Einfach zurückgelassen: Jetzt soll Hütehund Shila schnell vermittelt werden

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Einfach auf einem Parkplatz angebunden und verlassen. Das Schicksal der Hündin Shila hat bewegt. Für das Tierheim Schwerte ist die Suche nach einem neuen Herrchen aber gar nicht so leicht.

Schwerte

, 21.10.2020, 14:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ganz alleine lag die Hündin Shila auf dem nassen Waldboden, angebunden an eine Schranke im Wannebachtal. Erst am frühen Samstagmorgen (10. Oktober) wurde sie zufällig von einem Spaziergänger entdeckt und der Polizei gemeldet. Fünf Stunden lang versuchten die Polizei, die Feuerwehr und schließlich auch das Tierheim, die große Kangal-Hirtenhündin zu bergen.

„Sobald man in Richtung Halsband und Leine kam, war sie nicht mehr freundlich“, erklärte Tierheim-Leitung Catharina Seelig am Tag nach der Rettung. Schlussendlich musste die Hündnin für den Transport betäubt werden. Das übernahm ein Jäger mit Pfeil und Blasrohr.

Seitdem erholt sich die nicht mehr ganz junge Hündin im Tierheim in Westhofen. Sie sei ein bisschen dünn, aber nicht offensichtlich verletzt, konnte Catharina Seelig feststellen.

Gegen Besitzer wird ermittelt: Fall liegt bei der Staatsanwaltschaft

Über mehrere Hinweise, intensive Recherche und über die Rückverfolgung des Chips im Körper des Tieres konnte ihre Herkunft festgestellt und der Besitzer ermittelt werden. Laut Polizei bearbeitet jetzt die Staatsanwaltschaft die „Straftat gegen das Tierschutzgesetz“.

Was die Besitzer veranlasste, Shila auszusetzen, konnte die Polizei nicht sagen. Doch Catharina Seelig vermutet den Grund in der anspruchsvollen Haltung eines Kangal. „Leider werden Herdenschutzhunde immer mehr zu Modehunden. Dass diese Hunde ganz besondere Voraussetzungen und vor allem viel Fachwissen für die Haltung brauchen, wird oft übersehen. Ein Trauerspiel.“, hieß es damals im dazugehörigen Facebook-Post des Tierheims.

„Das sind Hütehunde mit ausgeprägtem Revierverhalten“, so die Leiterin des Tierheims Schwerte. Diese Hunde sind fremden Menschen und Hunden gegenüber sehr abweisend. „Trotzdem ist das keine Art, sich des Hundes zu entledigen“, sagt Catharina Seelig. „Wenn man überfordert ist, kann man sich Hilfe suchen“.

Für Shila ist das Leben im Tierheim Stress

Shila hat sich, so Seelig, bereits an die Pfleger im Tierheim gewöhnt und ist nicht mehr abweisend wie am Tag ihrer Rettung. Aber die Nähe so vieler anderer Tiere ist besonders für einen Hund dieser Rasse Stress.

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Deshalb soll Shila sobald als möglich an neue Besitzer vermittelt. Erste Interessenten gibt es bereits. Doch erst wollen die Tierschützer Shila beobachten. „Erst wenn wir ihre Bedürfnisse genau kennen, können wir ein neues Zuhause für sie finden“, so Catharina Seelig. Gesucht wird ein Haushalt mit Familienanschluss aber nicht mit Kindern und ohne einen weiteren Hund.

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