Fast ein bisschen unheimlich sieht das Ganze aus: die Holzkreuze an der Hagener Straße. © Jörg Bauerfeld
Baumfällungen

Hagener Straße: Ein halbes Dutzend Holzkreuze erinnert an gefällte Bäume

Der Anblick ist schon ein wenig verstörend. Kurz vor dem Kreisverkehr, an dem der Wandhofer Bruch von der Hagener Straße abzweigt, stehen zahlreiche Holzkreuze.

Nicht wenige Autofahrer, die auf der Hagener Straße aus Westhofen in Richtung Schwerte fahren, werden im Bereich des akf Autohauses in Wandhofen merklich langsamer. Am Straßenrand der rechten Fahrbahnseite stehen einfache Holzkreuze. Aus Dachlatten zusammengenagelt. Mindestens sechs Stück sind es – oder was davon noch übrig geblieben ist.

Manch einer wird an einen schlimmen Unfall denken, bei dem Menschen ihr Leben lassen mussten. Erst, wenn man anhält und sich ein wenig Zeit nimmt, kann man den Grund für die Kreuze erahnen. Die stehen inmitten von Baumstümpfen. Baumstümpfe, die sich über eine Fläche von gut 200 Metern entlang der Hagener Straße ziehen.

Mit den Bäumen soll auch Wohnraum für die Vögel verschwunden sein. © Jörg Bauerfeld © Jörg Bauerfeld

Rund drei Meter breit wird der Streifen sein, der einmal von recht stattlichen Bäumen bewachsen war. Jetzt steht von ihnen nicht einer mehr. Ein hässliche graue Garagenwand ist nach den Fällungen zum Vorschein gekommen. Davor haben Bürger, die vermutlich auch die Kreuze aufgestellt haben, ein großes Plakat aufgestellt.

Ein großes Holzbrett, auf dem zwei schwarze Vögel, ebenfalls aus Holz, mit einem Nest abgebildet sind. „Wohnraum gesucht“, steht darunter. Kreuze und Vögel sind vermutlich die Reaktion wütender und enttäuschter Bürger auf die Fällmaßnahmen, die sich Ende November 2020 an der Hagener Straße zugetragen haben.

Bäume wurden zu Unrecht gefällt

Eine Fachfirma hatte die Bäume im Auftrag von Straßen NRW umgesägt. Im Nachhinein stellte sich aber heraus, dass die großen Schattenspender auf städtischem Grund standen. Also gar nicht gefällt werden durften. Ein Fehler, den der Straßenbetrieb am Ende zugeben musste und sich dafür entschuldigte.

Aus Sicht der Stadt Schwerte ist die Sache klar. Straßen NRW muss auf den 200 Metern entlang der Hagener Straße wieder aufforsten. Und dann, irgendwann, werden auch wieder große Bäume dort stehen. In Fahrtrichtung Schwerte am rechten Fahrbahnrand.

Dort, wo jetzt noch Holzkreuze an eben die Bäume erinnern, die einfach gefällt wurden. Und mit deren Verschwinden auch ein Stück Lebensraum für Vögel und andere Tiere verschwand.

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Jörg Bauerfeld, Redakteur, berichtet hauptsächlich in Wort, Bild und Ton aus dem Dortmunder Süden.
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Jörg Bauerfeld

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