Kein privater Kindergarten an der Bergischen Straße

Kinderbetreuung in Schwerte

Die Investoren-Pläne für einen privaten Kindergarten in der Bergischen Straße in Schwerte sind ad acta gelegt. Der Neubau sollte eigentlich den akuten Bedarf an Kita-Plätzen decken – jetzt setzt das Jugendamt auf zwei andere Großprojekte.

Schwerte

, 02.11.2017, 19:02 Uhr / Lesedauer: 2 min
Auf dem früheren Gelände der Tiefbaufirma Köster an der Bergischen Straße wollte ein Investor einen privaten Kindergarten bauen.

Auf dem früheren Gelände der Tiefbaufirma Köster an der Bergischen Straße wollte ein Investor einen privaten Kindergarten bauen. © Reinhard Schmitz

Wo einst die Maschinen der Tiefbaufirma Köster abgestellt waren, werden keine Mädchen und Jungen im Freien und in Gruppenräumen spielen. „Erledigt“ hat sich das Projekt eines privaten Investors, auf dem Gelände an der Bergischen Straße einen privaten Kindergarten zu bauen, für Andreas Pap, Fachdienstleiter Generationen und Demografie der Stadt Schwerte: „Das Jugendamt möchte die Diskussion um eine Kindertagesstätte an dieser Stelle beenden.“

Ausgangspunkt für diese Entwicklung – so Pap – sei, dass sich der Düsseldorfer Investor für dieses Projekt von seinem angepeilten Träger „Die kleinen Riesen“ getrennt habe. Diese bundesweit tätige Gesellschaft sollte ursprünglich den Kindergarten nach seiner Errichtung mieten und betreiben.

Mietpauschalen reichen nicht zur Kostendeckung

„Doch das war nicht auskömmlich“, so formuliert es Pap. Offensichtlich reichten die Mietpauschalen, die das Kinderbildungsgesetz (Kibiz) festgelegt hat, nicht zur Kostendeckung für den Neubau aus. Derzeit liegen sie den Angaben zufolge bei knapp 8,50 Euro pro Quadratmeter, sollen sich aber jährlich steigern.

Deshalb – so Pap – habe der Investor einen anderen Träger vorgeschlagen. Der könnte zwar auch keine höhere Miete zahlen, hätte aber vielleicht andere Anforderungen gestellt, die die Baukosten gedrückt hätten. „Vielleicht weniger Aufwand, vielleicht eine andere Bausubstanz“, sagt Pap: „Wir wissen es nicht.“ Das Raumprogramm jedenfalls sei für alle Einrichtungen vorgegeben.

Altlastenproblematik muss geklärt werden

Um jetzt eine alternative Nutzung für das Baugrundstück an der Bergischen Straße zu finden, sei dem Investor ein Kontakt zum städtischen Planungsamt vermittelt worden, berichtet der Fachdienstleiter: „Egal was er tut, er muss aber erstmal die Altlastenproblematik klären.“

Die „Kleinen Riesen“, mit deren Eröffnung schon zum 1. August 2018 gerechnet worden war, sollten eigentlich den akuten Bedarf an Kindergartenplätzen in der Stadt decken. Denn Pap möchte gern Überbelegungen in den vorhandenen Einrichtungen wieder zurückschrauben können.

Zwei andere Großprojekte sind geplant

Dazu sollen jetzt zwei Großprojekte beitragen, deren Realisierungschancen die Stadt als größer einstuft. Eine viergruppige Einrichtung – so Pap – wolle die Diakonie neben dem Grete-Meißner-Zentrum an der Schützenstraße auf dem Gelände errichten, das zur Ruhr hinunterführt. Und die gemeinnützige Rasselband GmbH habe Pläne für ein betrieblich unterstütztes Kindergarten-Konzept vorgestellt, an dem mehrere heimische Unternehmen und das Jugendamt beteiligt sind. Der Start sei hier zum 1. August 2019 geplant. Ein Standort werde noch gesucht.

„Nach derzeitigem Stand müsste das jetzt reichen“, hofft der Fachdienstleiter: „Nur wenn der Hang zum Drittkind kommt, müssten wir nachsteuern.“ Populär sei derzeit aber noch der Trend zum Zweitkind.

Lesen Sie jetzt