Immer wieder schlugen neue Flammen aus dem Auflieger des Lkw. Die Feuerwehr forderte einen Radlader an, um die zerschmolzenen Gummireifen auseinanderzuziehen. © Reinhard Schmitz
Lkw-Brand auf A45

Immer wieder lautes Knallen: Einsatz auf A45 wurde für Feuerwehr zum Stadtalarm

Für die Retter wurde der Einsatz auf der A45 am Dienstag zum Stadtalarm. Man glaubte zunächst an explodierende Gasflaschen. Doch der Brandherd war ein anderer. Der Fahrer hatte Glück im Unglück.

Zum Schluss war es ein Stadtalarm für die komplette Schwerter Feuerwehr. Alle verfügbaren Einheiten waren ab Dienstagnachmittag (20.7.) im Wechsel im Einsatz, um den brennenden Lkw an der Autobahn-Anschlussstelle Ergste der Autobahn A45 zu löschen.

Genau zwischen den Abfahrt- und Auffahrtspuren der Fahrtrichtung nach Frankfurt stand dort ein Sattelzug in Flammen, der mit neuen Gummireifen beladen war. Von „mehreren 100 Stück“ sprach Einsatzleiter Dietmar Spaenhoff. Das erklärte die dicke schwarze Rauchwolke, die weit über das Ruhrtal hinaus zu sehen war.

Der Fahrer alarmierte selbst per Notrufsäule die Feuerwehr

Der Fahrer hatte Glück im Unglück. „Der läuft hier rum“, berichtete Dietmar Spaenhoff. Der Mann habe das Feuer selbst bemerkt, auf dem Seitenstreifen angehalten und über die dort installierte Notrufsäule selbst die Feuerwehr verständigt.

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Lkw-Brand auf der A45 bei Schwerte

Um 15.45 Uhr ging der Alarm „Brennender Lkw auf Autobahn“ bei der Wache an der Lohbachstraße ein. Gemäß dieser Gefahrenstufe wurden sofort zwei Löscheinheiten – die Hauptamtliche Wache und der Löschzug Ergste – zum Ersteinsatz losgeschickt.

Die Hagener Feuerwehr eilte mit drei Tanklöschfahrzeugen mit Wasservorrat zur Hilfe.
Die Hagener Feuerwehr eilte mit drei Tanklöschfahrzeugen mit Wasservorrat zur Hilfe. © Reinhard Schmitz © Reinhard Schmitz

Außerdem eilte Dietmar Spaenhoff als Einsatzführungsdienst herbei. Schon bei der Anfahrt signalisierte ihm die Rauchsäule am Himmel, dass in diesem Fall weitere Verstärkung nötig war. Deshalb alarmierte er zunächst den Löschzug Mitte nach, dann auch den Löschzug Westhofen zur Sicherstellung der Wasserversorgung. Die Polizei riegelte die Autobahnauffahrt nach Frankfurt ab.

Lauten Knall aus dem Brandherd zunächst für Gasflaschen gehalten

Zunächst war nicht ganz klar, was der Lkw geladen hatte. Nachdem immer wieder ein lauter Knall aus dem Brandherd zu hören war, glaubte man zunächst an explodierende Gasflaschen und sperrte umgehend den Verkehr auf der A45 in beide Richtungen. „Aber es waren die mit Druck gefüllten Autoreifen, die geplatzt sind“, berichtet der Einsatzleiter.

Von dem Sattelzug war nur noch ein Gerippe in den kurzen Momenten zu erkennen, wenn sich Rauch und Dampf des Löschwassers mal wieder verzogen hatten. Auf die angebotene Unterstützung aus dem Kreis Unna verzichtete Dietmar Spaenhoff, weil er befürchtete, dass die Fahrzeuge im Stau steckengeblieben wären.

Deswegen forderte er lieber Verstärkung aus Hagen an. Die Kollegen kamen mit drei Tanklöschfahrzeugen zur Wasserversorgung, weil es an der Autobahn keine Hydranten gibt. Außerdem rückte der Löschzug Villigst mit einem 3000 Liter Wasser fassenden Löschfahrzeug an.

Alle restlichen Einsatzkräfte wurden in Bereitschaft versetzt

Um für parallele andere Einsätze in der Stadt gewappnet zu sein, versetzte Dietmar Spaenhoff auch noch die übrigen verfügbaren Kräfte – die Löschgruppen Geisecke und Wandhofen sowie die restlichen Kollegen aus Villigst – in Bereitschaft. Diese konnten, als sich die Lage an der Autobahn langsam etwas beruhigte, die dort zunächst eingesetzten Retter ablösen. Zuerst wurde die Feuerwehr Hagen aus dem Einsatz entlassen, dann der Löschzug Mitte.

Die Löscharbeiten dauerten aber noch bis zum Abend an, da die Gummireifen zu einem großen Ballen zusammengeschmolzen waren, aus dem immer wieder Flammen hochzüngelten. Die Feuerwehr wartete auf die Ankunft eines Radladers von einem Bergungsunternehmen, der die Ladungsreste auseinanderziehen sollte, damit die einzelnen Brandnester besser mit dem Löschmittel zu erreichen waren.

Ein brennender Fahrzeugreifen könnte das Unglück ausgelöst haben

Zur Ursache des Brandes gibt es noch keine abschließenden Erkenntnisse. Anhand der Spuren konnte der Feuerwehr-Einsatzleiter zunächst lediglich vermuten, dass möglicherweise ein brennender Reifen des Lkw das Unglück ausgelöst haben könnte.

Über den Autor
Redaktion Schwerte
Reinhard Schmitz, in Schwerte geboren, schrieb und fotografierte schon während des Studiums für die Ruhr Nachrichten. Seit 1991 ist er als Redakteur in seiner Heimatstadt im Einsatz und begeistert, dass es dort immer noch Neues zu entdecken gibt.
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Reinhard Schmitz

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