So lässt es sich aushalten. Doch auch ohne Pool kann man etwas gegen die Bullenhitze unternehmen, die gerade herrscht. © Martina Niehaus
Kolumne

Kinder im Keller, Waschlappen im Mund: Tipps zur Hitzewelle

Mit knapp 33 Grad im Schatten, und das sogar abends, ist es für Mitte Juni ganz schön muckelig. Unsere Autorin gibt Tipps, um sich abzukühlen. Und den Nachwuchs gleich mit!

Eigentlich mag ich es nicht, wenn die Leute über das Wetter meckern. Die sind dann falsch angezogen, denke ich mir immer. Doch im Moment zieht dieses Argument nicht. Würden sich alle so kleiden, dass es zum Wetter passt, hätte das in jeder Videokonferenz ungeahnte Folgen.

Also schließe ich mich meinen Mitmenschen an und meckere mit. Wie kann das sein? Gerade noch haben wir alle im Dauerregen gesessen und über den kalten Mai gejammert. Jetzt verbrennt man sich schon die Hände, wenn man morgens um sieben die Zeitung aus dem Briefkasten holt.

Doch schimpfen allein bringt auch nichts. Deshalb habe ich meinen ohnehin schon vor Hitze rauchenden Kopf angestrengt. Über die untrüglichen Anzeichen der aktuellen Hitzewelle gegrübelt. Und dabei gleich einige Rettungsmaßnahmen gesammelt.

Anzeichen 1: Die Kinder holen freiwillig Wasser aus dem Keller

Üblicherweise muss ich die Herren (12 und 14) jedes Mal scheuchen, wenn es darum geht, dass einer mal eine Flasche Sprudel aus dem Keller holt. Sofort beginnt die Diskussion, wer eigentlich dran ist. Wer das letzte Mal gegangen ist. Und wer sowieso keinen Durst hat. Nun ist das anders: Beide reißen sich plötzlich darum. Leider kommen sie nicht wieder hoch, so schön kühl ist es da unten.

Lösung 1: Viel trinken!
Lösung 1: Viel trinken! © Martina Niehaus © Martina Niehaus

Lösung 1: Kinder den Keller aufräumen lassen und viel trinken

Spätestens in zwei Tagen habe ich sie so weit, dass sie den Vorratskeller freiwillig aufräumen. Bis dahin holen sie den Sprudel hoch. Und trinken ihn auch. Viel trinken ist bei der Hitze das Wichtigste. Wasserhaltige Snacks tun ihr Übriges: Wassermelone und Weintrauben, Tomaten und Gurken sind ideal für zwischendurch! Oder man packt alles zusammen (gut, eventuell nicht Melone und Tomaten) und mixt einen leckeren Smoothie.

  • Für ganz Kleine: Um Kleinkinder in heißen Zeiten abzukühlen, ist ein nasser Waschlappen ausgezeichnet. Zum Spielen, Nuckeln und Beißen. Besonders praktisch, wenn der Junior gerade Zähne bekommt. Das klappt auch unterwegs – dann sollte man immer eine Extraflasche Wasser dabei haben, um den Lappen erneut anzufeuchten. Lecker!

Anzeichen 2: Die Kinder lassen freiwillig die Konsole im Stich

Es ist ja schön, wenn von allen Seiten eine mittägliche Siesta empfohlen wird. Doch wenn um ein Uhr Schulschluss ist, kann man die leider getrost vergessen. Sobald sich die Kinder also in brüllender Mittagshitze nach Hause geschleppt haben, brechen sie zusammen. Und wollen nicht mal mehr ans Handy, weil es ihnen zu warm ist. Ein deutliches Alarmzeichen!

Lösung 2: Wasser muss her.
Lösung 2: Wasser muss her. © Martina Niehaus © Martina Niehaus

Lösung 2: Ab ins Wasser – oder den Kühlschrank aufräumen!

