Kliniken auf ausländische Patienten gut vorbereitet

''Kultursensibilität''

Wie gut gehen Krankenhäuser bei der Versorgung ausländischer Patienten auf sprachliche, kulturelle und religiöse Besonderheiten ein? Der Frage ging eine vor kurzem veröffentlichte Studie nach - wir haben bei den Schwerter Klinken nachgehakt.

SCHWERTE

von Von Michael Schnitzler

, 03.05.2013, 16:39 Uhr / Lesedauer: 1 min
Was besondere kulturell oder religiös bedingte Essenswünsche angeht, sind die Küchen der Krankenhäuser flexibel: Christel Louis-Sidney, Küchenchefin im Evangelischen Krankenhaus, zeigt ein Gericht mit Putenfleisch (l.) und ein vegetarisches Gericht - beide standen in dieser Woche auf dem Speiseplan.

Was besondere kulturell oder religiös bedingte Essenswünsche angeht, sind die Küchen der Krankenhäuser flexibel: Christel Louis-Sidney, Küchenchefin im Evangelischen Krankenhaus, zeigt ein Gericht mit Putenfleisch (l.) und ein vegetarisches Gericht - beide standen in dieser Woche auf dem Speiseplan.

In Nordrhein-Westfalen leben rund zwei Millionen Ausländer, über vier Millionen Bürger haben ausländische Wurzeln. Diese Zahlen hat das Deutsche Krankenhausinstitut zum Anlass für eine Studie genommen ("Kultursensibilität der Krankenhäuser in Nordrhein-Westfalen"): Es wurde untersucht, wie Krankenhäuser auf die kulturellen und religiösen Bedürfnisse der Patienten eingehen.Bei den Schwerter Kliniken nachgehakt Wir haben bei den beiden Schwerter Hospitalen nachgehakt: Das Evangelische Krankenhaus und das Marienkrankenhaus haben zwar beide nicht an der Studie teilgenommen - auch bei ihnen werden aber natürlich viele ausländische Patienten und Patienten mit Migrationshintergrund behandelt.  Es stellt sich also die Frage, wie "kultursensibel" die Schwerter Krankenhäuser sind. Werden Mitarbeiter im Umgang mit ausländischen Patienten geschult? Wie werden diese bei Sprachproblemen informiert und unterstützt? Gibt es neutrale Räume zur Religionsausübung? Wir haben die Geschäftsleitungen des Marien- und des Evangelischen Krankenhauses dazu befragt. 

  • Essenswünsche: Patienten können kurz nach ihrer Aufnahme Essenswünsche äußern. In den Küchen beider Schwerter Krankenhäuser werden auf Wunsch beispielsweise koschere Gerichte oder Gerichte ohne die Verwendung von Schweinefleisch zubereitet. 
  • Seminare: Sowohl im Evangelischen Krankenhaus wie auch im Marienkrankenhaus Schwerte werden die Mitarbeiter im kultursensiblen Umgang mit Menschen mit Migrationshintergrund geschult. Im Evangelischen Krankenhaus gibt es zudem ein „Handbuch der Religionen“, das Auskunft über „angemessenes Verhalten in der kultur- und religionssensiblen Betreuung von Patienten“ gibt.
  • Sprachkenntnisse: Professionelle Dolmetscher werden in keiner der beiden Kliniken eingesetzt. Dafür gibt es viele Mitarbeiter, die fremdsprachig bewandert sind und bei Bedarf für ausländische Patienten übersetzen können.
  • Religionsraum: Im Evangelischen Krankenhaus, so ein Sprecher, werde der "Raum der Stille" von Patienten  verschiedener Religionen genutzt. Im Marienkrankenhaus gibt es nur die Kapelle, keinen neutralen Religionsraum. Bei einem möglichen Anbau könnte ein solcher Raum geschaffen werden. 
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