Das Abführen mit Glaubersalz ist wohl das Unangenehmste am Heilfasten. © Carolin West
Selbstversuch

Heilfasten im Selbstversuch: Wenn heiße Brühe zum Highlight des Tages wird

Für ihren Selbstversuch hat Redakteurin Carolin West das Heilfasten nach Buchinger gewählt. Hier nimmt sie Sie mit durch ihre Fastenkur. Diesmal: Abführen und trinken, trinken, trinken.

Der Plan für meine Fasten-Woche war perfekt: Samstagabend aus dem Urlaub zurückkommen, Sonntag mit Glaubersalz abführen und ab Montag nur noch Wasser, heiße Zitrone und Brühe. Genau das Richtige nach einer Schlemmer-Woche in Griechenland.

Tja, Pustekuchen. Der Rückflug am Samstag bekam mir unerwartet schlecht, auch am Sonntag fühlte sich die Magengegend noch nicht wieder ganz in Ordnung an. An einem solchen Tag auch noch Abführmittel zu nehmen, hätte ich absurd gefunden.

Also hieß es: Schonkost essen. Auch am Montag konnte ich noch nicht starten, allerdings aus anderen Gründen. Weil ich nicht einschätzen konnte, wie ich auf das Glaubersalz reagiere, wollte ich das lieber nicht vor meinem montäglichen Zumba- und Fitness-Kurs ausprobieren. Also: weiter Schonkost.

Abführen mit Glaubersalz – kann man machen

Am Dienstag (28.9.) konnte es dann endlich losgehen – mit dem wohl ekeligsten Teil der Fastenkur. In einem Messbecher habe ich, wie in der Anleitung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) beschrieben, etwa 30 bis 40 Gramm Glaubersalz in einem Liter Wasser aufgelöst.

Nachdem ich den Morgen über schon nur Wasser getrunken hatte, stellte ich mir gegen 11.50 Uhr die Eieruhr auf 20 Minuten – innerhalb dieser Zeit soll die Glaubersalz-Mischung getrunken werden. Pfui Deibel, denken Sie? Na ja, lecker ist es sicher nicht, aber ich hatte Schlimmeres erwartet.

Für mich schmeckte das Ganze wie Meerwasser, das man normalerweise natürlich nicht trinken sollte – aber in dem Fall kann man das salzige Zeug mal zu sich nehmen. Wobei ein Liter schon recht viel ist und ich mich gegen Ende des Messbecher-Inhaltes aufgrund der tickenden Uhr ein bisschen zwingen musste.

Und dann passierte… erst einmal gar nichts. Also stellte ich die Eieruhr erneut, diesmal auf eine halbe Stunde. Nach dieser Zeit sollte ich beginnen, Wasser nachzutrinken – zum Glück ohne salzigen Zusatz. Kurz vor dem Klingeln, gegen 12.30 Uhr, hatte das Mittel offenbar seine Wirkung entfaltet. Ich erspare Ihnen die Details. Nur so viel: Nach insgesamt vier Toilettengängen war der Spuk vorbei. Auch das hatte ich deutlich schlimmer erwartet.

Und dann war der Bauch leer

Hunger hatte ich an dem Tag seltsamerweise nicht. Vielleicht eine Nachwirkung des gewöhnungsbedürftigen Geschmacks der Glaubersalz-Mischung und bestimmt ein kleiner Erfolg des unentwegt Wasser Trinkens. Insgesamt habe ich am Dienstag drei bis vier Liter Flüssigkeit zu mir genommen.

Diese „Fülle“ hatte mein Bauch allerdings am Mittwoch wohl schon wieder vergessen. Mein Magen knurrte direkt nach dem Aufstehen heftig und verlangte etwas zu Essen, zumindest ein Brot. Aber nein: diszipliniert bleiben. Nach zwei Gläsern Wasser – ich habe stilles gewählt, weil ich davon größere Mengen trinken kann – ging es schon besser.

Abgesehen von Wasser habe ich in meiner Fastenwoche täglich eine Tasse heiße Zitrone mit Honig getrunken.
Abgesehen von Wasser habe ich in meiner Fastenwoche täglich eine Tasse heiße Zitrone mit Honig getrunken. © Carolin West © Carolin West

Und dann kam der erste Höhepunkt des Tages: eine Tasse heiße Zitrone mit Honig. Endlich wieder etwas mit Geschmack, dazu noch ein leckerer. Die Arbeit und das fortwährende Wasser Trinken lenkten mich dann auch ganz gut ab. Bis ich den Text einer Kollegin gegenlas – zum Menue-Karussell im Vetro in Dortmund.

Bilder und Beschreibungen der leckersten Gerichte ließen mir das Wasser im Mund zusammenlaufen, zumal das Vetro eines meiner Lieblings-Restaurants ist. Gemeinheit! Doch die Schadenfreude einiger Kollegen war so groß, dass mir dazu noch Fotos der Mittagspausen-Pommesschale aus der Redaktion ins Homeoffice gesendet wurden. Sei‘s ihnen gegönnt!

Die Brühe ist ein Gedicht

Ich hatte schließlich mein eigenes köstliches Mittagessen (kein Scherz!): eine heiße Brühe. Wie gut etwas so Einfaches schon nach nur eineinhalb Tagen ohne feste Nahrung schmecken kann. Die Gemüsebrühe ist definitiv mein Highlight des Tages während der Fastenkur – wobei die heiße Zitrone auch nicht übel ist.

Wie es mir weiterhin erging und mein Fazit der Fastenwoche lesen Sie im nächsten Artikel, der in den kommenden Tagen erscheint.

Über die Autorin
Redakteurin für Schwerte und den Dortmunder Süden
Redakteurin, davor Studium der angewandten Sprachwissenschaften in Dortmund und Bochum. Sportbegeistert und vor allem tänzerisch unterwegs.
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Carolin West

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