Geschäfte in Schwerte geschlossen – Einzelhändler werden kreativ

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Die meisten Geschäfte in Schwerte sind geschlossen. Um dennoch ihre Ware verkaufen können, bieten manche Händler eine Lieferung an. Es gibt aber auch andere kreative Ideen.

Schwerte

, 21.03.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Fußgängerzone in Schwerte wirkt wie leergefegt. Kaum ein Geschäft hat geöffnet. Zwar sind die meisten Türen geschlossen, an manchen klebt aber ein Hinweis darauf, wie die Kunden dennoch an ihre Waren kommen.

Einige Geschäfte mit Onlineshops

Die großen Ketten wie Risse oder Intersport bieten bereits seit langem ihre Waren auch im Internet zum Kauf an. Aber auch lokale Geschäfte wie die Ruhrtalbuchhandlung bieten eine Online-Bestellung an. Das zahlt sich nun aus, denn der Buchhandel ist ebenfalls von der Schließung betroffen.

Bestellungen werden natürlich auch telefonisch angenommen. „Seit Mittwoch Morgen steht das Telefon nicht mehr still“, räumt Inhaberin Eva Stapper ein. Geliefert werde dann „entweder über einen Boten, mein Mann fährt mit dem Auto oder wir gehen zu Fuß zum Kunden“.

Die Zustellung verlaufe dann „kontaktlos“, indem die Ware in den Briefkasten geschmissen oder vor die Haustür gelegt werde. Bezahlt wird online oder auf Rechnung. Die Buchhandlung stellt bei Bedarf auch Waren vom Geschenkladen Kettler zu.

Händler unterstützen sich

„Man hilft sich hier“, sagt Eva Stapper. Es mache keinen Unterschied, ob zu den Büchern noch eine Vase dazu käme, wenn der Weg ohnehin der selbe ist. Stapper verweist auch auf Sonja Pusceddu vom Geschäft „Vielerlei“. Dort wird ebenfalls ein Lieferservice angeboten. Sie bietet den Händlern ohne Lieferservice und so vor allem den Kunden ihre Hilfe an.

„Als zusätzliche Unterstützung und um unnötige Wege zu sparen, liefern wir gerne von euch bestellte Produkte anderer Kollegen gleich mit“, heißt es auf der Facebook-Seite des Ladens. Der Einkauf beim Fleischer oder dem Wochenmarkt würde so auch direkt nach Hause gebracht.

Blumengeschäft mit einem „Selbstbedienungstisch“

Dass es noch andere Wege gibt, die Waren an den Kunden zu bekommen, zeigte ein Blumengeschäft. Das stellte einen „Selbstbedienungstisch“ vor sein Ladenlokal. Darauf standen Blumen zum Verkauf, daneben eine selbstgebastelte Kasse aus Pappe, in die Kunden das Geld einwerfen konnten. „Wir haben es gemacht, weil wir noch was Schönes hatten“, heißt es von der Floristin. Einen halben Tag später war der Tisch verschwunden. Das Ordnungsamt hat den Verkauf vom Tisch verboten.

Bei Blumen Christina geht der Betrieb auch ohne Ladenöffnung weiter. „Wir sind in den Werkstattmodus umgestiegen. Wir bedienen weiterhin die Bestatter“, heißt es von Christiane Gasser. Privatkunden werden aber auch weiterhin beliefert. „Unsere Kunden können telefonisch oder per Mail bestellen – wenn Ware da ist“, merkt Gasser an. Derzeit gebe es Engpässe auf den Märkten. Die bestellten Blumen würden dann ebenfalls ohne Kundenkontakt bis zur Haustür geliefert.

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Handwerker und Dienstleister dürfen öffnen, tun es oft aber nicht

Handwerksbetriebe wie Uhren Höhm dürften zwar weiter öffnen, Uhrmachermeister Klaus Höhm hat seine Mitarbeiter aber vorsorglich freigestellt und das Geschäft bleibt für Kunden zu. Bestellungen per Telefon würde er aber laut eigenen Aussagen annehmen und ausliefern.

Murat Kaba hat sein Geschäft für Computertechnik ebenfalls geschlossen. „Ich mache alles von zu Hause aus“. Produkte verkauft er nicht mehr in seinem Laden – außer sie sind Teil einer Dienstleistung.

Die habe er in den vergangenen Tagen häufiger erbracht, denn immer mehr Menschen richten ihr Büro zu Hause ein. „Ich habe schon viel für ein Home-Office ausgeliefert“. Hinzu kommt: „Ich hab auch Stammkunden. Wenn ein Ausfall ist, muss ich auch da helfen können“.

So unterschiedlich die Regelungen für die verschiedenen Geschäfte aktuell auch sind, hatten viele Händler eins gemeinsam: Die meisten von ihnen gaben an, dass sie sich unsicher ist, welcher Vertriebsweg nun erlaubt ist – und welcher nicht.

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