

Heiko Mühlbauer: Ein Hauch vom Dschungelcamp

Frittierte Spinne an Knoblauch und antropogen überformte Fläche am Marienkrankenhaus

© Heiko Mühlbauer

In der Redaktion kam aus irgendeinem Grund das Gespräch auf Hummer. Vor allem, dass die armen Tiere lebendig gekocht werden. Das geht übrigens auch den Muscheln so. Andere Tiere werden hingegen lebend frittiert, wie ich bei einer Reise durch Südostasien erleben durfte. Dort wurden auf dem Marktplatz Spinnen, Skorpione, Maden und Schaben knusprig in Öl ausgebacken angeboten. Und natürlich fühlt man sich als mutiger Tourist verpflichtet, mal so eine Leckerei zu probieren. Bevor sie fragen, es schmeckt eigentlich nur nach den Gewürzen. Dass die Tiere lebend ins Fett geworfen werden, habe ich erst hinterher realisiert.

Jessica Will: Urlaub? Von wegen!

Frittierte Spinne an Knoblauch und antropogen überformte Fläche am Marienkrankenhaus

© picture alliance / dpa-tmn

Falls ich mal jemanden glauben machen möchte, dass ich im Urlaub bin, obwohl ich zuhause rumhänge, weiß ich jetzt, wie ich das inszenieren könnte. Davon habe ich nämlich gelesen: Eine Studentin hat ihrer Familie vorgespielt, dass sie mehrere Wochen Urlaub in Asien macht - dabei war sie in ihrer Wohnung in Amsterdam. Sie postete Foto um Foto im Internet, die sie beim Schnorcheln, mit einem buddistischen Mönch oder am Strand zeigten. Photoshop sei dank. Ihre Idee: Sie wollte mit dem Projekt zeigen, dass Facebook- oder Instagram-Postings keinesfalls die Realität abbilden. Der Versuch klappte! Ich gehe dann mal eine Fototapete kaufen...

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