Jehovas Zeugen und tote Drombuschs: Der Wochenrückblick der Lokalredaktion

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Ein Laden, der nur sechs Stunden geöffnet hat, wie viel Sekte steckt in den Jehovas Zeugen und wie viele Drombusch leben eigentlich noch? So lauten die Themen dieser Woche.

Schwerte

, 06.01.2019, 12:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Jeder Tag ist neu. Jeder Tag bringt eine neue Erkenntnis – auch für die Mitarbeiter in unserer Redaktion. An dieser Stelle präsentieren wir Ihnen unsere persönlichen Erkenntnisse der vergangenen Woche. Subjektiv, so wie die Journalisten es bei ihrer Arbeit nicht tun. Doch Vieles von dem, was wir recherchieren, bewegt uns genauso wie Sie – dienstliches und privates Engagement. Lesen Sie hier, was uns diese Woche aufgefallen ist:

Petra Berkenbusch: Alexa scheitert am Amazonas

Der Amazonas gehört nicht zu den Kernkompetenzen von Alexa.

Der Amazonas gehört nicht zu den Kernkompetenzen von Alexa. © picture-alliance/ dpa-infografik

Wenn man wissbegierige Kinder zu Besuch hat, muss man ja auf alle möglichen Fragen gefasst sein. Als der achtjährige Paul mich fragte, was wohl der längste Fluss der Erde sei, lehnte ich mich entspannt zurück und gab die Frage an die ach so schlaue Alexa weiter. Aber der intelligente Lautsprecher antwortete doch tatsächlich, das wisse er gerade nicht. Paul war so hingerissen von Alexa und meinem unfreundlichen Zwiegespräch mit dem Apparat, dass er den Fluss schlagartig vergaß, Alexa mit vielen weiteren Fragen auf die Probe stellte und sich nun eine eigene wünscht. Der längste Fluss ist übrigens der Amazonas. Dr. Google hat‘s gewusst.

Jessica Will: In erster Instanz Mama

Auf liebevolle Details bei der Einrichtung und qualitativ hochwertige Spielsachen und Kinderbekleidung aus zweiter Hand setzt Miriam Schrader in ihrem Laden "Püppi und Knö" am Robert-Koch-Platz

Auf liebevolle Details bei der Einrichtung und qualitativ hochwertige Spielsachen und Kinderbekleidung aus zweiter Hand setzt Miriam Schrader in ihrem Laden "Püppi und Knö" am Robert-Koch-Platz © Bernd Paulitschke

Ein Laden, der pro Woche gerade mal sechs Stunden geöffnet hat? Kann das funktionieren? Ich bin gespannt und drücke Miriam Schrader, die am Samstag am Robert-Koch-Platz ihr Geschäft „Püppi und Knö“ eröffnet hat, auf jeden Fall die Daumen. „Ich bin in erster Instanz Mama“, sagt die Ergsterin. Trotzdem hat sie den Mut aufgebracht, einen Laden für Kinderbekleidung, Holz-Spielzeug und Kinderzimmer-Deko aufzumachen. Geöffnet hat der allerdings nur samstags von 10 bis 16 Uhr. Warum? „Da habe ich Zeit“, ist die konsequente Antwort der 33-Jährigen. Und anderen Müttern gehe es ähnlich. Das lässt hoffen, dass das Konzept aufgeht.

Reinhard Schmitz:

Björn Althoff: Die USA ein putziger Elefant

Soooo putzig: Wenn man die Stadt Winston markiert und die Karte der USA herumdreht, wird aus dem Land ein kleiner Elefant.

Soooo putzig: Wenn man die Stadt Winston markiert und die Karte der USA herumdreht, wird aus dem Land ein kleiner Elefant. © Foto: Björn Althoff

Die USA sind bedrohlich? Das ist Ansichtssache. Mögen sie das in Nordkorea so sehen – bei uns im Wohnzimmer kam ich zu einem anderen Ergebnis. Wir saßen gerade zusammen bei „Trans America“, einem sehr zu empfehlendes Brettspiel, bei dem man ein Eisenbahnnetz zwischen ausgewählten Städten von Ostküste bis Westküste bauen muss. Eine der Städte ist Winston. Kannte ich im Gegensatz zu New York, LA, Chicago, Houston und Denver auch nicht. Für Sie kurz zur Erklärung: liegt in North Carolina, hat in etwa so viele Einwohner wie Aachen und ist die Heimat von Camel, Lucky Strike und Pall Mall. Also nicht sonderlich wichtig. Außer für die Karte. Wenn man nämlich Winston – beziehungsweise „Winston-Salem“, wie der Ort heute richtig heißt – einzeichnet und die Karte auf den Kopf dreht, sehen die USA aus wie ein kleiner putziger Elefant. Ein bisschen so wie einer von Otto Waalkes‘ Ottifanten sogar. Ich bin mir sicher: Bei diesem Spiel, bei diesem Anblick würde sogar Kim Jong Un gucken wie ein verzückter Fünfjähriger.

Aileen Kieerstein: Wirklich keine Sekte?

Zeugen Jehovas klingeln an der Haustür, um Gespräche über Gott zu führen.

Zeugen Jehovas klingeln an der Haustür, um Gespräche über Gott zu führen. © Rezek

Schon oft haben die Zeugen Jehovas vor meiner Tür gestanden. „Wir möchten mit Ihnen über Gott reden“, so die Standard-Grußformel der christlichen Religionsgemeinschaft. „Nein, danke“, so meine Standard-Antwort. Allgemeinhin gelten Jehovas Zeugen als Sekte. Aussteiger berichten von psychologischem Terror, sexuellem Missbrauch, Gehirnwäsche und diktatorischen Verhältnissen. Doch alle deutschen Bundesländer sehen die Zeugen Jehovas als Körperschaft des öffentlichen Rechts. Sollten die zahlreichen Berichte und Anschuldigungen von Aussteigern stimmen, frage ich mich ernsthaft, was das mit öffentlichem Recht zu tun hat.

Heiko Mühlbauer: Die toten Drombuschs

Witta Pohl, Hans-Peter Korff, Eicke Hagen Schweikhardt und (hinten) Günther Strack, Grete Wurm und Mick Werup waren diese Drombusch. Von den Darstellern auf dem Bild leben nur noch Hans-Peter Korff, Eicke Hagen Schweikhardt.

Witta Pohl, Hans-Peter Korff, Eicke Hagen Schweikhardt und (hinten) Günther Strack, Grete Wurm und Mick Werup waren diese Drombusch. Von den Darstellern auf dem Bild leben nur noch Hans-Peter Korff, Eicke Hagen Schweikhardt. © picture alliance / dpa

Willkommen in der 80ern. Ich weiß nicht, wie das Thema aufkam, aber irgendwie ging es in dieser Woche in der Redaktion um die Fernsehherrlichkeit der 80er-Jahre. Vor allem um die Frage, wie viele der Schauspieler der Drombuschs noch leben. Ich kann Sie beruhigen: Wenn man mal von Witta Pohl, Grete Wurm, Constanze Engelbrecht, Mick Werup und Günter Strack absieht, doch einige. Die Frage ist aber, warum beschäftigen uns die erfundenen Familiengeschichten aus der Vergangenheit? Ganz einfach ist das nicht zu erklären, zumal ich für meinen Teil zwar die Drombuschs kenne, aber noch nie eine Folge gesehen habe.

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