Geschäfte wieder offen: Wie zufrieden sind die Händler in Schwerte?

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Der Einzelhandel in Schwerte ist seit Ende April wieder geöffnet. Mittlerweile kommt neues Leben in die Fußgängerzone. Die Händler berichten von kuriosen Käufen und geduldigen Kunden.

Schwerte

, 17.05.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Seit dem 20. April dürfen die Geschäfte des Einzelhandels wieder öffnen. Der Handelsverband NRW warnt davor, dass viele Händler aktuell weniger als die Hälfte ihres üblichen Umsatzes machen. Die Stimmung unter den Händlern in Schwerte ist dagegen gut.

Deutlich weniger Umsatz als vor Corona

Christiane Dornbracht vom Haushaltswarengeschäft Kotte am Markt hat bereits seit etwa vier Wochen wieder geöffnet – allerdings mit anderen Öffnungszeiten als üblich. „Wir sind aktuell im Personal begrenzt und haben deswegen geänderte Öffnungszeiten.“

Auch aus diesem Grund verkaufe sie aktuell „deutlich weniger“ als vor der Corona-Schließung, scheint aber dennoch positiv gestimmt: „Wir sind trotzdem zufrieden. Die Stammkunden sind da und freuen sich, dass wir für sie da sind.“

Auch die Zugangsbeschränkung scheint ihre Kunden nicht abzuschrecken: „Wir haben sehr verständnisvolle Kunden. Die warten sehr geduldig und haben gute Laune.“

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Dornbracht vermutet, dass sich die Kunden an die veränderte Situation angepasst haben und deshalb vermehrt vormittags unterwegs sind.

Die Wiedereröffnung der Cafés und Restaurants mache sich bei Kotte am Markt noch nicht bemerkbar. „Sonst profitieren wir von der Gastronomie, bisher ist das aber nicht der Fall“, so Dornbracht.

Dafür fällt der Inhaberin etwas anderes auf, was damit sogar zusammenhängen könnte: „Wir merken, dass wieder mehr gekocht und gebacken wird.“ Die dafür nötigen Produkte verkaufen sich aktuell in ihrem Geschäft besonders gut.

Ab Juni erhofft sich Christiane Dornbracht wieder einen Normalbetrieb für ihr Geschäft mit den üblichen Öffnungszeiten und dem gesamten Personal.

Lust auf Neues und bunte Farben

Beim Schuhhaus Hanna ist man unter den aktuellen Umständen ebenfalls zufrieden mit dem Geschäft. Kim-Laura Przybyla verrät: „Bei uns ist die Stimmung gut.“ Die Kundenfrequenz sei aktuell geringer, aber dennoch vergleichbar zu der Zeit vor Corona.

Im Schuhhaus Hanna wird nur mit Mundschutz und Handschuhen beraten. Kim-Laura Przybyla (r.) ist mit dem Geschäft aber zufrieden.

Im Schuhhaus Hanna wird nur mit Mundschutz und Handschuhen beraten. Kim-Laura Przybyla (r.) ist mit dem Geschäft aber zufrieden. © Reinhard Schmitz

An zwei Tagen in der Woche kämen besonders viele Kunden in das Geschäft: „Man kann von hier aus beobachten, dass der Wochenmarkt gut besucht ist. Dann ist auch hier mehr los.“

Es zeigt sich laut Przybyla, dass die Menschen wieder mit Freude einkaufen gehen.„Die Leute haben Lust auf Neues, auf bunte Farben und etwas für den Sommer.“

Sie glaubt dennoch, dass es in Schwerte aktuell ruhiger und bedachter zugeht als in den großen Städten.

Lektüre für einen Urlaub in Deutschland

Eva Stapper von der Ruhrtal-Buchhandlung hat eine Erklärung dafür: „Man kennt sich hier. Wenn man in das Geschäft kommt, ist es so, als würde man zu Freunden kommen.“ Daher sei das Verständnis der Kunden für die aktuelle Situation auch größer. Auch an die Gesichtsmasken hätte die Kunden sich gewöhnt.

Der Umsatz in der Buchhandlung sei sogar vergleichbar mit den Einnahmen in einem gewöhnlichen Mai.

Ungewöhnlich fand Stapper jedoch den Verkaufsschlager der vergangenen Woche: „Wir haben auffällig viele Campingführer und Bücher über Wohnmobil-Reisen verkauft.“ Stapper vermutet, dass sich die Menschen wegen der Corona-Beschränkungen vermehrt auf einen Urlaub in Deutschland vorbereiten.

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Die Digitalisierung voranbringen

Im Geschäft von Peter Rienhöfer liegt die Kundenzahl aktuell bei 70 Prozent des üblichen Aufkommens. „Die Kundenfrequenz zieht aber wieder an“, bemerkt der Augenoptiker. Zudem fällt ihm auf: „Die Kunden kommen gezielter zu uns, es gibt weniger Bummler.“

Um künftig als Einzelhändler in Schwerte besser aufgestellt zu sein, möchte die Werbegemeinschaft eines voranbringen: „Man muss sich langfristig digitaler aufstellen“, ist Rienhöfer überzeugt.

Auch müsse der Einzelhandel künftig noch mehr mit der Gastronomie verbunden sein. Das erhöhe die Aufenthältsqualität in der Stadt „und der Kunde ist besser gelaunt“, glaubt Peter Rienhöfer.

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