Harte Strafen für junge Täter

Prozess um Raubserie

SCHWERTE Die jungen Täter hatten ganz Schwerte in helle Aufruhr versetzt. Am Donnerstag endete der Prozess um die Raubserie vor dem Hagener Landgericht mit mehrjährigen Haftstrafen.

von Von Jana Peuckert

, 08.10.2009, 18:56 Uhr / Lesedauer: 2 min
Mit der gezückten Waffe bedrohten die Täter die Spielhallenaufsicht in ihrer Box.

Mit der gezückten Waffe bedrohten die Täter die Spielhallenaufsicht in ihrer Box.

Am Freitag bekamen die Täter die Quittung für ihr Verhalten. Das Gericht verurteilte sie zu Haftstrafen von drei Jahren, drei Jahren und drei Monaten und vier Jahren. Mit ihrer Entscheidung blieb die Kammer weit über den Forderungen der Verteidigung. Insbesondere der Anwalt des mit vier Jahren bestraften Täters dürfte nicht besonders glücklich mit dem Urteil sein. Er hatte eine Bewährungsstrafe für seinen Mandanten für angemessen erachtet.

Nur einer der Täter kam mit einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und drei Monaten sowie 150 Sozialstunden davon. In den Augen der Kammer war er lediglich als Gehilfe tätig gewesen. Er hatte bei zwei der Taten vor dem Polizeigebäude Wache gestanden, um seine Komplizen per Telefon über ein eventuelles Ausrücken der Beamten zu informieren.

Das Gericht begründete die harten Urteile damit, dass es sich bei den Tätern um eine gut organisierte Gruppe handelte, die stets mit Bedacht vorgegangen war. So hatten die jungen Männer immer Ersatzkleidung in Tatortnähe deponiert. Auch sah es die Kammer als bewiesen an, dass der älteste der Jungen den Chef der Gruppe darstellte. Er hatte die einzelnen Mitglieder in Level eingeteilt, sie zu den Taten motiviert und die Vorgehensweise bestimmt. Hinterher hatte er sich dann immer den größten Teil des erbeuteten Geldes eingesteckt.

Als besonders hilfreich hatte sich ein Zeuge erwiesen, der am vorherigen Verhandlungstag zugegeben hatte, selbst zwei der Taten begangen zu haben. Er hatte dem Gericht ausführlich die Struktur der Gruppe erläutert und sich am Ende selbst belastet. Nun erwartet ihn ein eigenes Verfahren. 

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