Jazz in Duo-Besetzung: Matthias Scheffel und Stefan Werni in der Rohrmeisterei

mlz3. Sommerkonzert

Stefan Werni und Matthias Scheffel spielen in unterschiedlichsten Jazzformationen und Ensembles für moderne Kammermusik zusammen. Am Sonntag waren sie in der Rohrmeisterei zu Gast.

Schwerte

, 07.08.2019, 12:14 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mit Jazz in ungewöhnlich kammermusikalischer Besetzung lockte das 3. Sommerkonzert in die Rohrmeisterei. Pianist Matthias Scheffel und Stefan Werni am Kontrabass hatten zahlreiche Eigenkompositionen im Programm. Verschmitzt moderierte Scheffel, immer zu ironischen Scherzen aufgelegt. Mit den Worten: „Wir fangen dann mal an“ stürzten sich beide in Ihre Musik.

Mit einer melancholischen Weise startete Scheffel am Flügel. Nachdenklich-verträumt entwickelte sich die Musik mit gezupften Tönen Wernis. „Song for hope“ nannte der Mann an den Tasten sein Stück, das bald kecker, freier geriet, mit durchaus sanglichen Momenten. Scheffel berichtete von den Orten, an denen seine Kompositionen entstanden, dem Balaton, der Stadt Wien, der eine ganze CD gewidmet ist. „Szabad“ – frei, so nannte er die in Ungarn entstandene, rasche Folge unterschiedlichster Melodien und Rhythmen, Caféhaus-Musik, in die erst die einsetzende Basslinie eine strengere Ordnung brachte.

Duo hat Affinität zur Neuen Musik

Fragende Töne stellte der Bassist in den Raum bei seinem Auftakt zu „Miss you“. Nachdenkliches Pianospiel, mal zurückhaltend, mal energisch, gesellte sich hinzu. Interessante Harmonien erprobten die Musiker, beide mit Affinität zur Neuen Musik. Mit „Dark Wood“ erinnerte Werni an das Instrument eines Kollegen aus sehr dunklem Holz. Zu freien Transpositionen am Flügel vor der Pause wurde einmal mehr deutlich, dass Werni sich in jeder Beziehung im Hintergrund hielt, Scheffel das Geschehen dominierte.

Tröpfelnde Klänge leiteten „Rerun romance“ mit seinen aufbrausenden Momenten ein. Populärer, ein wenig funky, wirkte „Dancing on the rocks“ mit dominanter Basslinie des Klaviers. Munter plapperte ein seltenes Solo Wernis vor sich hin, einige tiefe Glissandi. Verstörend in manchen Wendungen kam „Canary Islands“ daher, eine der wenigen Fremdkompositionen. „Tales“ hieß ein Stück Wernis, hier fast karibisch anmutend, dort durch Straßen flanierend.

Eine Salonmusik Scheffels mit einem Hauch von Bossa Nova schweifte immer wieder in andere Genres ab bis hin zu den Orgelkaskaden Hans-Dieter Hüschs. Für die letzten Takte griff Werni zum Bogen, sorgte für schwebende Klänge. Eine alerte Zugabe, „Lines and spaces“ von Joe Albano, setzte den Schlusspunkt des Konzertes, dessen Pianist durch Mimik und Worte oftmals an einen exzentrischen Mülheimer Kollegen denken ließ.

4. Sommerkonzert am Sonntag

Klezmer-Musik mit Pfarrer Tom Damm und seiner Formation Naschuwa erwartet das Publikum beim nächsten Sommerkonzert im Gemeindezentrum St. Viktor am Sonntag, 11. August, um 17 Uhr. „Shejn wi die lewone“ lautet der etwas mondsüchtige Titel des Programms. Karten im Vorverkauf für 16 Euro auf kgs-schwerte.de, an der Tageskasse 18 Euro.
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