Diese Grundschule in Holzen will der Förderverein mit Luftreinigungsgeräten gegen die Coronaviren ausstatten. © Jörg Bauerfeld
Schule in Coronazeiten

Grundschul-Förderverein will Luftreiniger selbst finanzieren – doch die Stadt lehnt ab

Es geht um Tausende Euro, die der Förderverein einer Grundschule in Corona-Zeiten selbst in die Hand nehmen will, um Luftreiniger anzuschaffen. Die Stadt lehnt ab, das Unverständnis ist groß.

Wie heißt es im Volksmund? „Einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul.“ Die Stadt Dortmund sieht das in diesem Fall anders. Es geht um Luftreinigungsgeräte. Die sollen helfen, in diesen Zeiten mögliche Corona- und andere Viren aus der Luft zu holen – für ein gesünderes Raumklima und das Wohle der Kinder. So zumindest stellte sich das der Förderverein der Eintracht-Grundschule in Holzen vor.

Es geht nicht um einen Klassenraum, sondern um alle 12 der Holzener Grundschule . Bei 800 Euro pro Stück kommt man hier immerhin auf gut 10.000 Euro. Und die wollte der Förderverein eben selbst in die Hand nehmen.

Anschaffungskosten von mehreren tausend Euro

Mehr noch: Der Verein will nicht nur die Anschaffungskosten von mehreren tausend Euro begleichen, sondern auch die Wartungskosten übernehmen; die Wartung selbst, so der Gedanke, sollen Fachfirmen durchführen. Doch bei der Stadt Dortmund als Träger der Schule lehnte man dieses Geschenk kategorisch ab.

Dabei bezieht man sich auf eine Stellungnahme des Umweltbundesamtes (UBA), das die Geräte, die im Handel zu erwerben sind, für nicht tauglich hält. Das begründet man damit, „dass zum einen eine zuverlässige Filterung der Partikel, die eine Virenlast tragen, durch keines der auf dem Markt befindlichen Geräte gewährleistet ist“, so ist einem Schreiben der Dortmunder Schuldezernentin zu lesen.

Zudem würden, nach einer Prüfung durch die Stadt, nur sehr wenige Räume infrage kommen, in denen solche Geräte Nutzen bringen würden. Die beste Methode sei immer noch das Stoßlüften. So sei dies um das 10- bis 80-fache wirksamer als der Einsatz eben solcher Luftreinigungsgeräte.

Ein weiterer Grund: Von Eltern oder von Fördervereinen aufgestellte Geräte könnten mit Blick auf das Haftungsrisiko des Schulträgers für diese Geräte – aufgrund des damit möglicherweise verbundenen Gesundheitsrisikos – nicht zugelassen werden.

Fenster auf auch bei Minusgraden

Also heißt es nun an der Eintracht-Grundschule in diesem Winter: Fenster auf – auch bei Minusgraden. Für den Förderverein ein Unding. Schon die Sache mit der Gewährleistung seien doch nur Ausflüchte.

„Wir würden doch die kompletten Geräte auch von Fachleuten überprüfen und warten lassen“, sagt ein Sprecher des Fördervereins. Die Prüfung würde von einem Elektriker vorgenommen, den die Stadt vorgebe, so der Sprecher.

Kinder sitzen im Unterricht in Decken gehüllt

Da könne man doch sicher einen Konsens finden, gehe es doch auch um die Temperaturen. Man bekomme so ein Klassenzimmer doch gar nicht mehr warm, heißt es. Und die Kinder würden mit Decken im Unterricht sitzen.

Zudem könnte doch eine „mögliche“ Gefährdung durch die aufgestellten Luftreiniger nicht größer sein, als die Gefahr durch das Coronavirus. „Was ist das denn für eine Argumentationsführung der Stadt?“

Politik will sich Begründung noch einmal ansehen

Und was sagt die kommunale Politik dazu? Die hat das Schreiben von Schuldezernentin Schneckenburger ebenfalls erhalten und will sich damit näher auseinandersetzen. „Wir werden uns einmal ganz genau die Begründung der Stadt anschauen, warum sie den Vorschlag des Fördervereins in Holzen ablehnt“, so Bezirksbürgermeister Michael Depenbrock.

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Jörg Bauerfeld, Redakteur, berichtet hauptsächlich in Wort, Bild und Ton aus dem Dortmunder Süden.
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