Keine Angst vorm Blitzer: Starenkasten mit Ladehemmung

mlzVerkehrssicherheit

Vorm Blitzer in der Roten Haus Straße steigen viele Autofahrer vorsichtshalber auf die Bremse. Warum das derzeit aber nicht nötig ist, brachte eine Anfrage beim Kreis zu Tage.

Schwerte

, 11.02.2019, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wer in der jüngeren Vergangenheit mal am Starenkasten an der Roten Haus Straße in Villigst zu schnell unterwegs war, musste nicht mit einem Blitz und anschließendem Foto rechnen. Der Starenkasten ist nämlich aktuelle außer Betrieb, wie Christian Bornemann vom Kreis Unna am Montag auf Anfrage bestätigte. Und zwar bereits seit dem Sommer.

Da wurde nämlich die Straßendecke auf der Roten-Haus-Straße erneuert. „Seitdem ist dort keine Messschleife mehr im Boden“, erklärt der Experte für die Verkehrsüberwachung im Kreis. Das wird allerdings nicht auf Dauer so bleiben. Der Kreis plant, an dieser Stelle eine der modernen Säulen zur Geschwindigkeitsüberwachung aufzustellen. Und die messen die Geschwindigkeit nicht mit einer Schleife unter dem Asphalt, sondern mit einem Lasermessgerät. Bis dahin bleibt aber der Starenkasten ohne Funktion auf Höhe der Unterführung.

Geschwindigkeitsbegrenzung wird wohl bleiben

Auch die Geschwindigkeitsbegrenzung auf Tempo 50 an dieser Stelle wird wohl bleiben. Die Geschwindigkeit war von 70 auf 50 km/h herabgesetzt worden, wegen des schlechten Zustandes des Straßenbelags. Aus Sicherheitsgründen wird sie wohl so bleiben. Das hatte die Unfallkommission des Kreises beschlossen.

Derzeit ist in Schwerte nur ein einziger Starenkasten in Betrieb und zwar der an der Ruhrtalstraße kurz vor der Autobahnzufahrt Ergste. Auch hier wurde die Höchstgeschwindigkeit auf Betreiben der Unfallkommission auf Tempo 50 begrenzt.

Dienstälteste Blitzanlage abgebaut

Die dienstälteste Blitzanlage des Kreises Unna stand bis Herbst 2017 an der Hörder Straße. Sie wurde vorsorglich abgebaut, weil die Fahrbahn B 236 im Zuge des Ausbaus bis zur Autobahn ausgeweitet werden soll. Da stand der Blitzer den Bauarbeiten im Weg. Damals konnte man noch nicht ahnen, dass der Beginn des Straßenausbaus auf den Sommer 2019 verschoben werden sollte.

Seit 1992 hatte der Starenkasten dort seinen Dienst getan.

Ob dort wieder ein Starenkasten hinkommt, wenn die Straße ausgebaut ist, wird anhand der Unfallzahlen entschieden. Auf jeden Fall wird das nicht wieder ein klassischer Starenkasten sein, denn deren Zeit ist vorbei. Das alte Modell wurde schon ausgeschlachtet , um Ersatzteile für die Starenkästen im restlichen Kreisgebiet zu haben.

Die Kästen sind übrigens nur Hüllen. Die Kameras darin werden ausgewechselt. Die Kreisverwaltung verfügt nämlich über weniger Kameras, als Standorte für Blitzanlagen. Fotografiert wird seit Jahren digital, sodass man sich mit der Legende, der Blitz habe ausgelöst, der Film sei aber vielleicht voll, nicht mehr beruhigen kann.

Gutes Geschäft für den Kreis

Allerdings ist das ganze ein gutes Geschäft für die klammen Kassen der Kommunen. Insgesamt kassierte der Kreis Unna 5,075 Millionen Euro im Jahr 2017 für Verkehrsordnungswidrigkeiten. Darin sind allerdings neben stationären Messanlagen auch die Ergebnisse aus den mobilen Messungen und auch die Knöllchen der Polizei, die über den Kreis zugestellt werden, enthalten.

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