Geliebte wollte Bankräuber zur Aufgabe überreden

Prozess

SCHWERTE/HAGEN Flammende Liebeserklärungen und tiefe Blicke. Bei der Verhandlung am Freitag um den Mann, der am 15. Januar diesen Jahres eine Volksbankfiliale in Schwerte überfallen hatte, bot sich den Beteiligten ein romantisches Programm.

von Von Jana Peuckert

, 09.10.2009, 18:46 Uhr / Lesedauer: 1 min
Eine 57-jährige Frau beteuerte vor dem Hagener Landgericht überschwenglich ihre Liebe zum Angeklagten.

Eine 57-jährige Frau beteuerte vor dem Hagener Landgericht überschwenglich ihre Liebe zum Angeklagten.

Dann war der geliebte Mann plötzlich weg – und mit ihm ihre Kreditkarte. Der Angeklagte gab zu, zwischen 5000 und 6000 Euro vom Konto der Ahnungslosen abgehoben zu haben, um es für sich zu verbrauchen. Von einer Nachbarin hatte die Frau inzwischen erfahren, dass ihr Liebster bereits einige Zeit im Gefängnis verbracht hatte. Schließlich ein unerwartetes Lebenszeichen vom Bankräuber – ein Anruf. Dem folgte am 31. März diesen Jahres eine lange Nacht der Geständnisse. Aber auch nachdem die 57-Jährige erfahren hatte, was der Angeklagte so auf dem Kerbholz hatte, erklärte sie, nicht eine Minute des Zusammenseins bereut zu haben. Allerdings drängte sie ihn nun, sich der Polizei zu stellen.

Diesen Rat befolgte der 50-Jährige zunächst nicht. Stattdessen wandte er sich an einen Rechtsanwalt. Der riet ihm noch zu warten. Am 24. April war das Spielchen dann zu Ende – die Handschellen klickten. Am 15. Oktober geht der Prozess in die nächste Runde. Es sollen weitere Zeugen gehört werden. 

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