Investoren machen einen Rückzieher – Doch kein Netto für die Schwerterheide

mlzAm Eckey

Die Pläne lagen vor, die Politiker hätten über den neuen Markt abstimmen sollen, doch dann machten die Investoren einen Rückzieher. Warum die Schwerterheide doch keinen Netto bekommt.

Schwerterheide

, 19.11.2019, 23:37 Uhr / Lesedauer: 2 min

Tagesordnungspunkt Ö10, Vorhabenbezogener Bebauungsplan Nr. 31 „Lebensmittelmarkt Dohrbaum“.

Oder, ganz unbürokratisch ausgedrückt: Ein Supermarkt sollte gebaut werden zwischen den Straßen Am Eckey und Alter Dortmunder Weg im Schwerter Norden, auf der Schwerterheide. Darüber hätten die Politiker am Dienstagabend im Ausschuss für Stadtentwicklung entscheiden sollen.

Alles war (und ist) öffentlich einzusehen: die Anträge des Investors, der Münsterland Ruhr Immobilien GmbH, die unter anderem auch den Café-Extrablatt-Bau in der Schwerter Innenstadt angeht. Und eben auch die Pläne, auf denen der Schriftzug „Netto“ prangt.

Freude, aber auch Bedenken bei den Anwohnern

Dass es dieser Discounter sein sollte, der zur Schwerterheide wollte – das war lange Zeit nur ein Gerücht gewesen. Netto selbst hatte das nicht kommentieren wollen, auch wenn man dort nach der Schließung der Filiale an der Bahnhofstraße gesagt hatte: Ja, einen zweiten Markt in Schwerte könne man sich vorstellen. Aktuell ist Netto nur in Geisecke Zwischen den Wegen.

Nur auf Gegenliebe stießen die Pläne nicht. Einige Anwohner erklärten zwar, sie würden sich auf den neuen Markt freuen. Zumal der mit 1200 Quadratmeter plus Bäckerei/Café recht groß würde.

Doch es gab auch schnell Gegenstimmen, schon direkt nach Aufkommen der Gerüchte im Sommer 2019. Ob es denn noch ein Discounter sein müsste, zumal ja auch Kaufland in der Nähe sei? Ob ein hochwertigerer Supermarkt nicht besser sei an dieser Stelle? Ob der neue Markt unbedingt an einem Schulweg liegen müsse? Ob der Verkehr auf dem Alten Dortmunder Weg nicht zu viel werde?

Stadt Schwerte hatte sich für die Pläne ausgesprochen

Nichtsdestotrotz landete das Projekt auf der Tagesordnung im Ausschuss für Stadtentwicklung – im öffentlichen Teil. Schwertes neuer Stadtplaner Christian Vöcks erklärte stellvertretend für die Stadtverwaltung: „Das Vorhaben ist allgemein mit den Zielen und Grundsätzen des Einzelhandelskonzept der Stadt Schwerte sowie mit den einschlägigen landesplanerischen Zielen und Grundsätzen des Landesentwicklungsplans kompatibel.“

So berichteten die Ruhr Nachrichten am Montag vor der Sitzung über die Pläne. Auch eben mit dieser Aussage: Die Stadt hat nichts gegen die Pläne.

Die Investoren dann aber offenbar schon. Kurzfristig hätten der Vorhabenträger den Antrag zurückgezogen, erklärte Ausschussvorsitzender Marco Kordt (CDU) direkt zu Beginn der Sitzung am Dienstagabend.

Politiker nutzten das, um einen Wunsch für die Zukunft zu äußern. Und zwar bei dem Tagesordnungspunkt, als es um neue Häuser ging, die in der Nähe der Fläche entstehen sollen, die Netto im Auge hatte: „Wir sollten die Nahtstellen zusammenlegen“, unterstrich beispielsweise Matthias Buckesfeld (CDU). Wünschenswert wäre doch, wenn sich die Stadt Schwerte weiterhin aktiv um eine Discounter-Ansiedlung an dieser Stelle bemühen würde. So die Fäden selbst in der Hand halten würde und nicht auf die Initiative eines Investors angewiesen wäre.

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