Neustart in der Kita Rotes Haus: Tisch trennt Hasen- von Bärenguppe

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Alles wieder normal in der Kita? Eher nicht. Trotzdem gibt der Kita-Besuch Kindern ein Stück Normalität zurück - „genau was sie jetzt brauchen“. Vieles ist anders, aber das Wichtigste nicht.

Schwerte

, 09.06.2020, 17:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Seit dem 8. Juni dürfen wieder alle Kindergartenkinder in Kindergärten und Kitas gehen. Zwar dürfen nicht alle mit allen spielen, aber ein Stückchen Normalität ist damit für die Kleinen zurückgekehrt.

Wer sein Kind in die Kita im Familienzentrum Rotes Haus bringt, der gibt es an der Eingangstür ab. Dort füllen die Eltern einen Zettel aus, jeden Tag. Darauf wird notiert: Der Abgabezeitpunkt des Kindes, wann es wieder abgeholt wird, und natürlich, dass das Kind gesund ist. Auch die Kleinsten müssen sich vor Betreten der Kita die Hände desinfizieren.

Kein Spielen mit Kindern aus anderen Gruppen

„Wir hatten immer schon ein Hygienekonzept, aber es musste jetzt natürlich an Corona angepasst werden“, sagt Kerstin Hamacher, Leiterin des Familienzentrums Rotes Haus. Alle Mitarbeiter mussten das Konzept unterschreiben. Die Eltern wurden über alle Entwicklungen per E-Mail-Verteiler auf dem neuesten Stand gehalten.

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Alle Kids, die reinkommen, müssen erst ihre Hände waschen. Den Waschraum dürfen die Kleinen maximal zu zweit aufsuchen. Auch in den Räumen der Bären- und Hasengruppe wurden Maßnahmen getroffen. „An den Tischen sind jetzt weniger Sitzplätze, damit die Abstände eingehalten werden können“, sagt Kerstin Hamacher. Die Kuschelecken sind weg, „so wie es vom Ministerium vorgeschrieben ist“.

Kinder auseinander zu halten ist schwierig

Die Kinder dürfen miteinander spielen, da kommen sie sich automatisch näher. „Sie permanent zu entzerren, ist nicht einfach“, sagt die Kita-Leiterin. Vor Corona war der Anspruch an Kitas, möglichst offen zu sein, heißt, dass die Kinder von der einen in die andere Gruppe nach Lust und Laune können.

Absperrband und Fähnchen trennen die Kita-Gruppen im Außenbereich.

Absperrband und Fähnchen trennen die Kita-Gruppen im Außenbereich. © Laura Schulz-Gahmen

Das geht derzeit nicht. Der momentane Weg führt somit zurück zu veralteten Strukturen. „Vorher war alles offen, jetzt müssen wir alles einschränken, Kinder dürfen nur noch mit ihren Erzieherinnen in die eigene Gruppe“, sagt Kerstin Hamacher. Ein Tisch im Flur trennt die Hasengruppe von der Bärengruppe.

„Kinder brauchen jetzt vor allem viel Bewegung“

Anfangs hätten einige Kinder ganz still gestanden und sie hätten nicht gewusst, was sie jetzt dürfen und was nicht. Aber das habe sich schnell gelegt. „Die Großen lernen echt schnell, bei den Zweijährigen klappt das noch nicht so gut“, so Hamacher.

Aber schnell war klar, die Kleinen wollen einfach mit ihren Freunden spielen und sich viel Bewegen. „Nach der ganzen Zeit lassen wir sie jetzt auch einfach toben und wir verbringen die meiste Zeit draußen“, sagt Kerstin Hamacher. Gleichzeitig hofft sie, dass die Einschränkungen bald passé sind. „Die Kinder sollen einfach wieder Kind sein dürfen.“

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