Halle am Stadtpark bleibt Flüchtlingsunterkunft

Langfristige Unterbringung

Die Halle am Stadtpark bleibt eine Flüchtlingsunterkunft. Auch wenn Ende Februar die Verträge mit dem Land auslaufen, will die Stadt die Halle weiter als Asylbewerberunterkunft nutzen - um dort langfristig Menschen unterzubringen.

SCHWERTE

, 22.01.2016, 15:56 Uhr / Lesedauer: 2 min
Auch wenn nicht mehr als Notunterkunft des Landes: Die Turnhalle am Stadtpark bleibt eine Unterkunft für Flüchtlinge.

Auch wenn nicht mehr als Notunterkunft des Landes: Die Turnhalle am Stadtpark bleibt eine Unterkunft für Flüchtlinge.

Das Land NRW hatte Anfang des Jahres angekündigt, seine Notunterkünfte zu schließen und die frisch angekommenen Flüchtlinge an zentralen Orten unterzubringen. Deshalb soll die Sporthalle am Stadtpark bis Ende Februar vom Land geräumt werden. Der Vertrag mit den Johannitern, die dort das provisorische Flüchtlingsheim betreiben, sei gekündigt.

Die Stadt will nun nach einer kurzen Umbauphase die Halle dann für jene Flüchtlinge nutzen, die länger in Schwerte bleiben. Das erklärte Bürgermeister Heinrich Böckelühr am Freitag bei einer Pressekonferenz. Denn vorerst sei der Einsatz von Turnhallen unvermeidbar, glaubt er. Deshalb würden auch alle bereits belegten oder von der Stadt gesperrten Hallen weiterhin Teil des Unterkunftskonzepts bleiben. Andere Turn- und Sporthallen seien aber vorerst aus dem Fokus, so Sozialdezernent Hans-Georg Winkler.

Plan: Mehr privater Wohnraum als Turnhallen

Hoffnung für die von der derzeitigen Situation betroffenen Sportvereine auf eine Rückkehr in die Hallen besteht nur mittelfristig. Denn auch Böckelühr ist überzeugt: „Sporthallen sind die schlechteste Möglichkeit zur Unterbringung.“

Deshalb listete Fachdienstleiter Thomas Holtmann auch auf, wie viel Wohnraum man mittlerweile angemietet habe. In insgesamt 30 Wohnungen würden mittlerweile 71 Asylbegehrende wohnen, davon 15 Einzelpersonen, der Rest Familien. Weitere 152 Flüchtlinge habe oder werde man kurzfristig in von der Stadt angekauften Objekten unterbringen können.

In 2016 kamen erst 24 neue Flüchtlinge

Insgesamt bringt die Stadt aktuell 710 Flüchtlinge unter. Aktuell haben die Zuweisungen durch das Land nachgelassen. 24 Personen, davon 13 Kinder kamen in diesem Jahr bislang in Schwerte an. Doch bei der derzeitigen Zuweisungspraxis des Landes könne man nicht mit verlässlichen Zahlen rechnen, so Böckelühr.

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Probleme mache nach Angaben von Böckelühr auch die neue Finanzlinie des Landes. Denn Düsseldorf zahle 2016 gar nicht, sondern erst 2017 - nach einer genauen Abrechnung - seine Zuschüsse. Auf der anderen Seite gilt 2016 als das Jahr, in dem die Kommunen aus dem Stärkungspakt, zu denen Schwerter gehört, zum ersten Mal einen ausgeglichenen Haushalt vorlegen müssen.

Kritik am Schulkonzept des Kreises

Einig sind sich die Stadt und der Arbeitskreis Asyl in ihrer Kritik am Schulkonzept der Kreises. Die Flüchtlinge Schulklassen zuzuweisen, ohne sie vorher in Auffangklassen vorzubereiten, möge bei wenigen Flüchtlingen sinnvoll sein. Bei den aktuellen Zahlen jedoch nicht, bestätigte Hans-Bernd Marks vom Arbeitskreis Asyl.

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