Dieser Grabstein aus dem Jahr 1892 zerbrach in drei Teile. Friedhofs-Gärtner Frank Schröer rechnet mit hohen Reparatur-Kosten. © Holger Bergmann
Grabschändung

Historische Gräber auf Friedhof in Schwerte geschändet

In der Nacht von Donnerstag auf Freitag wurden mehrere Gräber auf dem Evangelischen Friedhof geschändet. Betroffen ist auch das Grab einer der bekanntesten Familien Schwertes.

Frank Schröer, der Friedhofs-Gärtner auf dem Evangelischen Friedhof Schwerte an der Hörder Straße, ist außer sich. Gerade die Störung der Totenruhe ist eine Straftat, die ihn besonders heftig trifft.

Und einen schweren Fall von Störung der Totenruhe hat er am Freitagvormittag (9.7.) entdeckt. Gar nicht weit entfernt vom Haupteingang. Deshalb wurde der Schaden sofort gesehen und die Polizei verständigt.

Insgesamt stellte die Polizei vier Straftaten fest. An einem Grab wurde eine Grabplatte umgestürzt, dabei gingen zahlreiche Deko-Figuren auf dem Grab kaputt. „Das Grab wird von einer alten Frau gepflegt“, sagte Frank Schröer.

Ein Grab wieder in Ordnung gebracht

„Wir haben die Frau noch nicht verständigt. Wir haben Sorge, dass sie sich zu sehr aufregt.“ Der Friedhofsgärtner hat das Grab bereits wieder in Ordnung gebracht. Nur die kaputten Engels-Figuren fehlen.

Wenige Meter weiter befindet sich das historische Familiengrab der Familie Eckey. Dort schubsten die Täter einen Grabstein mit Kreuz aus schwarzem schwedischen Granit von seinem Sockel. Das Steinkreuz zerbrach dabei.

Das Grabmal stammt aus dem Jahr 1907. „Das dürfte eines der ältesten Gräber auf diesem Friedhof sein“, meint Frank Schröer. Die Familie Eckey hat in Schwerte viele Spuren hinterlassen. Zum Beispiel mit dem Straßennamen „Am Eckey“.

In drei Teile zerbrochen

Auf ihrem Weg zum Friedhofsausgang stürzten die Täter dann noch einen weiteren historischen Grabstein um. Dieser Stein stammt aus dem Jahr 1892 und brach in drei Teile.

Danach war die Zerstörungswut der Täter noch immer nicht vorbei. Sie vergriffen sich noch an dem Grablicht-Automaten und beschädigten die Abdeckplatte. Laut Polizei-Sprecher Christian Stein gab es aber keine Werkzeug-Spuren, weshalb die Täter auch nicht das Geld erreichten.

Trotzdem kommt zu der dreifachen Störung der Totenruhe noch versuchter Diebstahl hinzu. Bei der Zerstörung der beiden historischen Grabsteine handelt es sich ebenfalls nicht nur um Sachbeschädigung.

Störung der Totenruhe

Beide Gräber sind zwar abgelaufen, laut Frank Schröer befinden sich die Überreste der Toten aber noch unter der Erde. Deshalb handelt es sich ebenfalls um Störung der Totenruhe. Insgesamt verursachten die Täter 6600 Euro Sachschaden.

Beide Grabmale können laut Frank Schröer nicht ohne weiteres wieder aufgerichtet werden. „Da muss ein Steinmetz ran“, meint Frank Schröer. Und wann der Friedhof dafür die Mittel aufbringen kann, ist nicht absehbar. Erst einmal werden die Steine abtransportiert und gelagert.

Die Polizei bitte Besucher des Evangelischen Friedhofs, die am Donnerstag (8.7.) und speziell am Donnerstagabend verdächtige Personen bemerkt haben, sich bei der Polizei Schwerte unter Tel. (02304) 921 33 20 zu melden.

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Holger Bergmann ist seit 1994 als freier Mitarbeiter für die Ruhr Nachrichten im Dortmunder Westen unterweg und wird immer wieder aufs neue davon überrascht, wieviele spannende Geschichten direkt in der Nachbarschaft schlummern.
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Holger Bergmann

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