Hundhausen: Insolvenzverfahren über die Muttergesellschaft eröffnet

mlzInsolvenzen in Schwerte

Die Gießerei Hundhausen ist eine Tochter der GMH Guss GmbH, die ebenfalls am Ostendamm ansässig ist. Für diese hat das Amtsgericht das Insolvenzverfahren eröffnet. Hat das Auswirkungen?

Schwerte

, 03.08.2020, 18:10 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der massive Personalabbau bei der Walter Hundhausen GmbH ist vollzogen: Fast jeder fünfte der zuletzt 484 Mitarbeiter hat zum 1. August das Unternehmen am Ostendamm verlassen. „87 Kollegen wechseln in die Transfergesellschaft“, sagt Betriebsrats-Vorsitzender Reinhard Pilk.

Bis zu elf Monate - je nach Dauer der Werkszugehörigkeit - lang sollen sie dort von der BOB-Transfer auf einen Übergang in den ersten Arbeitsmarkt vorbereitet werden.

90 Prozent der Betroffenen mussten dem Wechsel zustimmen

Damit die Transfergesellschaft zustande kam, war die Zustimmung von 90 Prozent der Beschäftigten erforderlich, denen dieses Wechsel-Angebot vorgelegt wurde. „Die hohe Quote zeigt, dass die Kollegen das angenommen haben, was wir verhandelt haben“, erklärt Reinhard Pilk.

Die erste Hürde sei damit genommen: „Jetzt müssen wir gucken, dass wir einen Käufer finden.“ Nach dem Personalabbau soll nur noch in zwei statt drei Schichten produziert werden, um profitabler zu werden.

Insolvenzverfahren über Zwischenholding GMH Guss eröffnet

Unterdessen hat das Amtsgericht Hagen am Samstag das Insolvenzverfahren über die ebenfalls am Ostendamm ansässige Zwischenholding GMH Guss GmbH eröffnet. In dieser Muttergesellschaft hat die Georgsmarienhütte ihre Gussaktivitäten an verschiedenen Standorten in Deutschland gebündelt.

Eine ihrer Töchter ist die Walter Hundhausen GmbH, deren Gesellschafter die GMH Guss formal ist. Durch das eigene Insolvenzverfahren, das schon im Mai beantragt worden war, sei Hundhausen aber wirtschaftlich eigenständig, erläutert Thomas Schulz von der tsc.komm I als Sprecher der GMH Guss Gruppe.

Er kann gleichzeitig beruhigen: Das Insovenzverfahren der Zwischenholding, die etwa 20 Mitarbeiter in Schwerte beschäftige, habe „keine Auswirkung auf Hundhausen“.

GMH-Sprecher: Verfahren ist eine reine Formalie

Vielmehr - so Thomas Schulz weiter - handele sich um ein mehr oder weniger planmäßiges Vorgehen in dem Schutzschirmverfahren, in dem sich die GMH Guss Gruppe seit Mai befand.

Dieses ist eine besondere Verfahrensart im Insolvenzrecht, das eine Sanierung erleichtern soll. „Ein Schutzschirm endet immer mit Eröffnung des Insolvenzverfahrens“, erklärt der Sprecher. Es handele sich dabei um eine reine Formalie.

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Für die GMH Guss GmbH hat das Amtsgericht gleichzeitig Eigenverwaltung angeordnet, in der sie unter Aufsicht eines sogenannten Sachwalters die Insolvenzmasse selbst verwalten kann. Sachwalter bleibt - wie schon im Schutzschirmverfahren - Christopher Seagon (Köln) von der Kanzlei Wellensiek, die auf die Bewältigung von Unternehmenskrisen spezialisiert ist.

Eine Gläubigerversammlung ist für Mittwoch, 14. Oktober, im Amtsgericht Hagen einberufen.

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