Ein Brief an Angela Merkel: „Die Situation ist dramatisch“

mlzHilfe aus Schwerte

Die Schwerter Redaktion staunte nicht schlecht: „Bitte veröffentlichen Sie diesen Brief an Angela Merkel“, mailte uns Dr. Guido Kossmann. Wer ist der Mann, und was will er von der Kanzlerin?

Holzen

, 11.07.2020, 11:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Verehrte Redaktionen der regionalen Presse, angesichts der dramatischen ökologischen und sozialen Entwicklungen bitte ich Sie herzlich, den im Anhang befindlichen Leserbrief zu veröffentlichen.“ So beginnt eine Mail, die der Schwerter Dr. Guido Kossmann an Zeitungen in der Umgebung verschickte.

Der Brief selbst ist nicht von ihm, sondern vom Jugendrat der Generationenstiftung. Die kümmert sich um Generationengerechtigkeit in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft.

Und da ist es klar, dass man dort zum Corona-Konjunkturpaket und seiner Auswirkung auf das Klima ein Wörtchen mitzureden hat. Die Aktivisten sehen eine Chance für den Klimaschutz. Denn es gebe eine ganze Reihe von klimaschonenden Entwicklungen, die reif für die Massenproduktion sind, aber von Staatshilfen für alte Technologien wieder verschüttet werden könnten, so der Brief. Die Jugendlichen fordern, die Staatshilfen an Bedingungen zu knüpfen.

Warum Kossmann den Brief vertreibt

Der Schwerter Dr. Guido Kossmann hat es sich, wie auch andere, zur Aufgabe gemacht, den von der Jugendorganisation verfassten Brief an Angela Merkel zu verbreiten. Kossmann ist voll des Lobes für die Jugendlichen: „Sie wollen die Umwelt nicht mit dem erhobenen Zeigefinger schützen, sondern mit Alternativen.“ So fordert der Jugendrat zum Beispiel, Unterstützung für Fluglinien an die Bedingung zu knüpfen, in Zukunft synthetischen, CO2-neutralen Treibstoff zu nutzen.

Philosophie-Zirkel und Gemeinschaftsgarten

Guido Kossmann, der in Holzen einen Philosophie-Zirkel ins Leben gerufen hat und den Gemeinschaftsgarten betreut, unterstützt den Versuch, die Industrie nicht mit Verboten abzuschrecken, sondern praktikable Alternativen vorzuschlagen.

So ist der Holzener Naturforscher ein Gegner von Elektro-Autos. Er befürwortet den Treibstoff LOHC. Das ist in einer Flüssigkeit gebundener Wasserstoff, der wie Benzin gehandhabt werden kann. Autos, LKW und Tankstellen könnten leicht auf LOHC umgestellt werden.

In Holzen arbeitet Guido Kossmann im Kleinen an eigenen Alternativen für den Umweltschutz. Der Gemeinschaftsgarten entsteht auf einer Fläche, die vorher von einer Scheune verdichtet wurde.

Pflanzen lockern den Boden auf

Der Boden kann in diesem Zustand nur einen Bruchteil des Wassers aufnehmen, das es bräuchte, um aufs Gießen verzichten zu können. Kossmann und seine Helfer haben den Versuch gestartet, durch den Anbau bestimmter Pflanzen den Boden wieder zu lockern und mit Nährstoffen anzureichern.

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Eine Totholzhecke umzäunt den Gemeinschaftsgarten. Darin wächst Hopfen, der später zu „Mulchwürsten“ verarbeitet wird. Den lieben Schnecken. Entfernt man den Mulch, ist man auch die Schnecken los. So hat man Schnecken-Gift vermieden.

Das ist der Holzener Weg, Verbote durch Alternativen zu ersetzen. Das hilft den Schnecken allerdings nicht. Sie werden an die Hühner verfüttert.

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