Historische Spiele 2021

Kinder machen eine Zeitreise zurück ins Mittelalter

Im Spieldorf Argeste ist das Motto, Geschichte hautnah zu erleben. 95 Kinder in Schwerte reisten ins Jahr 772, entwickelten unterschiedliche Identitäten. Das Ganze endete in einer Massentaufe.
Historische Spiele 2021 in Schwerte: Eine Zeitreise zurück ins Jahr 1249. © Knöpges

Schwerte vor 1249 Jahren: Karl der Große, der mächtigste Herrscher in Westeuropa, erobert eine sächsische Burg, die etwas unterhalb der heutigen Hohensyburg liegt und zerstört dort das heidnische Heiligtum. Dann machen sich seine Truppen auf dem Weg, das ganze Land zu kontrollieren.

Genau zu diesem Zeitpunkt beginnt für 95 Kinder ab sieben Jahren und 44 Teamer die Zeitreise: Im Spieldorf Argeste ist das Motto, Geschichte hautnah zu erleben.

Zeitreise: Zwei Welten in Schwerte

In der ersten Ferienwoche haben die Kinder in zwei Gruppen unterschiedliche Identitäten entwickelt: Ein Teil blieb als sächsischer Teilstamm in Argeste und die anderen wanderten zwei Tage als fränkische Krieger zu Fuß dorthin.

Die Sachsen versuchten, mithilfe ihrer Seherin mit ihren Göttern zu sprechen. Die Franken wurden auf ihrem langen Marsch durch den herbstlichen Regen zu christlichen Soldaten und sangen lateinische Kirchenlieder. Dann trafen beide Welten aufeinander.

Neben der Spielgeschichte spielt die Arbeit in einem alten Handwerk immer eine große Rolle im Historischen Spiel: Das Besondere in dieser Woche waren zwei Ofenreisen des selbst gebauten Tonbrennofens.
Neben der Spielgeschichte spielt die Arbeit in einem alten Handwerk immer eine große Rolle im Historischen Spiel: Das Besondere in dieser Woche waren zwei Ofenreisen des selbst gebauten Tonbrennofens. © Knöpges © Knöpges

Weder die Franken wussten, wie sich die Sachsen verhalten würden, noch umgekehrt. „Ein dramaturgischer Kunstgriff“, sagt Olaf Fabian-Knöpges vom Historischen Spiel. Das Ende der Belagerung: Die besiegten, heidnischen Sachsen müssen sich taufen lassen und dem neuen Grafen Clodio den Treueeid schwören.

So fand am letzten Spieltag eine Massentaufe auf dem Marktplatz statt. „Besser als Christ im eigenen Haus als gar kein Haus“, entschied die neunjährige Gallani.

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