Häftling verklagt Zahnarzt auf Schmerzensgeld

Behandlungsfehler

SCHWERTE Führte ein Behandlungsfehler dazu, dass der 26-Jähriger tagelang unter Zahnschmerzen litt? Eine bohrende Frage, die das Amtsgericht Schwerte nicht klären konnte. Auf Schmerzensgeld hatte ein früherer Insasse der Justizvollzugsanstalt Ergste eine Schwerter Zahnarztpraxis verklagt.

von Von Reinhard Schmitz

, 24.10.2009, 07:12 Uhr / Lesedauer: 1 min
Gegen den mutmaßlichen Mörder der achtjährigen Kardelen aus Paderborn wurde jetzt Anklage erhoben.

Gegen den mutmaßlichen Mörder der achtjährigen Kardelen aus Paderborn wurde jetzt Anklage erhoben.

Auf dieses schlagartige Ende des Leidens wies auch Rechtsanwalt Thomas Wendt hin, der dem 26-Jährigen bei seiner Klage beistand. Ein Zeichen für einen Behandlungsfehler? Nach Auffassung des Vertreters der Zahnarztpraxis, Dr. Ernst-R. Rohde (Frankfurt), keineswegs. „Ein Zahnarzt ist keine Reparaturwerkstatt“, betonte der Fachanwalt für Medizinrecht. Die Logik „Schmerz nicht weg – Arzt hat Fehler gemacht“ gebe es in der Medizin nicht.

Auf die 1000 Euro, die Richter Möllers für eine gütliche Einigung ins Gespräch gebracht hatte, wollte Dr. Rohde nicht eingehen. 250 Euro waren sein letztes Wort. „Das ist ein bisschen zu wenig“, wies Wendt darauf hin, dass diese Summe schon vor Jahren für eine abgerissene Krone gezahlt worden sei. Da man sich nicht einigen konnte, muss das Verfahren wohl mit Zeugen und Gutachten fortgesetzt werden. Die Schwerter Praxis, über deren „Inkompetenz“ auch Mitgefangene geklagt hätten, wird der 26-Jährige derweil nicht mehr sehen, wenn er Zahnschmerzen hat. Er sitzt inzwischen in Werl ein.

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