Krähen lassen sich neben Schwerter Rathaus nieder

Plage in der Innenstadt

In der Filmwelt sind sie ein beliebtes Stilmittel für mystische und unheimliche Szenerien. In der Realität gelten Krähen eher als lästig. Die schwarz-gefiederten Tiere haben sich in der Schwerter Innenstadt einen Platz im Rampenlicht gesichert – direkt neben dem Rathaus.

SCHWERTE

, 25.04.2016, 18:12 Uhr / Lesedauer: 2 min
Saatkrähen an der Hastingsallee am Rathaus.

Saatkrähen an der Hastingsallee am Rathaus.

Obwohl die Krähen derzeit nur drei Bäume an der Hastingsallee bewohnen, befinden sich in den Kronen insgesamt 21 Nester. Die Straße ist weiß gesprenkelt und im Vorbeigehen hört man das Platschen von Vogelmist im Sekundentakt.

Laut Christian Makala, Sachgebietsleiter für Landschaft beim Kreis, sei eine solch große Ansammlung bei Saatkrähen – so der genaue Name – üblich. Genau wie Kormorane würden sie in der Brutzeit Kolonien bilden. Die Anzahl möge zunächst erschreckend wirken, meist seien es jedoch nur ein bis zwei Kolonien pro Stadt, erklärt Makala. 

Menschen zum Teil selbst Schuld

Zurzeit gebe es solche auch in Holzwickede und Unna. Dass die Krähen die Innenstadt als Nistort gewählt haben, sei zum Teil den Menschen selbst zuzuschreiben: „Durch die vermehrte Bejagung und Vergrämung, besonders durch Landwirte, die Angst um ihre Felder haben, suchen sich die Tiere Plätze, die sicherer sind“, sagt Makala.

Eine Vergrämung, also eine gezielte Vertreibung der Krähen, oder die Entfernung ihrer Nester sei jedoch generell nur vor der Eiablage, das heißt bis Februar/März, möglich. Und selbst dann müsse eine solche Maßnahme erst angemeldet und genehmigt werden. Durch Kot verschmutzte Straßen und Fahrzeuge würden als Grund dafür nicht ausreichen. Auch die Bäume seien, anders als beim Kormoran, nicht durch die Ausscheidungen gefährdet, versichert Christian Makala.

Gezielte Vertreibung nur in Ausnahmefällen möglich

Einen speziellen Fall habe es vor fünf bis sechs Jahren in Holzwickede gegeben, erzählt der Leiter des Fachbereiches Natur und Umwelt beim Kreis, Ludwig Holzbeck. Damals hätten Krähenkolonien auf Bäumen über Marktständen und einem Kinderspielplatz genistet. „Da die Ausscheidungen in die Sandkästen und auf die Lebensmittel geraten konnten, sind die Nester entfernt worden“, berichtet er.

Wann die Tiere vor dem Schwerter Rathaus wieder verschwinden, hänge auch von der Witterung ab. „Sie bleiben ja nicht ewig. Im Frühsommer werden die Tiere flügge und lösen ihre Kolonien auf“, sagt Ludwig Holzbeck beruhigend. Er fügt hinzu: „Man muss immer bedenken, dass es Mitgeschöpfe sind, die wie wir einen Raum zum Leben verdienen.“ 

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