Haus Brieke: Wo die Gäste sich verbeugen mussten

Schwerter Kneipenserie

Von einer Sache konnte man im Haus Brieke in Schwerte immer ausgehen: Mit Schnaps wurde nicht gespart. Randvoll wurden die Pinnchen gefüllt, dafür war Wirt August Jakobs bekannt. Sprach man ihn darauf an, dann nannte er dafür immer den selben Grund.

SCHWERTE

, 27.08.2017, 06:43 Uhr / Lesedauer: 1 min

„Vor meinem Schnaps soll jeder eine Verbeugung machen“, sagte der Wirt vom Haus Brieke immer, wenn er nach dem Grund gefragt wurde, weshalb er die Pinnchen randvoll füllen würde. Erst ein paar Tropfen abschlürfen, bevor man das Glas in die Hand nehmen konnte.

20 Jahre lang, von 1959 bis 1979, stand Jakobs mit Ehefrau Irene hinter dem Tresen der einstigen Traditionskneipe an der Ostenstraße 13. Sie hatten den Namen ihres Vorgängers Emil Brieke beibehalten, wie Rainer Hoffmann berichtet. Ursprünglich sei das Lokal als „Restauration Zur Linde“ eröffnet worden – nach den Bäumen vor der Tür.

Sportgeschichte geschrieben

Eine Menge lokaler Sportgeschichte wurde in der Gaststube geschrieben, die 1964 für ein Jahrzehnt Vereinslokal des Fußballvereins DJK Viktoria wurde. „In diese Zeit fielen die großen, von der DJK organisierten Pfarrsportfeste der St.-Marien-Gemeinde, das 50-jährige Jubiläum des Vereins und zahlreiche Begegnungstreffen zunächst mit holländischen, dann mit belgischen Sportlern“, erzählt Hoffmann.

Vereinswirt August Jacobs habe auch an den Fahrten der Fußballer nach Belgien teilgenommen und dann eben seine Kneipe für ein paar Tage geschlossen.

Mit dem Wechsel der Spielergenerationen zu Anfang der 70er-Jahre verlagerte sich das Vereinsleben der DJK in die damalige Lindenschänke am Markt. „Als Jugendliche in den Siebzigern sind wir dann aber immer mal wieder gern auf ein gepflegtes Veltins ins Haus Brieke gegangen“, sagt Hoffmann.

Duell der Zapfmeister

Beim Bier habe man philosophiert, wer denn das bessere Veltins in der Stadt zapfe: August Jakobs oder Hermann Kühne in der „Waage“ am Postplatz: „Meist endete die Diskussion unentschieden, was wohl für beide wie für das Bier sprach.“

Nach der Ära Jacobs – so Hoffmann – wurde das Lokal noch eine Zeit lang mit anderem Konzept und unter anderem Namen weitergeführt, bis dort die Ära „Gastwirtschaft“ endete.

Auf weitere Fotos oder Geschichten von vergangenen Schwerter Kneipen freut sich die unsere Lokalredaktion, Tel. 910240, oder E-Mail an: .

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