Kein Strom dafür aber weiterhin Feuerwerk

Wochenrückblick

Kein Geld an der Kasse, die wunderbare Welt der Internet-Experten und warum und ein einziger Stein stromlos zurücklassen kann. Dies erlebten unsere Mitarbeiter in dieser Woche.

Schwerte

24.03.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 3 min
Die Redaktion Schwerte.

Die Redaktion Schwerte. © Montage: Klose

Jeder Tag ist neu. Jeder Tag bringt eine neue Erkenntnis – auch für die Mitarbeiter in unserer Redaktion. An dieser Stelle präsentieren wir Ihnen unsere persönlichen Erkenntnisse der vergangenen Woche. Subjektiv, so wie die Journalisten es bei ihrer Arbeit nicht tun. Doch Vieles von dem, was wir recherchieren, bewegt uns genauso wie Sie – dienstliches und privates Engagement.


Petra Berkenbusch: Nicht jeder Brauch ist ein guter

Kein Strom dafür aber weiterhin Feuerwerk

© picture alliance / Paul Zinken/d

Das Silvesterfeuerwerk zum Wohle des Klimas verbieten? Auf lokaler Ebene geht das nicht, habe ich gelernt. Keine „Ermächtigungsgrundlage“ erklärten die Juristen. Der Angriff auf den bunten Sprühregen am Himmel ging manchen Lokalpolitikern eh zu weit. Die Argumente haben mich echt erstaunt. Wer soll das kontrollieren, fragten sie. Als habe es bei Verboten jemals interessiert, wer ihre Einhaltung letztlich kontrolliert. Vom hohen Gut des Brauchtums war auch die Rede. Bin ich froh, dass so gefährliche Bräuche wie Hexenverbrennung und Fahren ohne Sicherheitsgurte einst nicht an uneinsichtigen Politikern gescheitert sind.

Björn Althoff: Ein Stein reicht aus

Kein Strom dafür aber weiterhin Feuerwerk

© Björn Althoff

In dieser unserer hochtechnisierten digitalen Welt dürfte es ja keine weißen Flecken mehr geben – selbst beim Blackout. In dieser Woche habe ich aber gelernt, wie es ist beim Stromausfall. In irgendeiner Überwachungszentrale sitzt dann jemand und kann genau sehen, wo der Kurzschluss sitzt. Dann baggert jemand die Stelle frei und ist eventuell ratlos, wie es dazu kommen konnte. Hat sich vielleicht nur ein nasser Stein durch die Isolierung gebohrt, weil oben jemand mal mit einer Rüttelplatte die Erde glatt rüttelte? Kann schon reichen. Und wenn man Pech hat, findet man‘s nicht mal raus. Dann ist die Stelle verbrannt – und man bleibt ratlos.

Annette Theobald-Block: Der gute Wille zählt

Kein Strom dafür aber weiterhin Feuerwerk

© Theobald

Freitagmittag, prächtiger Sonnenschein - um meinen Kollegen den Endspurt zum Wochenende zu versüßen, griff ich in der Mittagspause im Supermarkt großzügig in die Regale: ein handlicher Gugelhupf, ein Sechser-Paket Eis am Stiel , Mini-Muffins mit Blaubeeren und eine Jumbo-Packung Schokotäfelchen mit Pfefferminz - schließlich soll die Vitaminzufuhr ja nicht zu kurz kommen. Beim Griff in die Handtasche an der Kasse dann blankes Entsetzen: Portemonnaie vergessen. Mitnehmen konnte ich am Ende nur die Gratistüte mit den Kohlrabiblättern - die sollten zwar eigentlich für unsere Kaninchen sein, aber der gute Wille zählt.

Maximilian Stascheit: Wenn zwei Journalisten irren

Kein Strom dafür aber weiterhin Feuerwerk

© Aileen Kierstein

Am Dienstagmorgen berichtete die Kollegin von mehreren Stapeln Altkleidern auf den Parkplätzen an der Margot-Röttger-Rath-Straße. Die naheliegende Vermutung: Sie stammen aus dem Altkleidercontainer der GWA, die am Bahnhof stehen. Unbekannte müssen sie wohl über Nacht nach Brauchbarem durchforstet und die Reste dann einfach auf dem Parkplatz liegenlassen haben – davon gingen wir zumindest beide aus. Ich begann, die Hintergründe zu recherchieren, telefonierte mit der GWA in Unna und der Stadtverwaltung. Im Zuge dessen stellte sich heraus, dass die Kleidung gar nicht aus dem GWA-Container stammte, sondern aus einem „schwarzen“ Sammelcontainer, der über Nacht auf den Parkplätzen abgestellt worden war. Somit habe ich an diesem Tag sogar zwei Sachen gelernt. Erstens, dass es tatsächlich Verbrecher gibt, die unter Vortäuschung der Gemeinnützigkeit illegal Kleider einsammeln. Und zweitens, dass eine sorgfältige Recherche bei vermeintlich offensichtlichen Umständen umso wichtiger ist.

Heiko Mühlbauer: Guten Tag, liebe Daus

Kein Strom dafür aber weiterhin Feuerwerk

© picture alliance/dpa

Jahrelang haben wir uns bemüht, Anglizismen zu vermeiden. Manchmal war das einfach, wenn jemand zum Beispiel Kids schreibt und Kinder meint. Manchmal war das schwierig, vor allem in der Popkultur. Nun war ich aber drei Tage lang quasi als Praktikant dort, wo man sich mit der digitalen Nachrichtenwelt auseinandersetzt. Und dort gibt es überhaupt keine deutschen Begriffe mehr. Im günstigsten Fall werden englische Fachbegriffe genutzt, im ungünstigsten Fall auf dem Englischen basierende Abkürzungen. Sie als treuer Leser werden zum active User, und als täglicher Leser zum Beispiel zum daily active User oder kurz zum DAU.

Aileen Kierstein: Aufzucht für Digital-Verbrecher?

Kein Strom dafür aber weiterhin Feuerwerk

Wie jetzt? Werden hier etwa junge Schüler zu digitalen Kriminellen ausgebildet? Das war mein erster Gedanke, als ich den Begriff „Hacker School“ in der Redaktion aufschnappte – vor meinem geistigen Auge ein Bild vieler Jungs vor hunderten von Monitoren mit dem Ziel, schnellstmöglich die Firewall von Google oder Apple zu knacken. Wer haftet denn, wenn die kleinen Nachwuchs-Hacker erwischt werden? Als meine Verwirrung ihren Gipfel erreicht hatte, klärte mich die Kollegin auf. Ein bisschen enttäuscht war ich, als mein Fantasie-Konstrukt in sich zusammenfiel: Die Hacker School bietet Programmier-Kurse für Jugendliche an.

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt