Grapschen, klauen, um sich schlagen: 20-jähriger Schwerter verurteilt

mlzAmtsgericht

Hat ein 20-Jähriger aus Schwerte zwei Mädchen sexuell belästigt und eine Tankstelle in Holzen überfallen? Nach langer U-Haft hat der Prozess begonnen. Gefordert waren über zwei Jahre Haft.

Holzen

, 12.06.2020, 11:28 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der 20-jährige war schon vor seinen Vergehen am 11. Dezember in Schwerte polizeibekannt. Rund sechs Monate saß er in Untersuchungshaft, bis er am vorvergangenen Donnerstag einer Haftrichterin am Amtsgericht in Hagen vorgeführt wurde.

Zwei Sexualdelikte, ein räuberischer Diebstahl, eine Körperverletzung: All das soll sich der 20-jährige Schwerter innerhalb von zwei Stunden an besagtem Abend in Holzen geleistet haben. Die Polizei hatte ihn kurz darauf festgenommen.

Am 4. Juni stand er erstmals vor dem Jugendschöffengericht in Hagen. Die Forderung: „Zwei Jahre und zehn Monate Jugendhaft mit anschließender Unterbringung zur Suchttherapie“, so Andreas Dittert, stellvertretender Direktor am Amtsgericht. Verhandelt wurden außerdem weitere seiner Taten, meist Diebstähle aus den Sommermonaten im Jahr 2019.

Zwei junge Frauen begrapscht, Tankstellenbetreiber verletzt

Seine erste Tat beging er damals am frühen Abend in einem Getränkemarkt am Rosenweg. Dort begrapschte er eine 19-jährige Angestellte – als sie um Hilfe schrie, flüchtete er.

Ein zweites Mal probierte er es auf der Bahnhofstraße, griff er eine 16-Jährige an und belästigte sie sexuell. In der Tankstelle am Holzener Weg wollte er anschließend noch Getränke stehlen.

Der Tankstellen-Betreiber beobachtete den Diebstahl, wollte ihn daran hindern, das Gelände zu verlassen. Der 20-Jährige schleuderte daraufhin ein Regal in seine Richtung. Kurz darauf schlug er noch eine 17-Jährige Passantin am Holzener Weg.

Bei der Festnahme an der Kreuzung mit der Fleitmannstraße - nur wenige Minuten später - hatte die Polzei „erhebliche Mengen Alkohol im Blut festgestellt“, erklärte Polizeisprecher Christian Stein damals auf Anfrage.

Zwei Jahre und zehn Monate Jugendhaft

Ein weiterer Verhandlungstag war für den 10. Juni angesetzt. Das Jugendschöffengericht befand den Angeklagte in einigen Punkten für vermindert schuldfähig, maßgeblich aufgrund des Alkoholkonsums. „Der junge Mann muss, wie beantragt, für zwei Jahre und zehn Monate in Jugendhaft. Zusätzlich wird die Unterbringung in einer Entziehungsanstalt angeordnet.“ Er habe sich in Teilen geständig gezeigt, konnte sich aber an einige seiner Taten nicht erinnern.

Der 20-Jährige war der Polizei schon bekannt und hatte sich bereits zuvor mehrere Vergehen geleistet.

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