Insolvenzverfahren eröffnet: Käufersuche für Hundhausen geht weiter

mlzWirtschaft in Schwerte

Das Insolvenzverfahren über die Gießerei Hundhausen ist vom Amtsgericht Hagen jetzt eröffnet worden. 87 Mitarbeiter sind schon weg. Was bedeutet dieser Schritt für das Unternehmen?

Schwerte

, 07.08.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung. Aus diesen Gründen hat das Amtsgericht Hagen am 1. August das Insolvenzverfahren über das Vermögen der Walter Hundhausen GmbH eröffnet, wie es in einer öffentlichen Bekanntmachung im Internet heißt.

Das Unternehmen hatte diesen Schritt am 12. Mai selbst beantragt und sich seitdem im sogenannten Vorinsolvenzverfahren befunden. In dieser Phase waren noch zuletzt 87 der 484 Mitarbeiter in eine Transfergesellschaft geschickt worden. Damit sollte die Produktion rentabler gestaltet werden.

Sprecher des Insolvenzverwalters: Das ist eine „reine Formalie“

„Die vorläufige Insolvenz dauert in der Regel drei Monate“, erläutert Thomas Feldmann, der Sprecher des Insolvenzverwalters Dr. Dirk Andres (Hagen). Für diesen Zeitraum bezahlt die Bundesagentur die Löhne und Gehälter der Beschäftigten.

Die anschließende Eröffnung des Insolvenzverfahrens sei dann eine „reine Formalie“. Aus dem vorläufigen Insolvenzverwalter werde der Insolvenzverwalter. Weil keine Mittel von der Arbeitsverwaltung mehr fließen, muss Hundhausen seine Personalkosten jetzt wieder selbst erwirtschaften.

Käufersuche für Hundhausen läuft

„So schnell wie möglich und so sorgfältig wie nötig“ möchte der Insolvenzverwalter deshalb einen Käufer für die Gießerei finden, wie Thomas Feldmann weiter erklärt: „Der Investorenprozess läuft.“ Wie üblich würden zu dessen Verlauf aber keine „Wasserstandsmeldungen“ abgegeben.

Zu den Gesprächen mit Interessenten sei im Übrigen auch Vertraulichkeit vereinbart worden.

Muttergesellschaft ebenfalls im Insolvenzverfahren

Ebenfalls am 1. August hatte das Amtsgericht Hagen auch über die Muttergesellschaft von Hundhausen, die auch am Ostendamm 23 ansässige GMH Guss GmbH, das Insolvenzverfahren eröffnet.

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In dieser Zwischenholding hatte der Georgsmarienhütte-Konzern seine Gussaktivitäten an verschiedenen deutschen Standorten gebündet. Nachdem bereits das Abflauen der Konjunktur Ende vergangenen Jahres der Branche zugesetzt hatte, durchkreuzte die Coronakrise die Sanierungsbemühungen.

Starke Abhängigkeit vom Nutzfahrzeugbau

Die Gießerei Walter Hundhausen wurde vor allem durch den Produktionsstopp der Autoindustrie hart getroffen. 80 Prozent der Produktion - so weiß Betriebsrats-Vorsitzender Reinhard Pilk - werden an den Nutzfahrzeugbau geliefert. Unter anderem sind dabei Achslager, Kupplungsplatten und Getriebegehäuse.

Auf der Kundenliste stehen renommierte Firmen wie MAN, Daimler und die Deutsche Bahn. Weitere Teile werden in Landmaschinen verbaut. Gefordert sei jedesmal „beste Qualität“, betont der Geschäftsführer der Industriegewerkschaft (IG) Metall in Hagen, Jens Mütze.

Dafür sei das Unternehmen entsprechend zertifiziert.

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