Kleiner Waldbrand in Villigst gelöscht: Warum die Gefahr in Schwerte besonders groß ist

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In Villigst brannte ein kleines Stückchen Wald. In Hagen ein größeres. Die Trockenheit sorgt für Waldbrandgefahr. Doch in Schwerte ist es nicht nur das Wetter, das für Brandgefahr sorgt.

Villigst, Schwerte

, 01.07.2019, 17:32 Uhr / Lesedauer: 2 min

Grundsätzlich hatte Schwerte am Sonntagabend Glück. Denn auch wenn in Villigst ein kleiner Waldbrand zu löschen war, bislang war das der erste Feuerwehreinsatz in Schwerte, der wegen der großen Trockenheit zu bewältigen war.

Die Feuerwehrleute hatten den Brand auch zügig im Griff. Und mit Hilfe einer Wärmebildkamera wurde dann schnell klar, dass sich keine Glut mehr im Boden versteckt hält. Generell ist die Gefahr damit aber nicht gebannt. Denn die Wälder rund um Schwerte sind ausgetrocknet.

Waldbrandgefahr auf Stufe 3

Der Deutsche Wetterdienst veröffentlicht täglich eine Karte zur aktuellen Waldbrandgefahr. Am Montag war die in Schwerte auf der Stufe drei. Das bedeutet mittlere Gefahr. Immerhin gibt es noch zwei Gefahrenstufen darüber. Allerdings, und das macht die Sache gefährlich: Für Grasland wurde die Warnstufe vier ausgerufen. Da beides nicht zu trennen ist, bleibt es gefährlich in den Wäldern rund um Schwerte.

Die Brandbekämpfer aus dem nahen Sauerland können davon ein Lied singen. In Hagen Haspe brannten am Wochenende rund 100 Quadratmeter Wald, in Meschede geriet Rindenmulch in Brand und auf der B 236 brannten bereits in der vergangenen Woche die Pflanzen auf dem Mittelstreifen.

Borkenkäfer erhöhen Risiko für Waldbrand

Wie groß ist die Gefahr in Schwerte aktuell? Revierförster Andreas Weber schätzt das aktuelle Risiko als relativ hoch ein. Denn zusätzlich zur Trockenheit sind die Fichtenbestände in Schwertes Süden stark vom Borkenkäfer befallen. „Der sorgt dafür, dass die Fichtennadeln abtrocknen und zu Boden fallen“, so Weber. Durch die starke Sonneneinstrahlung erhitzt sich der Boden mit den leicht entflammbaren Nadeln zusätzlich. Vor allem entlang der B236, südlich der Ruhr und in der Nähe der A 45 gebe es in Schwerte große Fichtenbestände, die vom Borkenkäfer befallen sind.

Nach Angaben der Behörden sind 90 Prozent aller Waldbrände auf menschliches Handeln zurückzuführen. Das müssen nicht immer gleich weggeworfene Zigarettenkippen sein. Auch der parkende Wagen mit seinem heißgelaufenen Katalysator kann am Straßenrand schnell einen Waldbrand entfachen.

Wie man Waldbrände verhindert

  • Im Sommer sollte im Wald ohnehin nicht geraucht werden. Auf keinen Fall eine Kippe wegwerfen.
  • Auch Glasmüll und Plastik kann theoretisch als Brennglas wirken.
  • Feuer und Grillen sind im Wald ohnehin verboten.
  • Das Auto nicht auf brennbarem Untergrund parken.
  • Und bei Sichtung von Rauch oder Feuer direkt die Feuerwehr alarmieren.

Durch die gute Infrastruktur in Schwerte, sei fast jeder Waldbrand gut zu erreichen und dann auch zu löschen.

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