Geständnis: Schwerter hat Autohändler überfallen

Mit Pfefferspray angegriffen

Ein hinterhältiger Überfall auf einen Autohändler in Dortmund beschäftigt seit Mittwoch das Landgericht. Mit drei Komplizen soll der 30-jährige Angeklagte aus Schwerte im November 2009 einen Geschäftsmann in die Falle gelockt und dann mit Pfefferspray angegriffen haben. Gleich zu Prozessbeginn legte er ein Geständnis ab.

DORTMUND/SCHWERTE

, 06.04.2016, 14:19 Uhr / Lesedauer: 1 min

Offen und ehrlich gab der 30-Jährige zu, nicht nur der Fahrer der eigentlichen Räuber gewesen zu sein. Auch die Idee zu dem Überfall sei von ihm gewesen. Das ließ er über seinen Verteidiger Dieter Kaufmann mitteilen.

An abgelegenen Ort gelotst

Der Autohändler witterte in jener Nacht offensichtlich ein gutes Geschäft und missachtete deshalb alle Alarmglocken. Per Telefon wurde er gegen 1 Uhr nach Dortmund-Wellinghofen gelockt. Dort setzte sich einer der jungen Täter zu dem Unternehmer ins Auto und beschrieb ihm die Strecke. Bei der Polizei sagte das spätere Opfer damals: „Ich wurde in eine kleine Straße gelotst, doch da waren keine Wohnhäuser, nur so eine Art Schrottplatz.“

Dennoch war der Mann da geblieben, in der Hoffnung, doch noch den in Aussicht gestellten VW Passat für 3700 Euro kaufen zu können. Ein Schnäppchen, wie er dachte. „Im Verkauf kriege ich da locker 5000 Euro für.“

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Doch es war eine Falle: An der entlegenen Ecke wartete ein weiterer Täter und griff den Mann in seinem Wagen mit Pfefferspray an. Allerdings ging der Überfall schief, das Opfer trat aufs Gas und konnte flüchten. Die 3700 Euro konnten ihm die Räuber daher nicht abnehmen. Mehr noch: Einer der Täter wurde von dem fliehenden Opfer angefahren und schwer verletzt, verlor seine Papiere am Tatort - was die Ermittler später auf die richtige Spur brachte.

Opfer lebt mittlerweile nicht mehr in Deutschland

Selbst vernehmen können die Richter den Autohändler nicht mehr. Er ist inzwischen in seine libanesische Heimat ausgereist. Während die drei Mittäter bereits in Hagen zu Haftstrafen von bis zu fünfeinhalb Jahren verurteilt worden sind, kann der nicht vorbestrafte Schwerter nach Auskunft der Richter noch einmal auf Bewährung hoffen. Das Urteil folgt.

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