Wer keinen Garten mit Pool oder Planschbecken hat, muss improvisieren: Mit den Füßen im Wassereimer hält man es auch drinnen ganz gut aus. Mit Wasser oder abgekühltem grünen Tee lässt sich ein prima Gesichtswasser herstellen. Einfach in zwei Sprühflaschen füllen, und den Geschwistern in die Hand drücken. Oder gibt es Einwände?

Mini-Planschbecken für kleinere Kinder passen auf den Balkon oder in die Dusche. Der kalte Waschlappen ist auch für ältere Kinder und Erwachsene erfrischend. Dann aber bitte nur für Nacken und Arme. Eltern sollten möglichst nicht darauf herumkauen. Die nächste Videokonferenz kommt bestimmt!

Wer in der Mittagspause Fischstäbchen brät, ist selber schuld. Es gibt Salat und Baguette, und nach dem Essen könnte man eigentlich auch direkt den Kühlschrank neu sortieren. Weil man das schon lange nicht mehr gemacht hat. Und es gerade keine bessere Tätigkeit gibt!

  • Für ganz Kleine: Manchmal lässt es sich nicht vermeiden, mittags Spazieren zu gehen. Um das Geschwisterkind aus der Kita abzuholen zum Beispiel. Dann sollte man den Kinderwagen mit einem Schirm oder schattigen Tüchern abdecken. Eine dünne Stoffwindel kann man (auch unterwegs) mit Wasser befeuchten und über den Wagen hängen.

Anzeichen 3: Die Kinder wollen freiwillig im Keller schlafen

Erst wollte der Bengel unbedingt einen eigenen Bereich auf dem Dachboden, jetzt erwische ich ihn dabei, wie er die Matratze die Kellertreppe hinunterwirft. Natürlich spricht nichts dagegen. Wenn er doch will. Außerdem stehen dort gleich die Wasserkisten griffbereit.

Lösung 3: Richtig lüften - oder nachts wachbleiben!
Lösung 3: Richtig lüften – oder nachts wachbleiben! © Martina Niehaus © Martina Niehaus

Lösung 3: Vernünftig lüften – oder gar nicht mehr schlafen gehen

Die Faustregel, die in meiner Familie noch niemand so richtig verstanden hat: Nur dann die Fenster öffnen, wenn es draußen kühler ist als drin! Meine Männer öffnen immer tagsüber sämtliche Fenster und Balkontüren. Doch dann kommt die Hitze erst recht rein. Also: Erst abends weit öffnen und stoßlüften (sofern kühle Luft vorhanden ist).

In superheißen Nächten hilft ein nasses Handtuch auf dem Boden vor dem geöffneten Fenster oder auf der Fensterbank. Die Luft wird angefeuchtet, und man hat eine kleine Klimaanlage. Noch besser: Dünne Stofftücher direkt am Fenster befestigen und mit Wasser besprühen. Vorhänge oder Gardinen anfeuchten.

Möglichst spät ins Bett gehen ist auch eine Lösung – ja, auch dann, wenn am nächsten Tag Schule ist. Um acht Uhr abends schläft sowieso noch niemand ein.

Der rosa Typ hat's gut, dümpelt den ganzen Tag nur herum. Das will ich auch!
Der rosa Typ hat’s gut, dümpelt den ganzen Tag nur herum. Das will ich auch! © Martina Niehaus © Martina Niehaus

Dicke Daunendecken sollte man rauswerfen und sich nur noch mit dem Laken zudecken. Das sorgt auch schon für Urlaubsfeeling. Der ultimative Trick, den meine Jungs lieben: Eine Wärmflasche mit kaltem Wasser befüllen und sich ankuscheln. Nicht verwechseln – das hilft nur bei kaltem Wasser!

Wenn alle Stricke reißen: Wachbleiben, „The Revenant“ einschalten und zusehen, wie Leonardo diCaprio sich bei 20 Grad Minus mit vereistem Bart durch die Wildnis Montanas kämpft. Dazu einen eiskalten Weißwein genießen!

Über die Autorin
Redakteurin
Begegnungen mit interessanten Menschen und ganz nah dran sein an spannenden Geschichten: Das macht für mich Lokaljournalismus aus.
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