Hochzeit: Ohne Amt geht nichts - Pfarrer legen Wert auf Schutzrechte

SCHWERTE Bald ist die kirchliche Trauung ohne Standesamtstrauung möglich. Was für Vorteile entstehen dann bei der zusätzlichen standesamtlichen Hochzeit?

von Von Anne Petersohn

, 16.07.2008, 16:43 Uhr / Lesedauer: 2 min
Kirchliche Trauung ohne Standesamt?

Kirchliche Trauung ohne Standesamt?

Verbesserung letztlich nur für Ältere?

In einer Stellungnahme habe die Evangelische Kirche in Deutschland diese Haltung ausdrücklich betont – und damit vor allem auf die rechtlichen Folgen einer ausschließlich kirchlichen Eheschließung hingewiesen. „Nur mit der standesamtlichen Trauung sind Schutzrechte verbunden, was die Existenzsicherung des Partners angeht“, so Held. Der Pfarrer empfiehlt gerade jungen Paaren „genau hinzuschauen“, ehe sie auf eine standesamtliche Heirat verzichten.

„Man sollte die Rechte des Partners im Auge behalten. Das müssen wir auch im Seelsorger-Gespräch auf jeden Fall betonen.“ So habe er sich mit den Kollegen der anderen Gemeinden darauf geeinigt, die Paare in diesem Sinne zu beraten – „damit sie nicht ins Leere fallen“. Denn ohne standesamtliche Heirat könne schon ein Besuch des Partners im Krankenhaus eine unüberwindbare Hürde darstellen.

Verbesserung letztlich nur für Ältere?

Eine Verbesserung könne die Gesetzesänderung damit letztlich nur für ältere Paare sein, die seit Jahren in getrennten Haushalten lebten und jeweils eigene Versorgungsansprüche hätten. „Diese Paare können nun die großen finanziellen Probleme einer standesamtlichen Eheschließung umgehen.“

Ähnlich schätzt Benno Marker, Pastor der Gemeinde St. Petrus in Westhofen, die Situation ein. „Die neue Regelung ist nur etwas für Paare, die bewusst nur kirchlich heiraten möchten“, so Marker. In allen anderen Fällen bleibe die Gesetzesänderung wirkungslos, „denn sie hat keine Konsequenzen auf die Namensgebung oder das Erbrecht.“ 

Nach wie vor oft zwei Feiern nötigSo stünden Paare nach wie vor dem Problem gegenüber, sich gleich zwei Mal das Ja-Wort zu geben – und damit häufig auch zwei Feiern ausrichten zu müssen. In vielen anderen europäischen Ländern sei die kirchliche Trauung „mit allen Konsequenzen“ wirksam. „Dort wird auch die kirchliche Trauung vom Staat anerkannt.“

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