Keine Beleuchtung: Diese Wege bereiten den Schwertern Sorgen

mlzSicherheit bei Nacht

Nach dem tödlichen Unfall eines Mannes in der Hagener Straße gibt es eine Diskussion über Orte in Schwerte, die Abends kaum oder garnicht beleuchtet sind.

Schwerte

, 01.12.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die kalte Jahreszeit hat begonnen und mit ihr auch die Zeit der dunklen Tage. Viele gehen morgens bei Dunkelheit aus dem Haus oder kommen nach Sonnenuntergang nach Hause. Wenn dann die Beleuchtung fehlt, kann der Weg gefährlich werden.

Senioren verärgert

Einige Straßen und Wege in Schwerte sind in der Dunkelheit unbeleuchtet. So auch der Fußweg zur Wohnanlage der Arbeiterwohlfahrt (AWO) im Holzener Weg. Die Bewohner beklagen, dass der Weg zum sechsstöckigen Gebäude gerade für ältere Menschen nur schlecht benutzbar ist.

Zwar steht eine Leuchte am Anfang des Weges, doch diese erreicht nicht den Abschnitt, an dem der Weg einen Knick macht.

„Als ich einen Tag um 6 Uhr zu meiner Mutter gegangen bin, da bin ich geradeaus gelaufen und auf dem Rasen gelandet“, berichtet Brigitte Mihai, die Tochter einer 87-jährigen Bewohnerin der Wohnanlage.

Zu dieser Zeit sind auch Mitarbeiter von Pflegediensten auf dem Weg zu dem Haus an der Holzener Straße.

Keine Beleuchtung: Diese Wege bereiten den Schwertern Sorgen

Wenn es dunkel wird, sei der Weg an der AWO-Wohnanlage im Holzener Weg nicht ausreichend beleuchtet, kritisieren die Bewohner. © Dennis Görlich

Wenn sie ihre Mutter mal später nach Hause gebracht hat, versuchte Mihai ihr bereits mit dem Fahrzeug den Weg zu weisen: „Dann habe ich mit dem Auto so geparkt, dass die Scheinwerfer den Weg beleuchtet haben.“

AWO verspricht Lösung

Ein Anruf beim Bauordnungsamt der Stadt Schwerte brachte laut Mihai keinen Erfolg: „Die Dame am Telefon war sehr ungehalten und sagte, sie würde auch dunkle Wege gehen und die alten Menschen würden das schon schaffen.“

Die Bewohner würden sich schon seit Jahren über diesen Zustand beklagen – ohne, dass die AWO bisher tätig wurde.

Sabine Schulte von der AWO widerspricht: „Bei den Mitarbeitern vor Ort und hier in der Verwaltung haben wir keine Beschwerde erhalten.“ Nach einer Überprüfung der Pläne habe man nun entschieden, dass demnächst weitere Leuchten am Weg installiert werden sollen. Um künftige Angelegenheiten schneller bearbeiten zu können, macht Schulte den Bewohnern der Wohnanlage ein Angebot: „Wir arbeiten gern mit unseren Mietern zusammen und sind telefonisch in der Verwaltung erreichbar“.

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Holzstraße „zappenduster“

Lilo Freitag ist ebenfalls unzufrieden. Sie wohnt in der Holzstraße in Wandhofen und beklagt den dortigen Zustand. „Nach Rücksprache mit einem Mitarbeiter der Schwerter Stadtwerke erfuhr ich, dass vor etwa 50 Jahren dieses Gebiet als ländlich eingestuft wurde. Mittlerweile ist diese Straße aber dicht bebaut und davon stehen elf Häuser im dunkeln.“

Eine Aufstellung von Laternen durch die Stadt würde laut Freitag den Anwohnern in Rechnung gestellt. Sie ist der Meinung: „Eine Stadt ist dafür zuständig, dass ausreichend Beleuchtung vorhanden ist. Das ist ja keine Sonderbeleuchtung.“

Die Stadtwerke erklären auf Anfrage, dass es für Städte keine allgemeine Beleuchtungspflicht gebe. Es existiert lediglich eine Verkehrssicherungspflicht, die bei Gefahrenquellen wie Baustellen eine Beleuchtung vorschreibt.

Bei Neubaumaßnahmen und Fahrbahnsanierungen prüfen die Stadtwerke zusammen mit der Stadt grundsätzlich, ob eine Installation von Straßenbeleuchtung sinnvoll und notwendig ist.

Keine Beleuchtung: Diese Wege bereiten den Schwertern Sorgen

Bewohnerin Lilo Freitag kritisiert die teilweise fehlende Beleuchtung in der Holzstraße. © Dennis Görlich

Zumindest während der Adventszeit schaffen sich die Bewohner durch eigene weihnachtliche Außenbeleuchtung Abhilfe. „Wenn diese Zeit vorbei ist, haben wir es wieder zappenduster“, kritisiert Freitag.

Reaktionen auf Facebook

Auch auf unserer Facebook-Seite äußerten sich viele Nutzer über nicht beleuchtete Wege in Schwerte. Genannt wurden unter anderem die Straßen „Am Eckey“, „Sölder Straße“ und die „Unnaer Straße“. In manchen Fällen wurden Straßen selbst im Zuge einer Sanierung nicht nachträglich mit Laternen ausgestattet.

Darüber herrscht viel Unverständnis. So schreibt eine Nutzerin zu fehlender Beleuchtung: „Schade, dass erst jemand sterben musste damit das wieder Thema wird.“

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