Giftiges Asbest im Schwerter Rathaus: Ratssaal und Bürgermeisterraum betroffen

mlzRenovierung im Rathaus

Der Ratssaal muss wohl noch länger gesperrt bleiben. Handwerker haben bei der Renovierung gefährliches Asbest gefunden. Auch in einem Raum des Bürgermeisters ist der Baustoff aufgetaucht.

Schwerte

, 13.02.2020, 17:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Noch immer ist der große Ratssaal eine Dauerbaustelle. Deswegen tagt der Rat seit mittlerweile zwei Jahren – eigentlich nur vorübergehend – in der Aula des Friedrich-Bährens-Gymnasiums. Voraussichtlich wird sich daran erstmal nichts ändern. Genau da verkündete Stadtplaner Christian Vöcks in der Ratssitzung am vergangenen Mittwoch, man habe im Zuge der Umbauarbeiten Asbest im alten Saal gefunden.

Hinter den Holzvertäfelungen, wo die Heizungen montiert sind, habe man Asbestpappe gefunden. Ähnliche Pappen habe man auch im Besprechungszimmer des Bürgermeisters gefunden.

Jetzt müsse man den gefährlichen Baustoff dringend entfernen, „das Holz dekontaminieren“, sagte Vöcks am Donnerstag im Gespräch mit unserer Redaktion.

Spezialfirma muss noch beauftragt werden

Dafür muss die Stadt nun eine Spezialfirma beauftragen. Die soll den Asbest aber nicht vor Ort beseitigen, sondern die Platten ausbauen und in einer speziellen Anlage reinigen.

Das Problem bei Asbest: Erst, wenn das Material bei Abbrucharbeiten zerbrochen oder angeraut wird, ist es gefährlich. Die Fasern setzen sich in die Lunge, können vom Körper nicht abgebaut werden und verursachen schwere Krankheiten wie Asbestose, Lungenkrebs oder bösartige Bindegewebstumore.

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Deswegen wolle man die Arbeiten auch auf keinen Fall im Ratssaal und im Besprechungszimmer selbst durchführen lassen: „Das wird bei der Spezialfima passieren, quasi dort auf dem Hof.“

„Ohne zeitliche Verschiebungen geht sowas natürlich nie“

Die ganze Situation sei also nicht so dramatisch, wie sie zunächst wirke, verspricht der Stadtplaner.

Die Dekontaminierung außer Haus habe außerdem den Vorteil, dass der Zeitplan bei der Renovierung nicht komplett aus den Fugen gerate. Man könne die gängigen Arbeiten parallel durchführen. Auch, wenn es ganz ohne zeitliche Verschiebungen natürlich nie ginge.

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Bürgermeister Dimitrios Axourgos unterstrich in der Sitzung am Mittwoch, man wolle die Renovierung des Ratsaals jetzt schnellstmöglich abschließen: „Ich habe die Hoffnung, dass dieser Rat vor der Kommunalwahl im Herbst noch einmal in den Ratssaal kann.“

Und auch Vöcks ist zuversichtlich, wenn auch mit einer kleinen Einschränkung: „Der neue Rat kann dann auf jeden Fall in dem neuen alten Saal tagen. Natürlich weiß man nie, was noch kommt, ob wir noch mehr Material finden. Aber erstmal sieht es gut aus.“

Asbest in der Nähe von Schwerter Kita alarmierte Eltern

Jahrzehntelang galt Asbest als „Wunderfaser“. Der Baustoff ist unbrennbar und isolierend. Dann zeigte sich: Asbest ist krebserregend. 1993 wurde es in Deutschland verboten.

Doch bis dahin war der Stoff schon millionenfach verbaut worden, meist in Fußböden, in Fassaden und Wandverkleidungen und auf Dächern.

Zuletzt sorgte ein Asbest-Fund in der Nähe einer Kindertagesstätte in Ergste für Aufsehen. Eine Spezialfirma beseitigte den Baustoff vor Ort – und ganz in der Nähe der spielenden Kinder. Damals hatte die Stadt angekündigt, man würde vorerst mit keiner weiteren Sanierung rechnen.

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