Hoesch denkt über Conti-Schicht mit 40 Neueinstellungen nach

SCHWERTE 40 neue Arbeitsplätze könnten bei Hoesch- Schwerter Profile entstehen, wenn die Produktion auf Conti-Schicht umgestellt würde. Die Maschinen würden dann sieben Tage in der Woche rund um die Uhr laufen. Freie Wochenenden gebe es dann für die Belegschaft allerdings kaum noch.

von Von Reinhard Schmitz

, 09.09.2007, 22:00 Uhr / Lesedauer: 1 min
Hoesch Schwerter Profile.

Hoesch Schwerter Profile.

Für dieses aus der Stahlerzeugung bekannte Arbeitszeitmodell warb die Geschäftsführung am Samstagmorgen bei der Betriebsversammlung in der Rohrmeisterei. In dem Rhythmus „sechs Tage arbeiten, zwei Tage frei“ sollten die Mitarbeiter künftig zur Acht-Stunden-Schicht antreten. Nur alle acht Wochen fielen die freien Tage dabei auf ein Wochenende. Ansonsten müssten sie werktags genommen werden.

Belegschaft befürchtet Einbußen im Portmonee

Nicht nur aus familiären Gründen stieß dieser Vorschlag bei vielen der fast 500 anwesenden Beschäftigten auf Unmut. Befürchtet wurden vor allem Einbußen im Portmonee. Und zwar vor allem die Streichung der Samstagsprämie, wenn dieser Tag zum Regelarbeitstag erklärt würde. Derzeit erhalten die Hoeschianer in den ersten beiden Stunden 25 Prozent, ab der dritten Stunde 50 Prozent mehr Lohn. Der Sonntagszuschlag von – steuerfreien – 70 Prozent bliebe nach Überzeugung des Betriebsrates zwar auch bei einer Conti-Schicht erhalten. Er fände sich jedoch nicht mehr so häufig wie gewohnt auf der Lohnabrechnung, wenn alle acht Wochen der Sonntag frei wäre.

Sondergenehmigung für Wochenendschichten läuft aus

Denn derzeit schieben die Hoeschianer wegen der sehr guten Auftragslage regelmäßig Wochenendschichten. Diese bedürfen allerdings einer Sondergenehmigung durch den Regierungspräsidenten, die nach Auskunft des Betriebsrates zum Jahresende ausläuft. Die anschließende Ablösung der Mehrarbeit durch eine Conti-Schicht stellte die Geschäftsführung auch unter dem Aspekt der Zukunftssicherung dar. Schließlich gehe es auch darum, die Auftragswünsche der Kunden weiterhin befriedigen zu können. Trotzdem bleibt bei der Belegschaft noch Überzeugungsarbeit zu leisten, um die Befürchtungen abzubauen. Fast untergegangen wäre bei diesem beherrschenden Thema ein weiterer Vorstoß: Planungen für ein Seminar, bei dem Mitarbeiter binnen fünf Stunden vom Rauch-Zwang befreit werden sollen. 

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