Schwester Lincy, die Leiterin des Morning-Star-Hospitals in Adimali, wacht an einem Krankenbett. © Sebastian Karthikapallil
Coronakrise

Keine Veranstaltungen: Adimali-Hilfsverein braucht selbst Hilfe

Hilferufe aus Südindien ereilen den Verein „Hilfe für Adimali“. Dem von ihm unterstützen Krankenhaus und Waisenhaus geht in Coronazeiten das Geld aus. Doch dem Verein fehlen auch Einnahmen.

Bereits zum dritten Mal hintereinander ist ein Lockdown angeordnet. Geschäfte, Fabriken, öffentliche Gebäude – alles schon wieder geschlossen. Hart betroffen von der Coronakrise sind viele Orte rund um das Morning-Star-Krankenhaus im südindischen Adimali, das von dem Schwerter Verein „Hilfe für Adimali“ unterstützt wird.

„Corona hat das Bundesland Kerala fest im Griff“, schreibt Leiterin Schwester Lincy an den Vereinsvorsitzenden Sebastian Karthikapallil. Viele Beschäftigte seien in der Krise Tag und Nacht im Einsatz: „Wir sind in einem Zustand der Angst und besorgt um unser Leben.“ Alle anderen Kliniken und kleinen Krankenhäuser seien wegen Corona geschlossen.

Regierung verlangt Behandlungskapazitäten für Corona-Fälle

Deshalb muss das Morning-Star-Krankenhaus Corona-Patienten behandeln. Die Regierung von Kerala habe verlangt, entsprechende Kapazitäten bereitzustellen – bis zu 50 Prozent aller Betten. „Das Problem ist: Es gibt nur einen Eingang“, sagt Sebastian Karthikapallil. Durch diese bauliche Gegebenheit ist es schwer, Corona-Patienten von anderen Kranken zu trennen: „Da muss man eine Lösung finden.“

Ein Beatmungsgerät hat der Verein Hilfe für Adimali in der Coronakrise dem Morning-Star-Hospital finanziert. Es ist auch für die Behandlung von Kindern geeignet.
Ein Beatmungsgerät hat der Verein Hilfe für Adimali in der Coronakrise dem Morning-Star-Hospital finanziert. Es ist auch für die Behandlung von Kindern geeignet. © Sebastian Karthikapallil © Sebastian Karthikapallil

Die Krankenhausleitung hat sich schließlich entschlossen, 30 Betten für Corona-Fälle zur Verfügung zu stellen. Aber auf der Intensivstation – so Schwester Lincy weiter – gebe es insgesamt lediglich sechs Betten mit drei Beatmungsgeräten.

Eines davon konnte jüngst angeschafft werden mit Spendengeld, das der Verein „Hilfe für Adimali“ für die akute Soforthilfe zur Verfügung gestellt hatte.

Auf Wunsch der Regierung wird das Morning-Star-Krankenhaus eins der raren Intensivbetten jetzt ebenfalls für die Behandlung von Corona-Patienten bereithalten.

Rechnungen können nicht mehr bezahlt werden

„Das neue Beatmungsgerät funktioniert gut“, bedankt sich Schwester Lincy: „Es ist wirklich ein Segen in dieser Zeit.“ Kostenlos versorge sie alle Mitarbeiter und Ärzte mit Gesichtsschutz, Maske und Handschuhen: „Die Ausgaben sind aufgrund Corona mehr als die Einnahmen.“

Die Regierung zahle keine Rupie für die Leistungen auf der Intensivstation und verlange obendrein, kostenlose Dialysen durchzuführen. Das Geld sei schon so knapp, dass Rechnungen nicht mehr bezahlt werden könnten.

Von immer größeren finanziellen Problemen berichtet auch das Waisenhaus im benachbarten Marayoor, das „Hilfe für Adimali“ ebenfalls unterstützt. „Sie müssen uns helfen so viel Sie können“, schreibt die neue Leiterin, Schwester Sudeepa. Aber der Verein ist selbst auch von der Coronakrise betroffen.

Wichtige Einnahmen vom Himmelfahrts-Fest am Gutshof Wellenbad und vom Stand auf dem Pannekaukenfest sind weggebrochen.

Spendenkonto:

Hilfe für Adimali e.V.

Sparkasse Schwerte

IBAN: DE30 4415 2490 0000 0645 01

BIC: WELADED1SWT

Über den Autor
Redaktion Schwerte
Reinhard Schmitz, in Schwerte geboren, schrieb und fotografierte schon während des Studiums für die Ruhr Nachrichten. Seit 1991 ist er als Redakteur in seiner Heimatstadt im Einsatz und begeistert, dass es dort immer noch Neues zu entdecken gibt.
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Reinhard Schmitz

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