Bei Hoesch Schwerter Profile rückt die „Ausproduktion“ immer näher

mlzInsolvenz in Schwerte

Seit Hoesch Schwerter Profile vor Weihnachten Insolvenz beantragt hatte, wird nach einem Käufer gesucht. Doch auch nach der bis Sonntag verlängerten Frist gab es kein Angebot.

Schwerte

, 30.06.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Hoffnung auf eine Rettung der insolventen Traditionsfirma Hoesch Schwerter Profile ist noch nicht gänzlich aufgeben, aber sie schwindet nach der monatelangen Hängepartie immer mehr.

Bis zum vergangenen Sonntag sollten Interessenten dem Insolvenzverwalter ein verbindliches und tragbares Angebot für eine Fortführung des Unternehmens vorlegen, sagte am Montagnachmittag Jens Mütze, Geschäftsführer der zuständigen Industriegewerkschaft (IG) Metall in Hagen.

Doch es sei ihm nicht bekannt, dass bis zu diesem Termin ein solches Angebot eingegangen sei: „Wenn nicht kurzfristig noch etwas passiert, tritt Fall 2 ein: Dann wird die Ausproduktion eingeleitet.“

Bei Ausproduktion müssten bis zu 120 Mitarbeiter kurzfristig gehen

Das bedeutet nach Mützes Angaben, dass nur noch eine Zeit lang Aufträge für Kunden abgearbeitet werden, bis diese einen Ersatzlieferanten gefunden haben. Dafür gebe es ein Übereinkommen zwischen den Kunden und dem Unternehmen.

Die Folge für die Hoeschianer: „Von den zurzeit rund 330 Mitarbeitern würden 110 bis 120 kurzfristig freigestellt.“ Für die restlichen Belegschaft könne die Beschäftigung dann noch „ein paar Monate“ dauern.

Genaues zur weiteren Vorgehensweise soll am Dienstagmittag bei einer Infoveranstaltung im „Ahnensaal“ des Verwaltungsgebäudes mitgeteilt werden, bei der das Hoesch-Führungsteam, der Betriebsrat und die IG Metall anwesend seien.

IG Metall ist weiterhin überzeugt von den Produkten des Betriebs

„In bin persönlich genauso enttäuscht wie der Betriebsrat und die Belegschaft in Gänze, dass die potenziellen Interessenten bis dato kein tragbares Konzept auf den Tisch gelegt haben“, sagte Jens Mütze.

Zeit genug dazu hätten sie ja gehabt. Bei der Gläubigerausschuss-Sitzung in der vergangenen Woche habe der Insolvenzverwalter dann deutlich gemacht, dass bis zum vergangenen Sonntag (28. Juni) ein Angebot vorliegen müsse.

Denn der müsse den Betrieb so fortführen, dass er zu keinem Verlustgeschäft werde, das die Insolvenzmasse schmälere. Er sei schließlich gesetzlich den Ansprüchen der Gläubiger verpflichtet.

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„Ich bin überzeugt, die Produkte von Hoesch Schwerter Profile haben auf dem Markt eine Daseinsberechtigung“, erklärte Jens Mütze: „Deshalb appellieren wir an die möglichen Interessenten, sich endlich zu dem Unternehmen und der Belegschaft zu bekennen, damit weiterhin Spezialprofile an dem Standort hergestellt werden können.“

Die Hängepartie zerre an der betroffenen Belegschaft, die in den vergangenen Jahren schon tiefe Einschnitte hingenommen hätten.

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